Ganz überraschend kam das Ende für Petrick Femerling bei ALBA Berlin nicht. Mit Blagota Sekulic (27) und Adam Chubb (28) hatte der Basketball-Klub aus der Hauptstadt schon zwei Center unter Vertrag. Für einen dritten Spieler auf dieser Position fehlte den Berlinern einfach das Geld. Somit musste der Älteste in diesem Quartett seinen Platz räumen. Für den 34-Jährigen ein eher trauriges Ende. Doch der gebürtige Hamburger steckte nicht auf und wurde mit einem neuen Vertrag belohnt. Dafür muss er sich ein weiteres Mal an eine neue Umgebung gewöhnen. Femerling siedelt in die Türkei über, um dort beim Erstligisten Antalya BSB zu unterzeichnen. Eine weitere Saison in der langen Karriere des 2,15 Meter Riesen ist somit gesichert.
Basketball in den USA
Am 4. März 1975 wurde Femerling in Hamburg geboren. Schon früh entschied sich der großgewachsene Junge für den Basketball und sammelte seine ersten Erfahrungen bei ART Düsseldorf. Das Talent des Hamburgers blieb selbst im Mutterland dieses Sports nicht verborgen. Femerling entschied sich für den entscheidenden Schritt seiner Karriere. Mit 20 Jahren ging er in die Vereinigten Staaten von Amerika, um sich an der University of Washington noch gezielter auf seinen Sport zu konzentrieren zu können.
Selbst, wenn es mit einem Vertrag in Amerikas Profiliga NBA nicht klappte, so ebnete er damit zumindest den Sprung in den deutschen Leistungssport. Drei Jahre nach seiner Umsiedlung in die USA nahm Deutschlands Spitzenklub ALBA Berlin das Talent unter Vertrag. Eine EM-Teilnahme stand für den 23-Jährigen zu dieser Zeit zu Buche. Sechs weitere sollten folgen. 1999 krönte er eine überragende ALBA-Saison mit dem Gewinn des Doubles (Meisterschaft und Pokalsieg). Spätestens jetzt war er eine feste Größe im deutschen Basketball. Nach der zweiten Meisterschaft in Folge wechselte Femerling erneut seinen Verein.
Femerling spielt in Griechenland und Spanien
2000 ging er nach Griechenland zu Olympiakos Piräus. Zwei Jahre blieb er dort und avancierte parallel zum Kapitän der Nationalmannschaft. Mit dieser feierte er seinen ersten großen Erfolg auf internationalem Parkett. Nachdem Femerling mit Piräus den Pokalsieg perfekt gemacht hatte, trumpfte Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2002 in den USA auf und überraschte die gesamte Fachwelt mit einem beachtlichen dritten Platz. Damit rückte der deutsche Kapitän ins Blickfeld der großen europäischen Vereine. Im selben Jahr heuerte er beim FC Barcelona an.
Mit den Katalanen errang der 2,15 Meter Mann zwei spanische Meisterschaften und einen Pokalsieg. 2003 siegte Barcelona zudem in der ULEB Euroleague. Auf dem Gipfel des Erfolges kehrte Femerling nach Griechenland zurück. 2004 unterschrieb er einen Vertrag bei Panathinaikos Athen. Weitere Erfolge kamen hinzu. Mit Athen holte er 2005 und 2006 jeweils das griechische Double. Zudem führte er die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän zum nächsten großen Erfolg. Bei der Europameisterschaft 2005 musste sich Deutschland erst im Finale Griechenland mit 78:62 geschlagen geben.
Rückkehr zu ALBA Berlin
2006 erneut die Rückkehr auf die iberische Halbinsel. Caja San Fernando aus Sevilla nahm den Deutschen unter Vertrag, konnte aber keinen Titel feiern, so dass Femerling schon 2007 in seine Heimat zurückkehrte. Als frisch gebackener Rekordnationalspieler hatte ihm ALBA Berlin einen neuen Vertrag angeboten. Damit schien sich seine Karriere dort zu schließen, wo sie so richtig begonnen hatte. 2008 feierte Femerling seine dritte deutsche Meisterschaft und anschließend die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking. In China schied Deutschland jedoch nach einem Sieg und drei Niederlagen schon in der Vorrunde aus. Im Sommer 2009 folgte ein weiterer Pokalsieg und danach sein Vertragsende in Berlin. ALBA Berlin will weitere Titel ohne Femerling erringen.
Ans Aufhören denkt der 34-Jährige trotzdem noch nicht. Bis 2011 möchte der Basketballer am liebsten noch Leistungssport betreiben, um dann in den verdienten Ruhestand zu gehen. Dass Femerling dafür erneut den Weg ins Ausland in Kauf nimmt, bestätigt den Charakter des Hamburgers, der sich bisher nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat. Für den Basketball in Deutschland wäre es jedoch schade, wenn Femerling seine letzten Spiele nicht in seiner Heimat bestreitet. Ein Jahr Türkei ist erstmal vorgesehen, bliebe bis zum Karriereende noch eine weitere Saison.
