
- Bambi für Jane Goodall - Hubert Burda Media
Die erste Preisträgerin bei der großen Bambi-Verleihung am 11. November 2010 ist ein Superstar. Das war nicht anders zu erwarten. Aber was für einer! Sie ist 76 Jahre alt und hat graues Haar, das sie immer zu einem Pferdeschwanz bindet. Sie ist nicht geschminkt und fühlt sich in bequemer Kleidung deutlich wohler als in Abendroben. Sie machte keine Schlagzeilen mit Klatsch-Geschichten sondern mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Sie ist lieber im Urwald unterwegs als auf dem roten Teppich: Sie heißt Jane Goodall.
Sie hat von Schimpansen-Müttern gelernt
Jane Goodall war die erste Verhaltensforscherin, die zu den Tieren in den Dschungel ging und die "ihren" Affen keine Nummern, sondern Namen gab. Sie kam den Schimpansen mit ihrer Feldforschung so nah wie niemand sonst und sie entdeckte auf ihre ganz eigene Art vieles als Erste. Zum Beispiel, dass Schimpansen Werkzeuge herstellen, dass sie sich nicht nur von Pflanzen ernähren, sondern auf die Jagd gehen und Fleisch fressen. Dass sie heftig miteinander kommunizieren und gute Mütter sind. "Ich habe mir bei der Erziehung meines Sohnes einiges von ihnen abgeguckt", sagt sie.
Ihren Auftritt beginnt sie mit Schimpansenkreischen
Warum der Bambi für sie wichtig ist? Die britische Verhaltensforscherin gründetet 1977 das "Jane Goodall Institute for Wildlife Research". Inzwischen hat sie mit ihrer Organisation auf der ganzen Welt Büros aufgebaut. Und inzwischen ist sie vor allem für den Tierschutz unterwegs. Unermüdlich.
"Seit 1986 bin ich nirgends länger als drei Wochen an einem Ort. Manchmal muss ich mir beim Aufwachen erst überlegen, wo ich bin. Es fällt mir oft schwer zu schlafen, weil ich immer versuche, zu viele Dinge zu tun. Immer wieder verfolgen mich schreckliche Bilder in dieser Welt, so auch die verzweifelten Blicke von Schimpansen in Ketten oder in Versuchlabors. Ich sehe Schimpansen vor mir, die in winzigen Gefängnissen stecken, obwohl sie kein Verbrechen begangen haben. Wer das einmal gesehen hat, kann es nie mehr vergessen." Und eigentlich haben wir es wahrscheinlich alle schon einmal gesehen: In den Zoos auf dieser Welt. Jane Goodall will Schimpansen-Leben retten. Deshalb ist sie auch auf roten Teppichen unterwegs. Sie braucht Geld. Ihre Auftritte bei Spenden-Galas eröffnete sie übrigens immer mit einem lauten Schimpansenkreischen. Vielleicht wird sie es am 11. November wieder tun. Als Dank und als Antwort auf die Begründung der Jury.
Sie kämpft, damit die Natur auch morgen noch für uns da ist
Die Jury sagt: "'Die Hoffnung auf eine bessere Welt dürfen wir nie aufgeben!' Das ist die Botschaft von Jane Goodall und sie wird von immer mehr Menschen verstanden. Berühmt geworden als Primatenforschrin ist Goodall heute die international bedeutendste Kämpferin für Umwelt- und Artenschutz. Dafür ist sie mehr als 300 Tage im Jahr weltweit unterwegs und fordert uns alle täglich auf, respektvoll mit der Natur um zu gehen, damit sie auch morgen noch für uns da sein möge."
