Baustelle Oktoberfest: Der Aufbau der Wiesn hat begonnen

Werden im August aufgebaut: die Hochfahrgeschäfte - Nagy/Presseamt München
Werden im August aufgebaut: die Hochfahrgeschäfte - Nagy/Presseamt München
Jedes Jahr Mitte Juli beginnen auf der Münchner Theresienwiese die Bauarbeiten, denn wenn im September die Wiesn beginnt,will alles vorbereitet sein.

Am 18. September 2010 beginnt das 200. Münchner Oktoberfest. 14 Festhallen, 20 sogenannte Mittelbetriebe, zahlreiche städtische und privat betriebene Verkaufsstände sowie jede Menge Fahrgeschäfte warten dann auf die Wiesnbesucher. Damit der große Rummel beginnen kann, müssen andere vorher hart arbeiten. Jedes Jahr beginnt Mitte Juli der offizielle Aufbau des Oktoberfestes, dieses Jahr starteten die Aufbauarbeiten am 19. Juli. Konnte man bis vor einigen Jahren noch über die Wiesn spazieren und beim Aufbau zusehen, so gilt die Theresienwiese seit 2008 während der Aufbauarbeiten als Baustelle, die durch einen Bauzaun abgesperrt ist, denn es wollten einfach zu viele Menschen beim Aufbau zusehen, so dass die Stadt möglichen Unfällen vorbeugen wollte. Seit 16. Juli, ist der Wiesnbereich nun gesperrt.

Festhallen, kleine Wiesnzelte, Buden und Fahrgeschäfte

Aufzubauen gilt es für das Oktoberfest zunächst die 14 Festhallen. Die meisten von ihnen sind im Besitz einer der großen Münchner Brauereien, die auch die Festwirte für ihre Zelte vorschlagen, ehe der Wiesnausschuss des Stadtrats die endgültige Entscheidung trifft. Dazu kommen die 20 Mittelbetriebe, zu ihnen zählen etwa die Hühner- und Entenbratereien und diverse Cafés. Weniger bürokratisch werden sie die kleinen Wiesnzelte genannt und gehören häufig den Betreibern, beispielsweise die Hühner- und Entenbratereien Ammer und Wildmoser. Neben den gastronomischen Betrieben müssen die Hochfahrgeschäfte, das sind etwa Achterbahnen oder Fahrgeschäfte wie der Ikarus, und die Rundfahrgeschäfte, dabei handelt es sich beispielsweise um Berg- und Talbahnen oder Karussells, aufgebaut werden, außerdem die Verkaufseinrichtungen, die der Stadt gehören und in denen etwa Wiesnbrezen verkauft werden. Die Beschicker dieser städtischen Verkaufseinrichtungen müssen sich bei der Stadt bewerben und im Normalfall in München wohnen, ebenso die Besitzer eigener Stände, etwa der Mandelbratereien. All das will rechtzeitig aufgebaut sein, wofür es einen von der Stadt erstellten Zeitplan gibt.

Zeitplan für den Oktoberfestaufbau: Die Zelte kommen zuerst

Am 19. Juli begannen die Festhallen mit dem Aufbau. Den Ablauf eines Zeltaufbaus kann man auf der Webpräsentation des Hofbräuzelts nachvollziehen. Damit während des Festes knapp 10.000 Menschen im Zelt und im Garten davor Platz finden, müssen die Zeltbestandteile erst einmal mit dem Sattelschlepper aus Augsburg, wo sie während der wiesnlosen Zeit lagern, nach München gebracht werden. Nach und nach entsteht dann das Zelt, bis am Ende Aloisius, besser bekannt als Münchner im Himmel von der Decke hängt, inmitten von weißblauen Stoffbahnen und Hopfen aus der Hallertau. Außerdem wurden dann zirka 76 Kilometer Kabel durch die Festhalle verlegt und natürlich die Küche aufgebaut. Ungefähr 170 Quadratmeter misst sie im Hofbräuzelt, in ihr stehen Backöfen, Herde und Grillgeräte, in Letzteren finden mehr als 800 Hähnchen Platz.

Wenn der Aufbau der großen Festhallen schon weit fortgeschritten ist, werden ab 16. August die kleinen Zelte errichtet. Im gleichen Monat beginnt auch der Aufbau der städtischen Buden, die noch bis 1. August auf der Jacobidult in der Au stehen, wo sie anschließend nach und nach ab- und auf der Theresienwiese wieder aufgebaut werden. Komplizierter ist der Aufbau der Hochfahrgeschäfte, er beginnt ab 23. August, ab 30. August treffen dann die Schausteller nach und nach ein. Viele von ihnen kommen direkt von anderen Volksfesten auf die Wiesn und ziehen anschließend gleich zum nächsten Fest, etwa auf den Bremer Freimarkt, den Hamburger Winterdom oder auch nur ein paar Stadtteile weiter in die Au zur Kirchweihdult, die dort am 16. Oktober beginnt.

Nach dem Oktoberfest kommt das Tollwood Festival

Wenn dann alles rechtzeitig steht und die Fahrgeschäfte vom TÜV geprüft wurden, kann die Wiesn beginnen. Sie dauert 2010 aus Jubiläumsgründen bis einschließlich Montag, 4. Oktober. Manch kleiner Schaustellerbetrieb, der zur Kirchweihdult weiterzieht, beginnt anschließend sofort mit dem Abbau. Ein Teil der städtischen Buden muss ohnehin bereits am 5. Oktober um 13 Uhr dem für das Oktoberfest zuständigen Tourismusamt übergeben werden, die anderen haben bis 6. Oktober 10 Uhr Zeit. Danach werden sie abgebaut, um dann in der Au wieder aufgebaut zu werden. Die Schaustellerbetriebe müssen spätestens am 8. Oktober die Wiesn verlassen haben, die Hochfahrgeschäfte haben bis 15. Oktober Zeit, ebenso wie die Mittelbetriebe. Die Wirte der Großzelte schließlich müssen die Theresienwiese spätestens am 5. November geräumt haben. Parallel zu deren Abbau beginnt bereits ein neuer Aufbau: Das Winter Tollwood Festival will auch rechtzeitig aufgebaut werden.

Angela Fehr - Geboren und aufgewachsen im "Ländle", zog ich später nach München, wo ich eine schöne Zeit verbrachte und an der LMU ...

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