
- Der Supercup zum Bundesliga-Auftakt am 07.08.2010 - Ticketsvergleichen.de
Am 7. August 2010 fand in der Augsburger Impuls Arena zum ersten Mal nach 14 Jahren der Supercup statt. Bei diesem Wettbewerb zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2010/2011, der lange Zeit als Ligapokal fungierte standen sich der Deutsche Meister und der DFB-Pokalsieger 2010 gegenüber. Da der FC Bayern München in diesem Jahr beide Titel gewonnen hat, traf der bayrische Rekordtitelhalter auf den Bundesliga-Zweiten FC Schalke 04 und siegte 2:0 mit späten Toren von Thomas Müller (75.) und Miroslav Klose (81.).
Der Gedanke eines Ligapokals geht auf den Sommer 1972 zurück. Durch die damals in München stattfindenden Olympischen Sommerspiele sollte die bis Mitte September verlängerte Bundesliga-Sommerpause sinnvoll überbrückt werden. Damals veranstaltete man eine Art Mini-Sommer-Bundesliga mit 32 Mannschaften, die in acht regionalen Vorrundengruppen gegeneinander spielten. Der Modus zog sich über die gesamte Saison. Die Sieger trafen im Viertelfinale aufeinander, und am Schluss gewann der Hamburger SV am 6. Juni 1973 das Finale gegen Borussia Mönchengladbach mit 4:0.
Der Supercup ab 1987 und sein Nachfolger – der Ligapokal
Ab 1987 griff man diese Idee auf und reduzierte sie auf eine Begegnung zwischen dem amtierenden Deutschen Meister und DFB-Pokalsiegers. Im DFB-Supercup, der bis 1996 stattfand, trafen der Deutsche Meister auf den DFB-Pokalsieger bzw. auf den deutschen Vizemeister. Dabei sicherten sich Werder Bremen (1988, 1993 und 1994) und Borussia Dortmund (1989, 1995 und 1996) jeweils drei Titel, Bayern München zwei Pokale (1987 und 1990) und der 1. FC Kaiserslautern (1991) und der VfB Stuttgart (1992) jeweils eine Trophäe.
Gleichzeitig fand seit 1986 das Fuji-Cup-Turnier statt, das während der Sommerpause als Vorbereitungsturnier in meistens kleineren Fußballstadien und in der Provinz stattfand. Erst 1997 wurden die beiden Wettbewerbe durch den neu geschaffenen DFB-Ligapokal ersetzt, der bis 2007 ausgetragen wurde.
Beim Ligapokal trafen die sechs besten Mannschaften der vergangenen Saison aufeinander, d.h. die besten fünf der Bundesligatabelle und der DFB-Pokalsieger. War letztere bereits unter den besten Fünf vertreten, kam der Tabellensechste hinzu. 2007 fiel der Platz des Tabellenfünften an der Meister der Zweiten Bundesliga.
Beim ersten Finale des DFB-Ligapokals standen sich 1997 in Leverkusen Bayern München und der VfB Stuttgart gegenüber. Die Münchener sicherten sich mit einem 2:0 den Sieg gegen die süddeutschen Nachbarn, bei dem der Brasilianer Giovane Elber ein Tor gegen seinen Ex-Verein beisteuerte.
Ligapokal-Rekordsieger Bayern München mit vier Titeln in Folge
In den folgenden drei Ligapokal-Endspielen verteidigte Bayern München jeweils in Leverkusen seinen Titel – 1998 erneut gegen den VfB Stuttgart (4:0), 1999 gegen Werder Bremen (2:1) und 2000 gegen die Hertha BSC (5:1).
Der Berliner Hauptstadtclub holte sich jedoch 2001 und 2002 den Pokal in Mannheim und Bochum – jeweils mit einem identischen 4:1 gegen Schalke 04. In Mainz siegten der Hamburger SV 2003 mit 4:2 gegen Borussia Dortmund und wiederum der FC Bayern München 2004 mit 3:2 gegen Werder Bremen, bevor die letzten drei Turniere im Zentralstadion Leipzig ausgetragen wurden.
2005 gewann Schalke 04 dabei mit einem knappen 1:0 gegen den VfB Stuttgart, die zum dritten Mal ein Finale verloren. 2006 schlug Werder Bremen erstmals die Bayern mit 2:0, und im letzten Spiel 2007 revanchierten sich die Münchener mit einem 1:0 gegen Schalke 04.
Inoffizielle Supercups gegen den Willen der DFL
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) entschied sich im Herbst 2007, den Ligapokal im Folgejahr nicht mehr auszutragen. Gründe dafür waren die starke Konkurrenz zum erweiterten DFB-Pokal sowie der wachsende enge Zeitplan der Spiel zwischen Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League, den damaligen Uefa und UI Cups sowie den WM- und Euroturnieren und Spielen der deutschen Nationalmannschaft.
2008 beschlossen dagegen die Vereinsführungen von Bayern München und Borussia Dortmund, der Deutschen Meister und DFB-Pokalsieger der Vorsaison, ohne Genehmigung der DFL den früheren Supercup wiederzubeleben. Nachdem die DFL einen offiziellen Antrag abgelehnt hatte, fand das Turnier im inoffiziellen Rahmen als T-Home-Supercup statt – und Dortmund siegte mit 2:1.
2009 wurde der Pokal wieder inoffiziell und gesponsort ausgetragen, diesmal als Volkswagen SuperCup mit dem Meister VfL Wolfsburg und DFB-Pokalsieger Werder Bremen, die das Spiel mit 2:1 für sich entschieden.
Die Wiederbelebung des Supercups 2010
Im Herbst 2009 entschied sich die DFL schließlich, auf Drängen der Vereine, der Fans und der Medien den Pokal wieder offiziell stattfinden zu lassen. Am 7. August 2010 heißt es deshalb wieder Anpfiff zum ersten Spiel der neuen Bundesligasaison, bevor das erste Testspiel der Nationalmannschaft nach der WM in Südafrika (11.08.), der Startschuss zum DFB-Pokal (13.08.) und schließlich der Bundesliga-Auftakt (20.08.) folgen.
Die beiden Teilnehmer Bayern München und Schalke 04 hatten mit ihren beiden Erfolgstrainern Louis van Gaal und Felix Magath die Chance, ihren Kader im großen Rahmen nach der Sommerpause zu testen und der Öffentlichkeit ihre Neuzugänge vorzustellen – darunter vor allem der Real-Madrid-Neuzugang Raúl im Schalke-Kader.
Supercups in der DDR und im Frauenfußball
Auch in der DDR gab es einen einzigen Supercup – beim lange geplanten DVF-Supercup zwischen DDR-Meister und FDGB-Pokalsieger siegte der BFC Dynamo am 5. August 1989 mit 4:1 gegen Dynamo Dresden. Nach der Wende wurde der Pokal 1990 nicht mehr ausgetragen.
Und auch die gesamtdeutschen Fußballfrauen erfreuten sich von 1992 bis 1997 am eigenen DFB-Supercup zwischen amtierendem Meister und Pokalsieger. Rekordsieger waren dabei Grün-Weiß Brauweiler (1994/1997) und der FSV Frankfurt (1995/1996) mit jeweils zwei Siegen. Die anderen Pokale gingen an den TSV Siegen (1992) und TuS Niederkirchen (1993). 1998 wurde der Frauen-Supercup durch das Saisoneröffnungsturnier der Bundesliga ersetzt.
