
- Batman-Comichefte - Bernd Teuber
Die amerikanische Comicfigur "Batman" erblickte im Jahr 1939 das Licht der Welt. Geschaffen wurde sie von dem Künstler Bob Kane. Sein Kollege Bill Finger entwickelte die Figur vor dem Erscheinen weiter. So veränderte er beispielsweise das ursprünglich steife Cape in einen wallenden Umhang und erfand den Milliardär Bruce Wayne als zweite Identität. Anders als andere Helden wie Superman oder Spider-Man verfügt Batman über keine speziellen Kräfte, sondern vertraut bei der Verbrecherjagd einzig und allein auf seine Kraft und technische Intelligenz.
In seiner Jugend musste Bruce Wayne mitansehen, wie seine Eltern von einem Straßenräuber in einer dunklen Gasse ermordet wurden. Von da ab widmete er als maskierter Detektiv sein Leben dem Kampf für Recht und Ordnung. Seinen ersten Auftritt hatte er in "Detektive Comics Nr. 27" (Mai 1939). Die einmalige Mischung aus Krimi und Abenteuer machte ihn sofort populär. Im Gegensatz zu dem eher braven Superman war Batman eine Figur, die auch Selbstjustiz praktizierte und die Verbrecher mit allen Mittel zu vernichten versuchte. Sein hartnäckigster Gegner war der Joker. Er trat zum ersten Mal im Frühjahr 1940 (in Batman Nr. 1) auf. Ihm folgten noch viele weitere fantasievolle Verbrecher, unter anderem die Katze (Batman Nr. 1), der Pinguin (Detektive Comics Nr. 58) und Mr. Sphinx (Detektive Comics Nr. 140).
Tim Burton landete mit seinem ersten Batman-Film einen Kinohit
Schon bald erhielt Batman einen Partner. Robin verlieh der Serie eine menschliche Note. Bruce Wayne adoptierte den Waisenknaben Dick Grayson und brachte ihm alles bei, was er selbst über Verbrechensbekämpfung wusste. Der zweite Robin, Jason Todd, wurde in einer Ausgabe von 1988 vom Joker ermordet. Der radikalste Robin war zweifellos Carrie Kelly, ein vernachlässigtes Kind der 1980er Jahre in "The Dark Knight returns" (Rückkehr des Ritters der Nacht) von Frank Miller.
In Deutschland begann Batmans Siegeszug im Jahr 1967, als sich der Ehapa-Verlag entschloss, die Abenteuer von Superman und Batman in einer eigenen Heftreihe herauszubringen. Das erste Batman-Movie-Seriel kam bereits 1943 ins Kino. Die Hauptrolle spielte Lewis Wilson. Adam West verkörperte den maskierten Mitternachtsdetektiv in der erfolgreichen Fernsehserie der 1960er Jahre. Doch erst Tim Burton war in der Lage, das dauerhafte Interesse des Film-Publikums an der Figur zur wecken. Mit Jack Nicholson als Joker, sowie Michael Keaton in der Titelrolle wurde "Batman" zu einem Kinohit 1989. Es folgten die Filme "Batmans Rückkehr" (1992, ebenfalls mit Michael Keaton), "Batman Forever" (1995, mit Val Kilmer) und "Batman & Robin" (1997, mit George Clooney).
Regisseur Christopher Nolan zeichnete in "Batman Begins" (2005) ein eher düster-realistisches Bild des Rächers mit einem großartigen Christian Bale in der Heldenrolle. Drei Jahre später gelang Nolan mit "The Dark Knight" (2008) der filmische Höhepunkt der Batman-Saga. Joker-Darsteller Heath Ledger erhielt posthum den Oskar.
Nach dem Start der Batman-Fernsehserie gab es massenhaft Lizenz-Artikel
Im Laufe der Jahre wurden auch zahlreiche Batman-Artikel auf den Markt gebracht. Mit wenigen Ausnahmen waren diese jedoch ausschließlich für Kinder bestimmt. Erst als am 12. Januar 1966 die Batman-Fernsehserie anlief, brach über Nacht das Sammler-Fieber aus. Nur wenige Hersteller hatten schon Produkte auf dem Markt. Andere rissen sich um Lizenzverträge, damit sie möglichst schnell vom Batman-Boom profitieren konnten. Es entstanden Verkaufsschlager wie der Batman-Kampfgürtel, die Lunchbox, zahlreiche Malbücher, Abziehbilder, Taschenlampen und Modellbaukästen. In den frühen 1980er Jahren ebbte der Verkauf von Lizenzprodukten ab. Erst der Film von Tim Burton heizte das Fieber wieder an. Von Hochglanzpostkarten bis zu prächtigen, technisch ausgefeilten Figuren reichte die Produktpalette. Neu ist die Batman-Bühnenshow. "Batman Live" wird 2012 in fünf deutschen Städten (Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover und Köln) zu sehen sein. Die Ticketpreise liegen im Schnitt bei 50 Euro.
Quelle: Scott Beatty: "Batman: Die Welt des dunklen Ritters", Dino Verlag 2002, ISBN 3-89748-548-6
