Obwohl die meisten Bambussorten holzartige Halme haben und hoch werden können wie ein Baum, gehört Bambus zur Familie der Gräser. Die oft starke Ausbreitung erfolgt unterirdisch durch sogenannte Rhizome. Trotz ihrer teilweise extremen Wüchsigkeit lassen sich viele Sorten auch sehr gut im Kübel oder Pflanztrog kultivieren. So schafft man sich leicht einen wintergrünen Sichtschutz für Dachterrasse oder Balkon mit asiatischem Flair.
Geeignete Bambussorten für die Kultur im Kübel
Für die Topfkultur eignen sich vor allen Dingen die horstbildenden Bambusarten, die nicht zu stark wuchern und nicht zu hoch werden. Fargesia murielae ist gut für die Kübelkultur geeignet und wird etwa 3 bis 4 m hoch, die Sorte „Simba“ sogar nur bis zu 2,5 m. Fargesia robusta wächst dicht und aufrecht bis zu 4 m hoch. Von den Phyllostachys-Sorten eignen sich vor allem „Aurea“ und „Nigra“ für Pflanzgefäße. Die Sorte „Aurea“ hat goldgelbe Halme, die bis zu 4 m hoch werden können. Die Halme der dekorativen Sorte „Nigra“ verfärben sich mit der Zeit schwarz und können bis zu 6 m Höhe erreichen. Der Buschbambus (Pleioblastus) wird nur 30 bis 100 cm hoch. Er wird nicht wegen der Halme sondern wegen des üppigen Blattschmuckes kultiviert. Die Blattfarben reichen von dunkelgrün bis zu hellgrün-gelb gestreift (Pleioblastus viridi striatus). Der Pfeilbambus (Pseudosasa japonica) ist mit seinem buschartigen Wuchs ebenfalls ein guter Sichtschutz. Er kann bis zu 4 Metern hoch werden und ist sehr frosthart.
Auswahl eines geeigneten Gefäßes und Einsetzen der Bambuspflanze
Da Bambus im Topf überwintern kann, sollte das Pflanzgefäß frosthart sein. Der Kübel sollte ausreichend groß bemessen sein mit einer deutlich größeren Zugabe als bei anderen Topfpflanzen. Bambus wächst schnell und nutzt den Platz schnell aus. Das Pflanzloch mit einer Tonscherbe abdecken und dann eine etwa 10 cm hohe Drainageschicht, zum Beispiel aus Styroporstücken, einfüllen. Gute Pflanzenerde oder spezielles Kübelpflanzensubstrat einfüllen. Die Bambuspflanze einsetzen und mit Substrat auffüllen. Dabei mindestens 3 cm Gießrand lassen und kräftig angießen. Vorteilhaft und dekorativ ist das Aufbringen einer Mulchschicht, zum Beispiel aus Kies. So trocknet das Substrat langsamer aus.
Pflege von Bambus im Kübel
Bambus wächst relativ stark und hat ein dichtes Blattwerk. Daher ist die Pflanze auf eine regelmäßige Versorgung mit Wasser und Dünger angewiesen. Die Erde im Kübel ist mit der Zeit durchwurzelt und erschöpft. Daher sollte die Bambuspflanze etwa alle 2 bis 3 Jahre umgetopft oder geteilt und in frisches Substrat gesetzt werden. Spätestens, wenn die Pflanze trotz reichlichen Gießens schnell wieder die Blätter einrollt, muss umgetopft und geteilt werden. Dazu den Wurzelballen aus dem Topf nehmen. Die unteren 5 bis 10 cm des Ballens entfernen. Da Bambusrhizome sehr hart sind, ist hierfür eine stabile Säge notwendig. Jetzt den Ballen mit der Säge vierteln. Den Pflanzkübel gut reinigen und mit frischer Drainageschicht und Blumenerde befüllen. Ein Bambus-Teilstück auswählen und neu einsetzen. Dabei den früheren Außenrand, also nicht die beim Sägen entstandenen Flächen, in die Topfmitte bringen. Von hier aus setzt die Pflanze zu neuem Wachstum an und hat dann viel Platz in dem neuen Substrat.
Überwintern von Bambus im Kübel
Die angegebenen Bambussorten sind zwar an sich frosthart. Die Wurzeln sind im frei stehenden Kübel aber stärker der Kälte ausgesetzt als im Freiland. Am besten wird der Kübel im Winter auf eine Styroporplatte gestellt und mit Noppenfolie umwickelt. Schöner sieht es aus, wenn außen herum noch eine Schicht Jutegewebe (Baumarkt) gewickelt wird. Da Bambus wintergrün ist, verliert die Pflanze weiterhin Wasser über die Blätter. Wenn Kübelbambus über Winter eingeht, liegt es meist an Trockenheit und nicht an der Kälte. An frostfreien Tagen also unbedingt gießen. Wenn möglich, sollte der Kübel an einen windgeschützten, aber hellen Platz gestellt werden. Starker Wind lässt die Pflanze nur noch schneller austrocknen.
