
- Barneys Version - Filmplakat - Universal
Mehrfach verheiratet, mit Alkoholproblemen und auch sonst allerhand Komplikationen im Leben, schlägt sich Barney durch. Paul Giamatti verkörpert den schwierigen Charakter mit Perfektion. "Barney´s Version" läuft ab 14. Juli 2011 in Deutschland im Kino.
"Barney´s Version" - Die Handlung des Dramas mit Paul Giamatti
Der Tod seinen besten Freundes Boogie (Scott Speedman) beschäftigt Barney Panofsky (Paul Giamatti) enorm. Besonders, weil es sich um einen Mord gehandelt haben und Barney der Mörder sein soll. 30 Jahre ist der vermeintliche Mord her. Der jetzige Fund der Leiche bringt ihn dazu, über sein Leben nachzudenken, soweit ihm die unter anderem von Alkohol verursachten Erinnerungslücken ermöglichen. Barney blickt zurück auf diverse Ehen und allerhand sonstige Verwicklungen.
Paul Giamatti in Hochform - das Drama "Barney´s Version"
"Barney´s Version" liefert in erster Linie eins: eine Bühne für Paul Giamatti. Der Independent-Kultstar porträtiert den schwierigen Charakter des Barney Patnofsky höchst unterhaltsam und glaubhaft. Einerseits bekommt der Zuschauer Mitleid mit der Hauptfigur, andererseits möchte dieser ihn schütteln, weil er sich so dämlich verhält. Niemals jedoch lässt einen das Geschehen kalt, was nicht nur an Giamatti liegt, sondern auch am schönen, ruhig gehaltenen, durchdachten Drehbuch von Michael Konyves, der nach einigen unbekannten TV-Filmen sein erster Kinofilm-Skript vorlegt. "Barney´s Version" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Mordecai Richler aus dem Jahr 1997. Der von 1931 bis 2001 lebende Kanadier verfasste unter anderem auch die Vorlage zu "Dick und Jane" (2005) und erhielt selbst eine Oscar-Nominierung für seine Mitarbeit am Drehbuch zu "Duddy will hoch hinaus" (1974 mit Richard Dreyfuss), für das er im Vorfeld auch die Vorlage schrieb. Regisseur Richard J. Lewis schafft mit seinem Kino-Erstlingswerk gleich einen großen Wurf. Nach allerhand Serien-Episoden, darunter 44 Folgen "CSI" (2000-2009) sowie TV-Filmen wie "Mein Partner mit der kalten Schnauze 3" (2002) legt er mit "Barney´s Version" erst seinen zweiten Kinofilm nach "Whale Music" (1994) vor. Für die Verwandlung von Barney in jeweils frühere Ausgaben seiner selbst in den verschiedenen Rückblicken über Jahrzehnte hinweg erhielt Adrien Morot ("Source Code", "Die Mumie 3", "Nachts im Museum 1+2") eine Oscar-Nominierung für das beste Make-Up.
Paul Giamatti - Oscar-Gewinner und Independent-Star
Hauptdarsteller Paul Giamatti geht in seiner Rolle als Barney Patnofsky genau so auf wie in allen vorherigen Rollen auch. Nicht zu Unrecht wurde er bisher bereits für den Oscar ("Das Comeback", 2005) sowie vier Mal für den Golden Globe nominiert. Ging er für "Das Comeback" und "Sideways" (2004) leer aus, erhielt er den Globe für seine Rollen in der Mini-Serie "John Adams" (2008) sowie zuletzt für "Barney´s Version". Giamatti glänzte zudem bereits 2003 in der Comic-Verfilmung "American Splendor". Früh festgelegt auf introvertierte Typen ohne viel Erfolg in Beruf und bei Frauen, zeigte Giamatti seine härtere Seite zuletzt in "Shoot ´Em Up" (2007) und "Hangover 2" (2011), ehe er demnächst in "Win Win" (2011) erneut in ruhiger Rolle zu sehen ist.
Dustin Hoffman, Scott Speedman und Co. - Die Nebendarsteller in "Barney´s Version"
"Barney´s Version" ist bis in die Nebenrollen klasse besetzt. Dies gilt beispielsweise für den zweifachen Oscar- und sechsfachen Golden-Globe-Preisträger Dustin Hoffman ("Kramer gegen Kramer", "Rain Man", "Die Reifeprüfung", "Hook"), der Barneys Vater Izzy spielt. Barneys bester Freund Boogie wird dargestellt von Scott Speedman. Nach der TV-Serie "Felicity" (1998-2002) hatte Speedman seine größten Auftritte in "Underworld" (2003) und dem Sequel "Underworld: Evolution" (2006). Unterhaltsam unterschiedlich sind auch die drei Ehefrauen, die Barney im Lauf seines Lebens hatte: Die Kanadierin Rachelle Lefevre mimt seine erste Frau Clara. Lefevre spielte die Victoria in "Twilight" (2008) und "New Moon" (2009), gab den Part für den dritten Teil der Vampirsaga, "Eclipse", jedoch an Bryce Dallas Howard ab, um für "Barney´s Version" frei zu sein. Köstlich ist Ehefrau Nr. 2, die von Minnie Driver verkörpert wird. Allein ihr Abgang aus dem gemeinsamen Haus und der Ehe ist das Eintrittsgeld für den Film wert. Driver, die als Sängerin begann, hatte ihren ersten großen Filmauftritt im James-Bond-Streifen "GoldenEye" (1995). Sie glänzte auch in "Sleepers" (1996) und "Good Will Hunting" (1997), spielte in "Grosse Pointe Blank" (1997), "Owning Mahowny"(2003) und "Das Phantom der Oper" (2004). Außerdem bekam Driver Nominierungen für den Oscar ("Good Will Hunting") sowie für den Golden Globe (TV-Serie "The Riches", 2007). Die dritte Frau, Miriam Grant-Panofsky, wird von Rosamund Pike gespielt, einem weiteren Ex-Bond-Girl (als Miranda Frost in "Stirb an einem anderen Tag", 2002). Die Engländerin Pike war ansonsten eher in kleineren Rollen bzw. Filmen zu sehen, darunter "Stolz & Vorurteil" und "Surrogates". Demnächst ist sie in den Sequels "Johnny English 2" (2011) und "Kampf der Titanen 2" (2012) zu sehen.
Fazit zur Kritik - Drama "Barney´s Version" mit Paul Giamatti
Fein und sensibel, dramatisch und lustig, gefühlvoll und vor allen Dingen grandios gespielt. Paul Giamatti legt eine erneute Glanzleistung ab und wird unterstützt von wunderbaren Darstellungen von unter anderem Dustin Hoffman und Minnie Driver. Eine kleine Filmperle, die aufzeigt, dass Giamatti nur haarscharf an einer Oscar-Nominierung vorbeigeschrammt sein muss.
Filmangaben
Titel: Barney´s Version
Verleih: Universal
Genre: Drama
Land, Jahr: Kanada / Italien, 2010
Regie: Richard J. Lewis
Drehbuch: Michael Konyves
Darsteller: Paul Giamatti (Barney Panofsky), Dustin Hoffman (Izzy Panofsky), Rosamund Pike (Miriam Grant-Panofsky), Minnie Driver (2nd Mrs. P), Rachelle Lefevre (Clara Charnofsky), Scott Speedman (Boogie), Bruce Greenwood (Blair)
Laufzeit: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 14. Juli 2011
