Bauprojekt "The Seven" – Luxuswohnungen in München

In München boomt der Immobilienmarkt, das Wohnen in München wird für Normalbürger immer schwieriger. Neuestes Projekt ist "The Seven" im Glockenbachviertel.

Ein Bauprojekt der Superlative wird im Augenblick im Glockenbachviertel in München errichtet: „The Seven“, eine Luxus-Wohnanlage, die für Normalverdiener unerschwinglich ist und das beliebte Viertel nachhaltig verändern wird. Das Projekt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, die Innenstadt der Gentrifizierung zu überlassen und dafür zu sorgen, dass das schwul-lesbische Stadtviertel an Atmosphäre verliert und statt schwuler oder lesbischer Pärchen nur noch finanzkräftige Investoren die Straßen rund um den Gärtnerplatz bevölkern.

Höchstpreise für Wohneigentum

Was da momentan errichtet wird, setzt auf dem Münchner Immobilienmarkt neue Maßstäbe. Galt München bisher ohnehin schon als teuerste Stadt Deutschlands, so sind die Quadratmeter-Preise von „The Seven“ dazu angetan, diesen Ruf weiter zu untermauern. Immerhin müssen Interessenten mindestens 6.000 Euro pro Quadratmeter beim Kauf einer Wohnung im Atrium-Gebäude zahlen. Wer eine Wohnung im ehemaligen Maschinenturm des früheren Heizkraftwerkes erwerben möchte, muss sogar zwischen 8.000 und 22.000 Euro pro Quadratmeter berappen. Wenn man bedenkt, dass eine neue Eigentumswohnung in München sonst im Durchschnitt 4.050 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kostet und man eine gebrauchte Eigentumswohnung für 3.250 Euro pro Quadratmeter erwerben kann, werden die Dimensionen von „The Seven“ deutlich.

Bauprojekt mit zahlreichen Wohnungen

Auf dem etwa 14.000 Quadratmeter großen Baugrundstück entstehen zurzeit drei Gebäudekomplexe, die Ende 2012 fertig sein sollen. Dann wird die momentan größte und teuerste Baustelle Münchens verschwunden sein und ein viergeschossiges Atrium mit etwa 80 Wohnungen sowie ein Gewerbe- und Bürokomplex inklusive Tiefgarage die Umgebung verschönern. Bis dahin soll natürlich auch das Kernstück der Anlage, der 56 Meter hohe Turm des früheren Heizkraftwerkes neu errichtet sein, der dann 25 Luxus-Wohnungen beherbergen wird.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot

München ist eine beliebte Stadt und immer mehr zahlungskräftige Investoren strömen in die bayerische Landeshauptstadt, um sich hier niederzulassen. Trotz der immens hohen Miet- bzw. Kaufpreise für Wohnungen gilt München im Vergleich mit anderen europäischen Metropolen wie beispielsweise Rom, Paris, London oder Moskau immer noch als günstig, wenn es um Wohneigentum geht. Da wundert es nicht, dass inzwischen 40 Prozent der Wohnungen, die in der Wohnanlage „The Seven“ entstehen, bereits verkauft oder zumindest verbindlich reserviert sind.

Stadt München kämpft für bezahlbaren Wohnraum

Die Stadtoberen haben längst nicht nur die Vorteile von Luxuswohnraum erkannt, sondern auch die Nachteile. So hat der Münchner Oberbürgermeister im Juli 2011 das Bieterverfahren für ein weiteres Luxusbauprojekt, das ehemalige Heizkraftwerk an der Katharina-von-Bora-Straße in der Maxvorstadt, gestoppt. Die Angebote der Investoren waren zum Schluss auf über 40 Millionen Euro für die zur Verfügung stehenden 11.000 Quadratmeter gestiegen. Ein solcher Kaufpreis aber hätte bedeutet, dass nur ein Luxusprojekt diese Kosten wieder eingespielt hätte. Den Zuschlag soll nun nicht mehr der Höchstbietende erhalten, sondern derjenige, der mit seinem Projekt am ehesten ein sozial durchmischtes neues Stadtviertel unterstützt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Stadt auch bereit, auf Geld zu verzichten, das eigentlich durch den Verkauf an den Höchstbietenden in die Stadtkassen fließen würde.

Quellen:

Süddeutsche Zeitung, 04.02.2011

Welt Online, 05.09.2011

Christian Schultze, Christian Schultze

Christian Schultze - Geboren wurde ich 1967 in Berlin. Nach dem Realschulabschluss und einer anschließenden Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ...

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