Barack Obama setzt auf Bildung. Das tat er schon im Senat von Illinois, auch als Präsident will er Kleinkinder, Schüler, Studenten und Lehrer fördern.
Bildung, das sei das Wichtigste überhaupt, wie sonst hätte ihr Enkel jemals soweit kommen können? So die Worte einer 85-jährigen Frau. Die alte Dame heißt Sarah Obama, ihr Enkel Barack Obama. Sie bewirtschaftet ein kleines Stück Land in Kenia, ihr Enkel zieht gerade von US-Bundesstaat zu Bundesstaat und kämpft um Wählerstimmen. Für die Demokraten möchte er in das Weiße Haus einziehen, gebildet ist er, er hat einen Jura-Abschluss von Harvard in der Tasche. Dort hatte schon sein kenianischer Vater studiert, einem Stipendium sei Dank. Barack Obama weiß, das Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist.
Das aktuelle Bildungssystem in den USA
- Derzeit, so kritisiert Obama auf seiner Homepage, mangelt es an qualifizierten Lehrern in den Klassenzimmern und diejenigen, die gut sind, sind unterbezahlt.
- Das Niveau in den Schulen ist generell niedrig: sechs Millionen Schüler können nur schlecht lesen, bei einer Vergleichstudie unter 40 Ländern waren 15-jährige US-Schüler nur im Mittelfeld: in den Naturwissenschaften auf dem 19. Platz, in Mathematik auf dem 28. Platz.
- Fast 30 Prozent der College-Studenten müssen im ersten Jahr Nachhilfestunden nehmen um dem Unterricht folgen zu können. Und wenn Studenten das Studium beenden, dann sind sie verschuldet: im Durchschnitt sind es 19.000 US-Dollar, die sie zurückzahlen müssen. Zudem sind die Kosten für ein College in den letzten fünf Jahren um fast 40 Prozent gestiegen.
- Die Quote der High-School-Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, liegt bei 30 Prozent.
- 30 Prozent der Lehrer werfen nach den ersten fünf Berufsjahren das Handtuch.
Frühkindliche Bildung: der „Zero to Five Plan“
- Obamas „null bis fünf“ Plan sieht vor, bereits die Kleinsten zu fördern. Die Kinderbetreuung soll qualitativ besser werden, denn jeder Dollar, der in hochwertige frühkindliche Ausbildung investiert wird, bringt dem Staat später 7 bis 10 US-Dollar zurück: Aus gut ausgebildeten Kindern werden erfolgreiche Erwachsene, die weder von Kriminalität noch von Sozialhilfe leben müssen.
- Für die Größeren plant er eine allgemeine Vorschule auf freiwilliger Basis, sie soll in allen amerikanischen Bundesstaaten eingeführt werden. Eine finanzielle Förderung, die „Early Learning Challenge Grants“, soll die Bundeststaaten zur Umsetzung des Plans motivieren.
Vom Kindergarten bis zum 12. Schuljahr: Der „K-12“ Plan
- Reformieren möchte Obama auch das 2002 von George W. Bush eingeführte Bildungsgesetz „No Child Left Behind“ (NCLB). Das "Kein Kind bleibt zurück"-Gesetz soll die Qualität der öffentlichen Schulen verbessern, ob dem auch so ist, das überprüfen Leistungstests: Sie belohnen die guten und bestrafen die schlechten. Vom Bestrafen hält Obama nicht viel, er setzt auf Förderung, um aus den schlechten Schulen gute zu machen.
- Weiter sieht der K-12 Plan vor, Mathematik und Naturwissenschaften zu fördern: Absolventen dieser Studienrichtungen sollen als Lehrer rekrutiert werden.
- Die hohe Zahl der Schulabbrecher, die dropout rate, soll durch verstärkte Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern vermindert werden.
- Partnerschaften zwischen Schulen und Gemeinden sollen benachteiligte Kinder unterstützen: Sie sollen in den Schulferien entsprechende Programme anbieten.
Mehr Geld für Lehrer
- Stipendien sollen angehenden Lehrern ihr Studium erleichtern, bereits ausgebildete Lehrer können mit Hilfe eines zweijährigen Stipendiums Zusatzqualifikationen erwerben.
- Lehrern, die erstmals ihren Beruf ausüben, sollen erfahrene Kollegen zur Seite gestellt werden – und diese sollen dafür eine Gehaltserhöhung bekommen.
- Besser entlohnt werden sollen auch Lehrer, die in Gegenden mit Lehrermangel unterrichten.
Höhere Bildung für jeden
- Jeder Amerikaner, so Obama, soll sich eine College-Ausbildung leisten können. Ein „American Opportunity Tax Credit“ in der Höhe von 4.000 US-Dollar jährlich soll das ermöglichen. Diese Summe deckt etwa zwei Drittel der Schulgebühren ab, die ein durchschnittliches College oder eine durchschnittliche Universität verlangen.
- Auch der Zugang zu Stipendien soll vereinfacht und die Höhe der Stipendien angehoben werden.
- Viele High-School Abgänger studieren nicht, weil sie im Abschlussjahr feststellen, dass sie nicht das wissen, was von einem zukünftigen Studenten erwartet wird. Nach Obama sollen Schüler bereits zwei Jahre vor dem Schulabschluss auf freiwilliger Basis ihr Wissen überprüfen können. Wissenslücken können so bis zum Schulabschluss noch gefüllt werden.
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