Bauhaus-Klassiker - Möbel, die ästhetisch bleiben

Das  - Fritz Hansen
Das - Fritz Hansen
Das von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete Bauhaus kann als einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur angesehen werden.

Auch heute noch gilt das Bauhaus auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst als Inbegriff der Innovationsschmiede der Klassischen Moderne. Der deutsche Architekt Walter Gropius revolutionierte die Kunstwelt mit der Gründung des Bauhauses. Der avantgardistische Designstil der Bauhausepoche brachte viele bemerkenswerte Möbelstücke hervor. Gropius wollte mit der Gründung des Bauhauses und der Lehre des Bauhaus-Stils den verschnörkelten Formen des Jugendstils entgegenstehen und industrialisierte und normierte Möbel entwerfen, die sich einfacher und günstiger herstellen ließen. Architekten, Designer und Maler lernten hier ihr Handwerk. Designer wie Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier, sind nur einige wenige Beispiele für die vielen Jahrhundert-Designer, die im Bauhaus tätig waren.

Das Bauhaus unter dem Nationalsozialismus

Die Staatliche Design- und Architekturschule war bis September 1932 in Dessau angesiedelt. Dann bekamen die Nazis die Mehrheit im Dessauer Gemeinderat und sperrten jegliche finanzielle Unterstützung für das Bauhaus. Dadurch war die Schule gezwungen, nach Berlin umzusiedeln. Am 11. April 1933 schloss die Berliner Polizei auf Anweisung der neuen Nazi-Regierung das Bauhaus. Ihre Gründer, Lehrer und viele der damaligen Studenten wurden dabei ins Ausland vertrieben.

Den Nazis gelang es jedoch nicht, das Bauhaus vollständig auszulöschen. Die Zwangsschließung und die daraus folgende Emigration vieler früherer Mitarbeiter und Studenten sorgte sogar dafür, dass das Bauhaus weltweit berühmt wurde und noch an Einfluss gewann. 1937 wurde in Chicago eine Bauhaus-Schule etabliert. Das Bauhaus hatte einen fortdauernden Einfluss auf die Ausbildung im Bereich Bildende Kunst und in der Architektur.

Die Ausstellung der Nazis "Entartete Kunst" im Jahre 1937 zeigte die Werke mehrerer früherer Bauhaus-Lehrer. Der Bauhausgedanke ging aber zum Glück trotz aller Bemühungen der Nationalsozialisten nicht verloren. Seine Philosophie wurde in anderen Ländern, unter anderen Namen und von anderen Designern weitergeführt.

Das Bauhaus-Design bleibt

Auch 70 Jahre nach der Schließung des Bauhauses ist sein Design weltweit von ungebrochener Aktualität und prägt wesentlich das Bild deutscher Entwürfe im Ausland. Das kurze Schaffen und Gestalten der Bauhausprotagonisten hat eine solch prägende Wirkung hinterlassen, dass sie auch heute noch von großer Bedeutung ist.

Anfang der 1970er Jahre kamen eine Reihe von Möbeln und Gebrauchsobjekten als lizenzierte Reproduktionen auf den Markt. Sie prägen bis heute die Vorstellung eines einheitlichen Bauhausstils. Schade ist, dass die Stücke von den Bauhausgründern Walter Gropius, Marcel Breuer, Le Corbusier, Josef Hoffmann und Mies van der Rohe und von vielen anderen unvergessenen Designern nicht mehr im Original zu bekommen sind. Aber es gibt genügend wertige originalgetreue Nachbauten dieser Design-Klassiker, die fast genauso stolz machen, wenn sie in der eigenen Wohnung ihren Platz gefunden haben. Um das Prädikat „Bauhaus“ führen zu dürfen, müssen diese Produkte höchsten Ansprüchen an Qualität und Ästhetik genügen. Die Produktionen unterliegen bezüglich Originalität und Lizenzrechte der staatlichen Kontrolle. Heute bauen auf Reproduktionen spezialisierte Möbelfirmen die alten Möbelentwürfe mit modernsten Produktionsverfahren und Materialien nach, und das zu wirklich erschwinglichen Preisen.

In Italien haben sich einige Firmen auf diese Nachbildungen spezialisiert. Das rechtliche Procedere regelt dort der Staat. Dies ist ein großer Vorteil für die Hersteller. In Deutschland sind die nötigen Lizenzen teuer und aufwendig.

Plagiate – unehrenhafte geistige Diebstähle

Die billig hergestellten Sonderangebote, die Plagiate, gibt es unter teilweise dubiosen Bestell- und Lieferadressen im Internet. Doch deren schlechte Qualität sollte man nicht kaufen und diese unehrenhafte Art des Ideenklau auch nicht unterstützen.

Möbelklassiker sind wieder gefragt

Möbel, die vor fünfzig Jahren und mehr entworfen wurden, sind als Klassiker zu bezeichnen. Die Nachfrage nach diesen Klassikern nimmt stetig zu. Gerade die Bauhaus-Klassiker stehen für Kontinuität und Wert. Ein Zugewinn für die heimischen vier Wände, eine Bereicherung für die eigene Wohnung. Werte, auch bei Möbeln, haben wieder eine hohe Bedeutung. Ästhetisches Design wird wieder gebührend geschätzt. Langlebigkeit ist wieder erlaubt.

Susanne Everding, Susanne Everding

Susanne Everding - Susanne Everding Autor - Tierschutz, Ernährung, Regionales, Aktuelles Das geschriebene Wort fing an, mich im Alter von acht ...

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