
- Zieht der FCB wie 2010/11 ins Achtelfinale ein? - Audrey Pilato
Es gibt sicherlich kaum Zweifel daran, dass die Münchner am Dienstagabend den Einzug in die nächste Runde perfekt machen. Daran ändert auch die 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund (morgen beim FC Arsenal) nichts. Zu überlegen agierte der Deutsche Rekordmeister im Hinspiel in Spanien (2:0). Allerdings hat die Heynckes-Elf, auch wettbewerbsübergreifend, ihre Souveränität der Anfangswochen in der neuen Saison verloren.
Champions League: FC Bayern mit Pflichtaufgabe gegen Villarreal
In der Königsklasse des europäischen Fußballs ist der aktuelle Tabellenführer in der Bundesliga ungeschlagen und hat zehn von zwölf möglichen Punkten eingefahren. Einzig eine abendliche Pleite sowie der gleichzeitige Sieg Neapels gegen Manchester City ließe die Situation in Gruppe A weiter offen. Ein Zähler reichte den bayrischen Landeshauptstädtern deswegen, weil der direkte Vergleich gegen den SSC Neapel gewonnen wurde (1:1 und 3:2). Bei derzeit fünf Punkten Vorsprung auf die Italiener wären sie demnach uneinholbar. Villarreal ist mit vier Niederlagen bereits ausgeschieden, kann aber bei einem Erfolg in der Allianz-Arena, soweit die Engländer in ihrem Gastspiel mindestens ein Remis erreichen, im letzten Match direkt gegen die Neapolitaner vor heimischem Publikum den dritten Platz, der das Überwintern in der Europa League bedeutet, erobern. Dazu müssen die Kicker aus der Provinz Castellón ein 0:2 kompensieren.
Leistungskurve des FCB tendiert abwärts
Diese Aussage ist allerdings vor dem Hintergrund der überragenden Resultate der Heynckes-Elf in den ersten Wochen zu sehen. Gelangen aus den ersten sieben Partien nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach sechs Siege in der nationalen Konkurrenz, stellt sich die Ausbeute aus den vergangenen vier Begegnungen mit 50-prozentiger Gewinnquote in Relation als Leistungsabfall dar.
Der „Bruch“ zeichnet sich seit dem 1:1 in Neapel ab. Danach wurde nur noch Nürnberg in der Liga deutlich beherrscht. Die letzten drei Matches (3:2 gegen Neapel, 2:1 in Augsburg, 0:1 gegen Dortmund) waren allesamt eng. Die Tordifferenz von 5 zu 4 mag hinsichtlich der Bilanz des Zeitraums von Mitte August bis Ende September „erschrecken“. Denn der gegenüber steht ein Wert von 25 zu Null in acht Spielen. Anders ausgedrückt erzielten die Bayern im ersten Saisonviertel mehr als drei Treffer pro 90 Minuten, Manuel Neuer musste dabei kein Mal hinter sich greifen. Zuletzt brauchten sie statistisch drei Partien, um sich den Vorteil eines Tores zu verschaffen.
Villarreal in der Primera Division nur Mittelmaß
Der spanische CL-Teilnehmer kann nicht annähernd auf solche Resultate wie der heutige Rivale verweisen. Erst am 5. Spieltag gelang der erste Dreier des Zwölftplatzierten. In den vergangenen drei Vergleichen sprangen bei keinem Gegentreffer allerdings sieben Punkte heraus. Letztlich bleibt es der jeweiligen Interpretation überlassen, danach die Chancenverteilung einzuschätzen. Wie im Vorfeld des Gipfeltreffens zwischen München und Dortmund sind die Saisonverläufe der abendlichen Konkurrenten prinzipiell gegensätzlich. Die Vergleichbarkeit lässt aber aufgrund der völlig verschiedenen Voraussetzungen zu wünschen übrig. Die Bayern haben heute alles in der Hand und werden dem heimischen Publikum sicher nicht zwei Pleiten in Serie bieten wollen. Nicht nur deswegen wäre alles andere als ein Sieg des FCB eine Überraschung.
Quellen:
Eigene statistische Erhebungen, Daten bezogen über
www.fussballdaten.de (Champions League und Primera Division) bzw.
