Bayerische Liedermacher-Lieder und Rock 'n' Roll-Klassiker

Liedermacherin Karin Ruckerbauer - Pressefoto Karin Ruckerbauer
Liedermacherin Karin Ruckerbauer - Pressefoto Karin Ruckerbauer
Doppelkonzert mit Karin Ruckerbauer und Markus Roth im Februar 2011 in der Bar D'Amato in Wolfratshausen.

Zum zweiten Mal wollte der Dachauer Musiker Markus Roth seinen Auftritt im italienischen Bistro D’Amato aus Krankheitsgründen nicht mehr verschieben, denn, so gestand er zu Beginn des Konzerts, habe sich unglücklicherweise schon wieder der Halsvirus bei ihm eingenistet. Das führte also zu einem überraschenden Programmwechsel. Aus seinem Soloauftritt Anfang Februar 2011 wurde ein Doppelkonzert mit der Liedermacherin Karin Ruckerbauer, kein Einfall aus der Not heraus, sondern ein Konzertvergnügen mit bayerischen Mundartlieder und Rock 'n' Roll-Klassikern.

Auszug aus dem Debüt-Album „Lust auf Leben“ von Karin Ruckerbauer

Die aus dem Norden von München stammende Sängerin ist eine „Geschichtensammlerin und eine Bauchmusikern“. So bezeichnet sich die Religionspädagogin selbst. Das heißt, sie beobachtet ihre Umwelt genau und schaut zugleich auch kritisch in sich selbst hinein. Diese Kombination bringt vor allem eines hervor: Lieder mit viel Gefühl. Einen Auszug aus ihrem Debüt-Album „Lust aufs Leben“ stellte sie den Gästen im Bistro D‘Amato vor.

Die Künstlerin singt mit einer kraftvollen und gleichzeitig sanften Stimme und begleitet sich selbst auf der akustischen Gitarre. Dabei blieb Markus Roth in der Rolle des zurückhaltenden Bühnenpartners am Keyboard. Sehr schön füllte der Musiker mit sanfter Improvisation auf seinem Piano die Pausen zwischen Karin Ruckerbauers Liedern. „I mog’s kunterbunt“ heißt ein solcher Song, in dem sich ihre Lust aufs Leben auch auf die Zuschauer übertrug. Ums Wesentliche ging es in dem gefühlvollen „Lied vom Schmetterling“. Die sanfte Ballade ließ sich jedoch beim Geräuschpegel einer Bar zu sehr in den Hintergrund drängen. Nur noch Wortfetzen waren verständlich – schade drum, bei einer Musik, bei der der Textinhalt einen nicht unerheblichen Anteil hat.

Die Liebe zum Rock 'n' Roll kam über Georg Kostyas BR-Sendung „Aus meiner Rocktasche“

Das bemerkte auch Markus Roth. Als ehemaliger Straßenmusiker weiß er, wie er die Zuhörer wieder in den Griff bekommt. Heute verdient Roth seinen Unterhalt als Sozialpädagoge, der sich in Dachau um die Obdachlosen kümmert. Die Liebe zum Rock 'n' Roll fand er über Georg Kostyas BR-Sendung „Aus meiner Rocktasche“, die 33 Jahre lang bis 2005 lief. Überraschend verstarb der bekannte Moderator im Alter von 75 Jahren erst kürzlich im Januar.

Roths Musik, bei der er sich abwechselnd auf der Gitarre und dem Keyboard begleitete, trifft ebenso ins Gefühl wie bei seiner Vorgängerin – nur rauer und rhythmischer. Er hatte es leichter das Publikum in seinen Bann zu ziehen, waren die gut gecoverten Songs von Billy Joel und Leroy Brown doch so bekannt, dass das Publikum mitsingen konnte und spätestens bei dem berühmten Song von Simon and Garfunkel „The Boxer“ hatte der Musiker dann die volle Aufmerksamkeit der Gäste im D’Amato wieder zurück gewonnen.

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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