
- DVDs zur Datensicherung - Vera Kriebel
Ohne Datensicherungen geht es weder bei Privatpersonen noch bei Firmen. Die beste Wahl sind hier Wechselmedien und insbesondere Bandsicherungssysteme.
Wechselmedien (CD-ROM, DVD)
Bei den Wechselplatten reicht die Angebotspalette von der 1,44-MByte-Diskette bis hinauf zum magneto-optischen Laufwerk mit 4,6 GByte Speicherplatz. (Wer nun meint, die Angaben seien veraltet, dem sei gesagt, dass man unterscheiden muss zwischen externen Festplatten (USB z.B.) und Wechselfestplatten. Wechselfestplatten sind die Medien, die in einen Schacht eingeschoben werden.)
Wechselmedien erfordern kein spezielles Backup-Programm, sondern erscheinen im System einfach wie eine weitere Festplatte, auf die sich mit den normalen Mitteln des Betriebssystems Dateien kopieren lassen. Dieser scheinbare Vorteil kann jedoch auch ein Nachteil sein, denn damit unterliegen die Daten auf Wechselmedien denselben Risiken wie auf der Festplatte (versehentliche Löschung, Inkonsistenzen im Dateisystem, Virenbefall usw.), zumindest, solange das Medium im Laufwerk liegt.
- Disketten (FD): Wegen ihrer geringen Kapazität (auch als LS 120 mit bis zu 120 MB) und geringen Zuverlässigkeit nicht empfehlenswert.
- CD-ROM (CD)/ DVD: Relativ große Kapazität (640 MB), sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, daher verbreitet
- Durch "BURN-Proof"-Techniken der CD-/DVD-Brenner kommen Schreibfehler fast nicht mehr vor. Die Hersteller garantieren zwar Haltbarkeiten von bis zu 20 Jahren, das ist aber mit Vorsicht zu genießen (Finanzämter gehen von 8 Jahren aus). CD/DVD sind für Backup eine brauchbare Lösung, auf die Lagerung sollte aber viel Wert gelegt werden.
- Magneto-Optische Laufwerke (MO-Laufwerke): Verbinden die Vorteile von Festplatten und CD-Laufwerken: wiederbeschreibbar, schnell einsetzbar, haben sich als sehr stabil erwiesen. Kapazitäten von mehreren Gigabytes (beidseitig verwendbar). Teuer. Ein Laserstrahl erwärmt die Informationsschicht, der Arbeitsbereich wird dann durch ein Magnetfeld gelöscht, ein Magnetfeld trägt schließlich die Daten auf. Für unterschiedliche Schnittstellen erhältlich, am verbreitetsten der SCSI Anschluss.
- Festplatten (HDD) sind unsichere Datenträger (Datenverlust durch Ausfall!). Mit Techniken wie RAID können auch Festplatten zur Sicherung eingesetzt werden. Vorteil von Wechselplatten: sehr schneller Datenzugriff, billig, auch Hot-Plug-Lösungen. HDD-Lösungen meist als eigenständige Systeme, also als eigener Rechner in eigenem Raum, auf dem nur die Daten als Kopie abgelegt werden (Backup-Server). Schnittstellen: SCSI und vermehrt Fibre-Channel.
Bandsicherungssysteme (DAT, Streamer)
Das klassische Backup-Medium ist nach wie vor das Magnetband. Bänder bieten auch heute noch das beste Verhältnis von Kapazität zu Medienpreis. Gleichzeitig sind sie aber auch am umständlichsten in der Handhabung. Sie eignen sich am besten dafür, große Datenmengen sequenziell zu schreiben oder zu lesen.
Für den direkten Zugriff auf einzelne Dateien und für die Ablage von Dateien darauf in einem Dateisystem wie auf Fest- oder Wechselplatten sind Streamer schlecht geeignet, da sie das Band dazu erst an die richtige Stelle spulen müssen. Wie lange das im Einzelfall dauert, hängt von der zugrundeliegenden Technologie ab. Obwohl es Produkte für einen solchen "Direktzugriff" gibt, ist ihr Einsatz wegen der langen Wartezeiten nur bedingt sinnvoll.
Während Zugriffszeiten von Travan-Streamern im Minutenbereich liegen, sind DAT-Laufwerke deutlich schneller. Mehrere Sekunden Suchzeit fallen aber auf jeden Fall an - kein Vergleich mit Wechselplattenlaufwerken aller Art, deren Zugriffszeiten deutlich unter einer Sekunde liegen.
Üblicherweise spricht man Streamer daher über spezielle Backup-Programme an, die die Daten darauf in einem jeweils eigenen Format ablegen. Ein einheitliches Aufzeichnungsformat hat sich dabei nicht durchgesetzt - Backup-Programme verschiedener Hersteller können normalerweise die von anderen Programmen beschriebenen Bänder nicht lesen.
Bei Bandsicherungen sollten einige Dinge beachtet werden: So ist auf jedes Band nur ein Job zu speichern. Auch Bänder müssen regelmäßig kontrolliert und auf neue Bänder überspielt werden, da sie sich im Laufe der Zeit entmagnetisieren. Bei sehr langen Archivierungszeiträumen muss man sicherstellen, dass auch noch Laufwerke existieren, die sie lesen können. Eine maximale Laufzeit der Bänder ist zu dokumentieren. Je nach verwendetem System sind auch Reinigungsbänder einzusetzen.
- DAT-Laufwerke (DAT): Digital Audio Tape: basiert auf 3.5"-Laufwerken (auch als 4mm Technologie bekannt). Kapazität: 2 - 40 GB. Zeichnen die Daten mittels Schrägspurverfahren (Helical Scan) auf. Preiswert. Sehr verbreitet. Eingeschränkte Lagerdauer, die Anforderungen an die Aufbewahrung daher sehr hoch.
- Standard Streamer (STREAMER): Magnetbandlaufwerk zur Archivierung und Wiederherstellung von Daten. Daten werden sequenziell, d.h. von vorne nach hinten, auf den Datenträger geschrieben. Suchvorgänge nehmen daher Zeit in Anspruch. Kostengünstige SCSI-Streamer für Datenaufkommen bis zu 20 GB. Das abgebildete TRAVAN NS 8 sichert 4 GB bei einer Transferrate von 36 MB/min. und hat eine Kapazität von 10 GB bei 70 MB/min. Die meisten Streamer erreichen bei eingesetzter Hardware-Datenkompression doppelte Kapazität und Transferrate.
- VXA-Laufwerke (VXA): Neue Technologie. Standardmäßig 5¼"-Geräte, mit SCSI 2 Schnittstelle. Der abgebildete Streamer verfügt über 12/24 - 33/66 GB Kapazität. Daten werden im DPF (Discrete Packet Format), in kleinen Paketen, auf das Band geschrieben: dadurch gute Performance. Mit variabler Geschwindigkeit VSO (Variable Speed Operation) passt sich das eingelegte Medium dem eingehenden Datenzufluss an. Overscan Funktionen (OSO) erfassen alle Datenpakete beim Restore. Verzögerungen und Fehler beim Schreiben und Lesen werden dadurch weitgehend vermieden. Geeignet für kleine und mittlere Datenaufkommen.
- Tape-Subsystem: Erlaubt den modularen Aufbau eines Bandsicherungs-Systems mit verschiedenen Kapazitäten, Anschlussarten und internen Bussystemen.
(Mitautor: Klaus Lohmann)
