
- Basilikum: lecker und gesund - (c) medienleiter / markus leiter / pixelio.de
Das ursprünglich wohl aus Indien stammende Basilikum (Ocimum basilicum) gelangte über den Mittelmeerraum im 12. Jahrhundert nach Deutschland. Dort ist es unter anderem auch als Deutscher Pfeffer, Königskraut oder Basilienkraut bekannt – und erfreut sich in der Küche großer Beliebtheit. Kenner wissen: Nur frisch kommt sein intensives Aroma so richtig zur Geltung. Wer Basilikum selbst anbauen will, der braucht neben Beet oder Topf nur einen sonnigen Platz.
Basilikum pflanzen
Am Besten zieht man Basilikum ab März auf der Fensterbank vor – falls es später im Garten gedeihen soll in Saatschalen, ansonsten gleich im Blumentopf. Als Lichtkeimer benötigt Basilikum Sonnenlicht, das heißt die Samen nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht andrücken. Die Samen keimen nach ungefähr vier Tagen.
Soll das Basilikum in Töpfen auf der Fensterbank bleiben, sind West- oder Ostfenster optimal: Auf der Südseite kann es im Sommer schnell mal zu heiß werden. Tipp: Tontöpfe speichern Feuchtigkeit und ersparen so manchen Gießgang.
Meist ab Mitte Mai kann man die frostempfindlichen Pflänzchen dann in den Garten setzen. Basilikum benötigt nährstoffreiche Erde und eine windgeschützte Stelle mit viel Sonne. Die Erde auflockern, mit etwas Kompost mischen und in kleinen Gruppen pflanzen. Übrigens: Nicht nur auf dem Teller harmonieren Tomaten und Basilikum, auch im Beet geben sie hervorragende Nachbarn ab.
Basilikum pflegen und ernten
Da Basilikum ein Starkzehrer ist, benötigt es eventuell etwas Dünger. Besonders geeignet ist Brennnesseljauche. Und da das Königskraut auch im Schneckenvolk beliebt ist, sollte man entsprechende Vorkehrungen treffen.
Frische Basilikumblätter und Triebe kann man den ganzen Sommer über bis September ernten. Beginnt der Basilikum allerdings zu blühen, werden die Blätter ledrig und herb im Geschmack.
Deshalb sollte man die Triebspitzen regelmäßig ernten – so wächst Basilikum schön buschig und die Blüte verzögert sich.
Verwendung von Basilikum in Küche und Heilkunde
Basilikum ist ein typischer Bestandteil der italienischen Küche. Es passt hervorragend zu Gerichten mit Tomaten, zu vielen Saucen, Salaten, Pizza und Pasta sowie in Kräuterbutter. Viele Fisch- und Fleischgerichte erhalten durch Basilikum eine besondere Note. Aber auch Omeletts, Hackbraten und Käse können vom Königskraut profitieren. Basilikum harmoniert perfekt mit Knoblauch, kann aber auch sehr gut mit Kräutern wie Thymian, Majoran, Rosmarin, Salbei und Oregano gemischt werden. Da es beim Kochen stark an Aroma verliert, sollten die frischen Blätter erst kurz vor Ende oder nach der Kochzeit zugefügt werden.
Und wie sieht es mit den exotischeren Sorten aus? Thai-Basilikum macht sich gut in der asiatischen Küche, der frische Geschmack von Zitronenbasilikum und Zimtbasilikum in Desserts. Anisbasilikum ist ebenfalls eine beliebte Zutat von Süßspeisen. Roter Basilikum und Strauchbasilikum wiederum eignen sich bestens für Kräutertees.
Basilikum ist jedoch nicht nur wohlschmeckend und vielseitig, sondern auch gesund. Es enthält an Wirkstoffen vor allem ätherische Ölen wie Linalool und Estragol, Gerbstoffe und Flavonoide. Basilikum hilft gegen einen nervösen Magen, ist leicht verdauungsfördernd und krampflösend. Daneben sagt man ihm eine positive Wirkung bei Schlafstörungen und Entzündungen nach.
Basilikum trocknen
Wer einen Vorrat für den Winter anlegen will, der hat viele Möglichkeiten. Basilikum lässt sich beispielsweise gut trocknen oder einfrieren. Zum Trocknen bindet man es zu Sträußen zusammen und hängt diese kopfüber im Schatten auf. Neben Wärme und Trockenheit ist eine gute Luftzufuhr wichtig – geeignet sind Speicher, Schuppen oder Gartenhaus. Optimal ist eine Temperatur von ca. 30 Grad.
Nach einigen Tagen sind die Blätter trocken, sie rascheln bei Berührung. Nun kann man sie von den Stielen abstreifen und lagern. Als Vorratsbehälter eignen sich luftdichte Schraubgläser oder Dosen. Falls man durchsichtige Gläser verwendet, diese unbedingt dunkel lagern – Sonnenlicht zerstört die Inhaltsstoffe.
Einfrieren von Basilikum
Beim Trocknen geht allerdings viel des ursprünglichen Aromas verloren. Eine Alternative ist das Einfrieren: Einfach die frischen Basilikumblätter von den Stängeln befreien, zerkleinern und in Gefrierbeutel oder Gefrierbehälter mit Deckel abfüllen.
Basilikum in Öl und als Pesto
Eine andere Möglichkeit der Konservierung ist das Einlegen in Öl. Hierfür benötigt man lediglich frischen Basilikum, kaltgepresstes Olivenöl und gut verschließbare Gefäße, die man zuvor mit kochendem Wasser ausspült. Variante 1: Einfach einen Bund Basilikum in eine weite Flasche geben, mit Öl aufgießen und zwei Wochen lang an einem warmen Sonnenplatz ziehen lassen. Anschließend abfiltern. Das Öl nimmt neben seinem herrlichen Geschmack auch die wertvollen Inhaltsstoffe des Basilikums auf. Oder: Die frischen Basilikumblätter klein hacken, in kleine Gläser geben und diese bis zum Rand mit Olivenöl aufgießen. Gut verschließen und kühl lagern.
Aus Variante 2 der in Öl eingelegten Basilikumblätter kann man im Handumdrehen ein leckeres Pesto zaubern: Einfach gemörserte Pinienkerne, fein gehackten Knoblauch und geriebenen Pecorino einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig ist das Pesto genovese. Ein Hochgenuss nicht nur zu Spaghetti!
Rezept für Basilikumessig
Nicht zuletzt kann man mit Basilikum auch Essig verfeinern. Man nehme einen halben Liter Weißweinessig, fülle etwas Essig ab und gebe stattdessen zwei Stängel Basilikum in die Flasche. Die Flasche wieder gut verschließen und zwei Wochen an einem sonnigen Platz ziehen lassen. Dann die Basilikumstängel entfernen und zwei frische zugeben. Nach weiteren zwei Wochen hat man einen feinen Basilikumessig.
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Quellen:
Heide Bergmann: Kräuter für jeden Garten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2008.
Bohne/Volk/Dittus-Bär: Kräutergarten. Ulmer Verlag, Stuttgart 2009.
Pater Anselm Bilgri/Birgit Adam: Das Kloster Andechs Kräuterbuch. Wie Mönche würzen und heilen. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2000.
