"Band of Brothers": Kriegsserie von Tom Hanks & Steven Spielberg

Die Serie Band of Brothers - Wir waren wie Brüder - HBO
Die Serie Band of Brothers - Wir waren wie Brüder - HBO
Die 10-teilige HBO-Miniserie "Band of Brothers - Wir waren wie Brüder" von 2001 war aufwändig produziert und hochgelobt. "The Pacific" ist der Nachfolger.

Die zehnteilige Kriegsserie "Band of Brothers – Wir waren wie Brüder" wurde 2001 von den großen Namen Tom Hanks und Steven Spielberg für den amerikanischen Pay-TV-Sender HBO produziert – noch in den Nachwehen zu "Der Soldat James Ryan", der 1999 eine Reihe Oscars einheimste und eine scheinbar nie dagewesene Drastik für Bilder des Krieges fand. "Band of Brothers" wirkt denn auch wie eine lange Fernsehversion von Spielbergs Kriegsfilm.

Die Handlung von "Band of Brothers"

"Band of Brothers" erzählt von Ausbildung und Einsatz einer Einheit der sogenannten Easy Company im Zweiten Weltkrieg, einer amerikanischen Fallschirmtruppe, die am D-Day in der Normandie landen und sich bis zu einer Besetzung von Hitlers Hauptquartier in Berchtesgaden vorarbeiten – natürlich nicht ohne menschliche Verluste. Die Handlung basiert auf den wahren Geschehnissen der Easy Company und der Authentizität halber sind in jeder Folge aktuelle Aufnahmen der tatsächlichen überlebenden Veteranen dieser Einheit eingestreut, die den fiktiven Bildern eine rechte Ernsthaftigkeit verleihen wollen.

Szenen des friedlichen Zusammenseins der Soldaten wechseln sich mit unübersichtlichen Kämpfen und Schusswechseln ab. Wie erwartet sind die Bilder dabei in gedeckten Farben gehalten, in harmonierenden, an Matsch und Dreck erinnernden Braun- und Grautönen, in denen bestenfalls ein mattes Grün zu finden ist, wodurch allerdings eine gewisse distanzierende Ästhetik geschaffen wird. Auf drastische Bilder wie abgeschossene Gliedmaßen wird aber nicht verzichtet, wodurch eine Episode gar eine FSK 18-Kennzeichnung erhielt. Auf DVD sind zwei Versionen der Serie erhältlich, ab 16 oder 18 freigegeben.

Die Figuren und Darsteller in "Band of Brothers"

Wie für Kriegserzählungen üblich treffen wir auf ein breites Figurenensemble, das ständig erweitert und verringert wird und aus einer Reihe heterogener Charaktere besteht. Zwar konzentriert sich jede Folge hauptsächlich auf einen Charakter, die Hauptfigur ist jedoch im Großen und Ganzen Major Winters, der gutmütige, aber ordentliche Anführer der Easy Company-Einheit, gespielt von Damian Lewis, den man heutzutage aus der Serie "Life" kennt. Sein bester Freund ist Captain Lewis Nixon, der mit einem Alkoholproblem kämpft, gespielt von Ron Livingston aus der Serie "Standoff". Captain Ronald Speirs, gespielt von Matthew Settle aus "Gossip Girl" führt die Truppe später ins Feld.

Weitere Darsteller sind das ehemalige New Kids on the Block-Mitglied und Bruder von Mark, Donnie Wahlberg, Neal McDonough aus "Desperate Housewives" und "Medical Investigation", Scott Grimes aus "ER", David Schwimmer aus "Friends" und Michael Fassbender aus "Inglourious Basterds".

"Band of Brothers" ist anspruchsvolle Fernsehunterhaltung auf Kino-Niveau – mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen

"Band of Brothers" ist exzellent gespielt, von einer Reihe vertrauter Gesichter, die größtenteils durch die Serie erst Bekanntheit erlangten. Allerdings fällt es recht schwer, einen Überblick über die Charaktere zu erlangen und zu behalten, aufgrund der Fülle der Figuren und der Unübersichtlichkeit der kriegerischen Geschehnisse, bei denen sich die Soldaten natürlich optisch allzu sehr ähneln. So fällt es auch schwer, dauerhaftes Mitgefühl zu empfinden, wenngleich einzelne Personen, wie die Hauptperson Major Winters äußerst interessant und komplex gezeichnet sind.

Man kann sich nur des Eindrucks nicht erwehren, dass die Serie nach Filmen wie "Platoon", "Full Metal Jacket" und "Der Soldat James Ryan" nichts Neues zum Thema Krieg beizusteuern hat. Sie erzählt eine Geschichte, durchaus sehr differenziert und erfrischend frei von Moralisierungen und Pathos, verfügt über interessante Charaktere, ist stimmig inszeniert, aber hat letztendlich keine Aussage oder Erkenntnis zum Wesen des Krieges, des Soldaten oder im Speziellen des Zweiten Weltkrieges zu bieten. "Band of Brothers" ist anspruchsvolle Fernsehunterhaltung auf Kino-Niveau – ganz wie wir es von HBO kennen – doch reicht sie nicht ganz an einzigartige, tiefgründige Serien wie "Six Feet Under" oder "Carnivàle" heran.

Dennoch wurde die Serie mit Preisen überschüttet. Sie gewann unter anderem sechs Emmys bei 19 Nominierungen, einen Golden Globe für die beste Miniserie, einen Peabody Award und einen American Film Institute Award.

Die Fortsetzung von "Band of Brothers": "The Pacific" bei Kabel 1

Nun wurde eine 200 Millionen Dollar teure und zwei Jahre gedrehte quasi-Fortsetzung produziert – ebenfalls von Tom Hanks und Steven Spielberg für HBO –, die nun in 10 Folgen die Geschehnisse des Pazifikkrieges ins Visier nimmt. Sie basiert auf Memoiren zweier Kriegsveteranen, wird also wieder einzelne Soldaten in den Mittelpunkt stellen, jedoch umrahmt von den Großereignissen der Schlachten um Guadalcanal, Okinawa, Iwo Jima und anderen. Die Hauptfiguren werden gespielt von Joseph Mazzello (der Junge aus "Jurassic Park" und "Vergessene Welt"), James Badge Dale (Nebenrollen in "24" und "The Departed") und Jon Seda (Auftritte in "Law & Order", "Ghost Whisperer", "Close to Home" und "Dr. House").

Anders als sein Vorgänger, der auf RTL2 lief, wird "The Pacific" bei Kabel 1 ausgestrahlt. Am Donnerstag, den 15. Juli 2010, geht es um 22:15 los. Die zehn Episoden sind je etwa eine Stunde lang.