
- Ein Ei mit Sinnspruch - Christian Goldmann
Bunte Eier schmücken die Wohnung und zunehmend auch den Garten zu Ostern und in den Tagen zuvor, um auf das Frühlingsfest einzustimmen. Geschickte Hände übernehmen das Verzieren der Eier selbst. Das macht Freude und erzeugt Stolz auf die eigene Kreativität.
Viele Techniken
Der Brauch, bunte Ostereier zu verschenken, ist uralt. Eine Aufzeichnung der gebräuchlichsten Techniken zum Schmücken des Ostereies stammt aus Bayern. Pastor Andreas Strobl (1641 - 1706) beschrieb in seiner Predigtsammlung „Ovum paschale novum oder neugefärbte Oster-Ayr“ einige davon. Spezielle Arten des Eierdekorierens sind so eng mit einer Region verbunden, dass sie dort zur Volkskunst zählen. Wie beispielsweise die hessischen Kratzeier oder die sorbischen Batikeier. Solche Eier entstehen in stundenlanger kunstvoller Arbeit und haben dementsprechend einen hohen Preis. Preiswerter ist die Selbstanfertigung und mit etwas Kreativität entstehen liebenswerte Unikate.
Basteln mit Kindern
Wie Kinder farbige Eier in Wachsbatik, durch Bemalen, Bekleben oder Färben herstellen können, wurde bereits beschrieben und kann in dem Artikel Ostereier selbst bemalen mit Kindern nachgesehen werden. Hier folgt zunächst eine nicht ganz alltägliche Bastelidee; das Anfertigen von Eiermännchen, sozusagen „Eierköpfen“.
Benötigt werden:
- Eier
- Farben (Wasserfarben, Plakafarben, Filzstifte)
- Buntpapier, Wolle und/oder Stoffreste/Hanf
- Kleber
- 1 Papprolle (vom Klo- oder Küchenpapier)
Den Kopf bildet ein ausgeblasenes oder hartgekochtes Ei. Soll das Männchen länger leben, empfiehlt es sich, das Ei eine halbe Stunde lang zu kochen, dann hält es sich für die Ewigkeit. Standfestigkeit bekommt der Kopf durch einen „Kragen“, welcher die Funktion eines Eierbechers übernimmt. Hierzu werden von einer Papprolle ca. drei Zentimeter breite Ringe geschnitten und bemalt oder beklebt. Auf das Ei wird ein Gesicht gemalt und mit einer Frisur oder einem Hut gekrönt. Frisuren entstehen aus Wollresten oder Hanf. Als Darzustellende bieten sich Figuren bestimmter Berufsgruppen an, z. B. Köche, Krankenschwestern, Polizisten, Gärtner, Pastoren, Schornsteinfeger, Zauberer usw. an. Menschen ferner Länder lassen sich ebenfalls leicht konterfeien wie Chinesen, Indianer, Mohren oder Eskimos. Kleine Künstler wagen sich an die Abbildung der eigenen Familie. Die Kopfbedeckung wird aus farbiger Pappe oder Stoffresten hergestellt.
Kniffliges für Könner
Für die Umsetzung dieses Vorschlags ist größeres handwerkliches Geschick gefordert. Dafür ist das Ergebnis umso eindrucksvoller. Zur Herstellung eines Eies mit Spruchband benötigt man:
- ausgeblasene Eier
- pro Ei 4 Holzperlen
- Holzstäbchen (z. B. Zahnstocher, Rouladenstäbchen)
- je 1 langer Papierstreifen (ca. 1 cm breit, die Länge richtet sich nach dem Spruch)
- Kleber
- ein scharfes Messer (Teppichmesser oder Skalpell)
- Farben nach Wahl
Die schwierigste Aufgabe besteht darin, mittig in die Eierschale einen etwa 1,5 cm langen Schlitz zu schneiden. Dies wird zunächst selten ohne Bruch gelingen, weshalb man die Eier erst später bemalen sollte. Das Ritzen der Eierschale sollte ohne Druck geschehen, am besten durch Schaben und Kratzen mit der spitzen Klinge auf einer zuvor markierten Linie. Ist die Eierschale perforiert, so dass sich der Papierstreifen problemlos einführen und ausziehen lässt, folgt der nächste Schritt.
Auf dem Papierstreifen wird in Schönschrift oder vor dem Ausschneiden mit Hilfe des Computers ein Sinnspruch geschrieben. Dabei wird am Anfang des Streifens so viel Platz gelassen, dass sich der Streifen um ein kleines Holzstäbchen kleben lässt, welches verhindert, dass der Sinnspruch im Ei verschwindet. Genauso muss nach dem Ende des Textes noch Platz sein, um eine ca. 1 bis 1,5 cm lange Öse zu bilden, die festgeklebt in das Ei geschoben wird. Ein 5 bis 6 Zentimeter langes Holzstäbchen wird mittig mit Kleber bestrichen und durch die Löcher vom Auspusten an den Eipolen geschoben. Gleichzeitig muss das Stäbchen durch die Öse des Streifens in der Eimitte geführt und – durch sanftes Ziehen des Papierstreifens – am Papier festgeklebt werden. Ob das gelungen ist, lässt sich durch den Versuch feststellen, den Papierstreifen wieder gänzlich herauszuziehen. Ist das nicht mehr möglich, ist das Vorhaben geglückt. Sobald der Kleber getrocknet ist, wird der Streifen durch Drehen des Hölzchens im Inneren des Eies aufgerollt. Damit die Holzstäbchen an ihrer Position verbleiben, wird an jedes Ende eine Holzperle geklebt. Nunmehr steht der Bemalung des Eies nichts mehr entgegen. Fertig ist ein ganz persönliches Präsent.
