Batman retires

Der Comic-Held hat gekämpft, gesiegt und doch verloren

Batman Comic-Cover - DC Comics
Batman Comic-Cover - DC Comics
Seit fast 70 Jahren ist Batman erfolgreich in der Verbrechensbekämpfung tätig und Ehrenbürger der Stadt Gotham. Jetzt will ihn sein Arbeitgeber DC Comics feuern.

Bald ruhst du in der Dunkelheit, du dunkler Ritter. Dekaden warst du der Held der Nacht, der Rächer der Unterdrückten und Gequälten, der Einsame im Kampf gegen das Böse.

Batman vs. Verlag

Gotham ist seine Heimat, Joker, TwoFace und Pinguin die Namen seiner größten Feinde. Bis jetzt! Langsam, lautlos, Jahre lang im Schatten seiner großen Taten wurde sie immer mächtiger und skrupelloser: die Verlagswirtschaft. Nein, gegen sie kann er nicht gewinnen. Noch im Todeskampf verbringt er Übermenschliches, doch große Taten werden vom rauen Wind der Comic-Märkte erbarmungslos weggeweht. Die Zahlen sprechen gegen Batman, andere Helden sind interessanter. Zeit, in Rente zu gehen, Zeit für den Heldentod, der ist publikumswirksam und könnte der Fledermaus vielleicht noch einmal das Leben retten.

Eisamer Held

1939 vom Comic-Autor Bob Kane erschaffen, musste Batman schon früh die ganze Grausamkeit der Welt erfahren. Im Alter von acht Jahren verlor er seine geliebten Eltern und noch auf dem Grab der Ermordeten schwor er ewige Rache an all den Verbrechern. Gotham sollte gesäubert werden von dem Übel. Dafür bekam er zuvor von seinem Vater alles dafür Notwendige: genügend Geld, Intelligenz und Willen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Verbrechensbekämpfern verfügte Batman nicht über Superkräfte. Dafür besaß er aber zwei Identitäten, ähnlich wie sein Freund und Kollege bei DC Comics Superman alias Clark Kent. Batman ist in Wirklichkeit der Milliardär Bruce Wayne, der durch hartes Training und eisernen Willen zum Helden der Nacht wurde. Doch wie bei den meisten seines Fachs bedeutete das viele Überstunden, extreme Arbeitsbedingungen und wenig Freizeit. Kein Platz also fürs Privatleben.

Zu viele Nächte

Unzählige Auseinandersetzungen mit den meist bekanntesten Schurken im Comic-Universum haben Kraft gekostet, und oft hat Batman dem Tod in die Augen gesehen. Doch Können und das Glück des Tüchtigen ließen ihn lange unversehrt. 1993 dann wurde ihm vom Oberschurken Bane das Rückgrat gebrochen. Sein Arbeitgeber DC Comics berichtete in "Knightfall" darüber. Doch Batman konnte dem Rollstuhl noch einmal entfliehen und wie Phönix aus der Asche steigen. Die Comics rissen sich um seine spektakulären Fälle, viele davon wurden sogar animiert. Das Alter hatte ihn allerdings nicht vergessen und die Zukunft saß ihm im Nacken. Sie hieß Terry McGinnis, war sein Klon und sollte ihn beerben. Ab 1999 stand der junge Mann dem Altstar zur Seite. Ein zweiter dunkler Ritter, der auch ein würdiges Mitglied der Liga der Gerechten wurde.

Auf dem Pfad des Vergessens

Die letzten 10 Jahre wurde es zusehends still um die Comic-Fledermaus. Frank Miller hat 2002 versucht, ihr in „The Dark Knight Strikes Again" neues Leben einzuhauchen. Vergeblich!? Nun scheint das letzte Kapitel von Batmans Geschichte aufgeschlagen worden zu sein. "Batman R.I.P." soll es heißen und beschließen, wer leben und wer sterben wird.

Kinos vs. Comic

Zahlreiche Comics und Filme erzählen vom dunklen Ritter. Michael Keaton verkörperte Batman in „Batman“ (1989) und „Batman Returns“ (1992) erstmals auf der Leinwand, und Jack Nicholsen war grandios fies als sein Gegenspieler Joker. Val Kilmer war 1995 "Batman Forever" und George Clooney und sein Team versagten finanziell in "Batman und Robin" (1997). Die Filmreihe wurde daraufhin eingestellt. 2005 dann entschied man sich, noch einmal neu zu beginnen: "Batman Begins" erzählt die Geschichte des einsamen Helden in ihren Anfängen, und jetzt, wo die Batman-Comics eingestellt werden sollen, kommt "The Dark Knight" in die Kinos und soll im Gegensatz zu den Heften Kasse machen, eine widersprüchliche Strategie. Und so heißt es am Ende vielleicht: Batman – gekämpft, gesiegt und doch verloren. Oder kommt doch alles ganz anders?

In Deutschland erscheinen die Batman-Comics im Panini Verlag.