
- Beckmann diskutiert die Volkskrankheit Alzheimer - NDR/Morris MacMatzen
Durch das öffentliche Bekenntnis des ehemaligen Managers von Schalke 04, Rudi Assauer rückt eine Volkskrankheit erneut deutlich ins öffentliche Bewusstsein. Wer erinnert sich noch an die Alzheimer-Erkrankung des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan? Am 3. Februar wird sich der 67-jährige Rudi Assauer in der um 9.05 Uhr beginnenden ZDF-Sendung "Volle Kanne" vor der Kamera über seine schwere Erkrankung äußern. Die heimtückische Krankheit hat sein Leben völlig verändert: „Ich habe so eine Wut im Bauch, dass ich nicht mehr mithalten kann.“
Dabei sind Demenz und Alzheimer schon längst als eine Volkskrankheit zu bezeichnen, wie es Sandra Maischberger in ihrer Talk.Show am 4. Oktober „Der Triumph der Volkskrankheiten: Sind wir selbst schuld?“ und Günther Jauch am 20. November „Demenz und Alzheimer“ zutreffend beschrieben.
Die Volkskrankheit Alzheimer
Rund 1,3 Millionen Deutsche leiden an Demenz, die häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung. Diese Zahl wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf ungefähr 1,8 Millionen Menschen erhöhen.
Wer Alzheimer hat, leidet an Demenz, aber nicht jeder Demenz-Kranke leidet unter Alsheimer. Um die Art der Krankheit herauszufinden, gibt es die Magnetresonanztomographie (MRT), um Ablagerungen im Gehirn nachzuweisen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Von der Krankheit abgegrenzt werden müssen wegen einer optimalen Pflege altersbedingte Vergesslichkeit, Depressionen bei älteren Menschen, Gehirntumore und -verletzungen, Autismus, Störungen des Stoffwechsels (Unterzuckerung) bei Diabetikern und Psychosen.
Demenzerkrankungen lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen. Die kleine Gruppe mit zirka 10 Prozent hat Demenz wegen einer Vorerkrankung. Die zweite Gruppe mit 90 Prozent leidet an der originären, bleibenden und sich verschlimmernden Krankheit Demenz. Davon haben 60 bis 65 Prozent der Fälle degenerative Demenzen vom Alzheimer-Typ.
Die drei Phasen von Alzheimer
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Medizin bedeutet die Alzheimer-Erkrankung eine unheilbare und irreparable Erkrankung und Zerstörung der Nervenzellen im Gehirn. Mit ärztlicher Hilfe kann aber die Verschlimmerung verlangsamt werden.
Zu Beginn macht sich die Krankheit nur leicht durch eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses bemerkbar, denn der Erkrankte vergisst häufig Kleinigkeiten und wird 'schusselig'. Bei ersten Sprachstörungen wird oft „der Faden verloren“.
In der zweiten Phase kommt es zu akuten Störungen, und viele alltägliche Dinge wie Essen, Anziehen oder Autofahren „klappen nicht mehr“. Zum Teil werden dem Kranken Freunde fremd und die Sprachstörungen nehmen stark zu.
In der dritten Phase ist das Sprechen nicht mehr möglich und der Kranke wird bettlägerig und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Körperfunktionen sind außer Kontrolle.
Die Gäste bei „Beckmann“
Reinhold Beckmanns Redaktion hat in der Pressemeldung folgende Fragen angerissen: „Was bedeutet die Diagnose für die Betroffenen und den Alltag ihrer Familien? Welche Fortschritte macht die Medizin im Kampf gegen das schleichende Vergessen? Ist unser Gesundheits- und Pflegesystem ausreichend vorbereitet auf eine rapide alternde Gesellschaft?“
Als Gäste wurden eingeladen
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (Mediziner, in dessen Familie es mehrere Demenz-Erkrankungen gab)
Prof. Dr. Günther Deuschl (Neurologe und Alzheimer-Experte)
Sophie Rosentreter (TV-Journalistin, die Angehörige demenzkranker Menschen unterstützt)
Claus Fussek (Pflege-Experte)
Cornelia Stolze (Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin, die der medizinischen Diagnose „Alzheimer" kritisch gegenübersteht)
Harro Markowski (Ingenieur, dessen Frau seit vier Jahren an Demenz erkrankt ist)
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Quelle: ARD-Pressemeldung, Heilpraxisnet, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Bundesministerium für Gesundheit
