Jeder Gartenbesitzer freut sich über blühende Blumen und reifes Obst als Lohn seiner Arbeit. Doch ohne Insekten, allen voran die Honigbiene wird es Nichts mit der Ernte, denn die Voraussetzung für Früchte und Samen ist die Blütenbestäubung. Hierin sind die Bienen Weltmeister. Ein einziges Volk verbraucht zur Versorgung der Bienenbrut 35 kg Blütenstaub. Um diesen Pollen zu sammeln, müssen unzählige Pflanzen besucht werden, wobei die Blüten befruchtet werden. Genauso wie Hummeln benötigen Bienen ein ununterbrochenes Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer hinein. Treten sogenannte Trachtlücken auf, stellt die Königin die Eilage ein und es mangelt an Nachwuchs, bis neue Blüten wieder Nektar und Pollen liefern können. In vielen Bereichen unserer kultivierten Landschaft weist dieses Trachtfließband Lücken auf. Ein bienenfreundlicher Garten ist somit ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz und abwechslungsreich, denn das ganze Jahr über blüht es an allen Ecken und Enden.

Bienenpflanzen für das Frühjahr

Als Bienenpflanzen werden Gehölze und Stauden bezeichnet, die den Bienen als Trachtquelle dienen, von denen also Nektar oder Pollen gesammelt werden.

  • Folgende Stauden und Zwiebelblumen liefern die erste Nahrung: Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Scilla, Traubenhyazinthe, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Blaukissen, Silberwurz, Steinkraut, Vergissmeinnicht, Maiglöckchen, Gemswurz und Goldnessel.
  • Frühblühende Sträucher sind: Schneeheide, Haselnuss, Kornelkirsche, Weide, Schlehe, Blut-, Gold- und Alpenjohannisbeere, Mahonie, Japanische Quitte, Weißdorn, Hartriegel, Mehlbeere, Stechpalme, Berberitze, Felsenbirne, Weigelie und alle Beerensträucher.
  • Bäume für die erste Honigernte sind: Weiden, Kornelkirsche, alle Ahornarten, Traubenkirsche, Eberesche und natürlich alle Obstbäume.

Sommerblühende Pflanzen für aromatischen Imkerhonig

Jetzt ist der Tisch für Bienen meist ausreichend gedeckt und sie tragen soviel leckeren Honig ein, dass für den Menschen etwas übrig bleibt. Trotzdem sollten sie ihren Garten auch für diese Jahreszeit bienenfreundlich gestalten, damit Wildbienen und Hummeln immer Zugang zu Nektar und Pollen haben.

  • Jetzt blühen zahlreiche Sommerblumen wie: Goldmohn, Reseda, Cosmea, Himmelsleiter, Beinwell, Katzenminze, Malven, Gamander, Zierlauch, Phacelia als Gründüngung, Tagetes, Kornblumen, Sommerazaleen, Schönmalve, Sonnenblume und Senf als Gründüngung.
  • Bei den Stauden blühen nun: Fetthenne-Arten, Salbei, Ziermohn, die meisten Gewürzkräuter wie Salbei, Löwenschwanz, Thymian, Lavendel, Ysop, Schnittlauch, Borretsch und Weinraute. Außerdem Kugeldistel, Mädchenauge, Indianernessel, Sonnenbraut, Sonnenhut, Kokardenblume, Dost, Wasserdost und Weberkarde.
  • Zu dieser Jahreszeit blühen folgende Sträucher: Fingerstrauch, Falscher Jasmin, Rosenhortensie, Kletterhortensie, ungefüllte Rosen und alle Wildrosenvarianten, Clematis, Wilder Wein, Liguster, Kolkwitzie, Bartblume, Heckenkirsche, Schneebeere, Roseneibisch und Felsenmispel
  • Von blühenden Bäumen kann der meiste Nektar eingetragen werden: Kastanien, Robinie (Falsche Akazie), Sommerlinde, Winterlinde, Trompetenbaum und der Bienenbaum, Euodia hupehensis eignen sich für größere Gärten und Einzelstellungen.

Honigbienen benötigen Spätsommer- und Herbstblüher

Nun wird das Nahrungsangebot geringer und das Wetter schlechter. Die Bienen können nicht mehr so häufig ausfliegen. Um so wichtiger sind blühende Pflanzen, die viel Pollen produzieren und so die Eiweißversorgung der Bienenvölker sichern. Alle ungefüllten Dahlien können beflogen werden. Außerdem Astern, Tagetes, Phacelia, Sonnenbraut, Herbstanemone, Topinambur, Zitronenmelisse, Boretsch, Wasserdost, Goldrute, Besenheide und Efeu.

Auch mit der Anlage einer Blumenwiese deckt man nicht nur für Bienen den Tisch.

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Bildnachweise: Wildbiene auf Futtersuche © Rolf-Handke / Pixelio.de

Je länger je lieber, Biene auf Geranie © Hanspeter-Bolliger / Pixelio.de

Honigbiene im Anflug © Thomas-Werner / Pixelio.de