Die Banane zählte vermutlich zu den ersten Früchten, die der Mensch kultivierte. Einer der Gründe dafür liegt wahrscheinlich an den gesunden Inhaltsstoffen der Frucht. Neben Kohlehydraten, Ballaststoffen, Kalium, Magnesium, enthält die Banane Vitamin B6 und Folsäure. Die Frucht sorgt für ein schnelles Sättigungsgefühl und versorgt den Körper mit lang anhaltender Energie. Bereits im Koran findet die Musa paradisiaca, welches der botanische Name für Banane ist, Erwähnung. Im 16. Jahrhundert wurde die Banane von einem spanischen Mönch in das Abendland gebracht, wo sie ihren Siegeszug begann. Heute werden in 15 Ländern pro Jahr 42 Millionen Tonnen Bananen auf zwei Millionen Hektar Land angebaut. Dabei wird sehr viel Abfall erzeugt. Plastikplanen und –schnüre, beschädigte Bananen, die nicht verkauft werden können und die Stämme der Pflanzen, die nicht verrotten, haben eine fatale Auswirkung auf das Ökosystem. Unternehmer und Ingenieure basteln nun an sinnvollen Recycling-Strategien, um die Öko-Bilanz wieder aufzubessern.

Bananen als Grundmaterial für Briketts

In etlichen Entwicklungsländern verursacht das Sammeln von Brennholz einen immensen ökologischen Schaden. Um an Brennholz zu gelangen, werden ganze Wälder abgeholzt und nicht wieder aufgeforstet. Abgesehen davon kostet die Suche nach dem wertvollen Holz auch viel Zeit, unter Umständen auf Kosten der Bildung. In Afrika beispielsweise kümmern sich traditionell die Frauen um das Sammeln des Holzes. Nicht selten sind sie bis zu fünf Stunden täglich mit der Suche beschäftigt. Mädchen wird dadurch oftmals der Schulbesuch verwehrt, sie sind als Hilfe unverzichtbar. Im Jahre 2009 haben Forscher der University of Nottingham nun herausgefunden, wie aus Bananenabfällen Heizbriketts entstehen können. Bananenschalen, -blätter, getrocknete Bananenstämme und verdorbene Früchte werden zu einem Brei verrührt. Dann wird die Paste in Brikettform gepresst und in der Sonne getrocknet. Etliche Versuche haben bewiesen, dass die Briketts als Heizmaterial sehr gut funktionieren. Wälder und menschliche Ressourcen können nachhaltig geschont werden.

Bananen verwandeln sich in Biogas

Auch die Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. kümmert sich unter anderem um die Belange der afrikanischen Bevölkerung. Am 17.1.2012 wurde sie für ihr Projekt “Biogas Support für Tanzania (BiogaST)“ mit dem Innovationspreis des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet. Die Ingenieure richteten ihr Hauptaugenmerk auf den Nordwesten Tansanias. Auch hier werden für Brennholz Wälder gerodet. Starke Erosion als Ergebnis sorgt für zunehmend größere Ernteeinbußen. Die ländliche Bevölkerung in der Region Kagera lebt in erster Linie von der Landwirtschaft, der Boden muss also dringend erhalten bleiben. Ingenieure ohne Grenzen e.V. entwickelte Kleinst-Biogasanlagen, die Ernteabfälle in brennbares Gas umwandeln. Ein wichtiger Grundstoff für den Vergärungsprozess stellen auch hier die nach der Ernte nicht mehr benötigten Bananenstämme dar. Die Hilfsorganisation plant, die neuen Biogas-Anlagen gemeinsam mit der Organisation „MAVUNO Project“ vor Ort zu etablieren. Neben dem positiven ökologischen Ergebnis, dass durch die Biogasanlagen thermische Energie gewonnen wird, entstehen zusätzlich etliche Arbeitsplätze. Lokale Fachkräfte sollen sich zukünftig um Fertigung und Wartung der Anlagen kümmern, erste Schulungen haben bereits begonnen.

Bananenpapier auf der Basis von Bananenresten

In Costa Rica werden bereits seit 1992 baum- und säurefreie Papierprodukte hergestellt. Der Kaffee- und Bananenexport stellt für das Land die Haupteinkommensquelle dar. Dementsprechend gibt es unzählige Bananen- und Kaffeeplantagen, die allerdings auch etliche Tonnen an Abfällen produzieren. Die Stämme der Bananen besitzen fünf Prozent der für die Papierherstellung brauchbaren Fasern. Die Abfälle der Kaffeepflanzen können komplett genutzt werden. Zusammen mit den Blättern von Tabakpflanzen bieten diese Materialien die Basis für das hochwertige Bananenpapier. Nachdem die Bioabfälle gewaschen und zermahlen worden sind, werden noch Papierreste von Büroabfällen oder Zeitungen beigemischt. Nachdem die Mischung gefiltert wurde, wird sie getrocknet. Während des gesamten Prozesses wird auf Chemikalien oder Säuren verzichtet. Die Herstellung des Papiers liefert einen wertvollen Öko-Beitrag. Nicht nur das Recyceln der Bioabfälle spielt dabei eine Rolle, sondern auch die Altpapierverwertung und Arbeitsplatzbeschaffung. Costa Rica ist nicht an das duale System angeschlossen, kostbare Papierabfälle werden einfach verbrannt. Und Arbeitsplätze entstehen dadurch, dass Sammler das Altpapier beschaffen müssen, ohne das kein Bananenpapier hergestellt werden könnte.

Bananen reinigen verschmutztes Wasser

Abwasser von Bergminen, Industrieanlagen und Tierfarmen sind häufig verseucht mit Schwermetallen, wie Kupfer und Blei. Gelangen die Metalle ungefiltert in Flüsse oder Seen bedrohen sie die Gesundheit von Mensch und Tier. Ein Herausfiltern der Schadstoffe ist allerdings teuer, und teilweise sind die dafür verwendeten Substanzen sogar giftig. Das Team um den brasilianischen Biochemiker Gustavo Castro forscht bereits seit einiger Zeit an natürlichen Wasserfiltern. Im Jahre 2011 fand nun endlich der Durchbruch statt. Castro konnte nachweisen, dass zerhackte Bananenschalen in sehr kurzer Zeit Blei und Kupfer aus verschmutztem Flusswasser abzogen. In besonderen Geräten aufbewahrt, kann jede Schale 11 Mal zur Reinigung genutzt werden, die Metall bindende Fähigkeit bleibt bis zum Schluss unverändert gut erhalten. Für 100 Liter gereinigtes Wasser benötigt man allerdings mindestens fünf Kilogramm Bananen-Schalen. Daher kann dieses Verfahren nur in Ländern eingesetzt werden, in denen Bananen auch in großem Umfang angebaut werden.

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