Begründerin des Hormonyoga Dinah Rodrigues zu Besuch in Berlin

Rodrigues: Hormonyoga - Schirner Verlag
Rodrigues: Hormonyoga - Schirner Verlag
Sie war eines der Highlights auf dem 7. Yogafestival 2011 in Berlin: Die 84 Jahre alte Dinah Rodrigues leitete vor großem Publikum eine Hormonyogapraxis an.

Gerne hätte sie einen ganzen Tag lang über Hormonyoga referiert. Leider reichte die Zeit auf dem Yogafestival nicht aus und so musste sich Dinah Rodrigues mit einem Vortrag und nur einer angeleiteten Praxis zufrieden geben. Dass der Bedarf und das Interesse an weiteren Veranstaltungen mit der beeindruckenden 84jährigen Brasilianerin weitaus größer gewesen wären, bewiesen die zahlreichen Frauen aller Altersgruppen, welche sich im Vortragszelt und auf der Yogafläche eng aneinander drängten.

Hormonyoga nicht nur für die Wechseljahre

Dinah Rodrigues entwickelte Hormonyoga aus dem Bedürfnis heraus, Frauen mit niedrigem Hormonspiegel zu helfen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung, Hormonyoga sei nur für Frauen in der Menopause geeignet, wies Rodrigues in ihrem Vortrag ausdrücklich darauf hin, dass auch Teenager und Frauen unter 40 Jahren von ihren Übungen profitieren können. So könne Hormonyoga praktiziert werden, wenn zum Beispiel folgende Symptome oder Krankheitsbilder bestünden:

  • polyzystische Eierstöcke
  • Schilddrüsenunter- oder -überfunktion
  • bei einer Hormonersatztherapie
  • bei unerfülltem Kinderwunsch
  • bei typischen Problemen, die mit einem niedrigen Hormonspiegel einhergehen: trockene Haut und Schleimhäute, niedrige Libido, Haarausfall, brüchige Nägel, chronische Müdigkeit, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, schlechter Umgang mit Stress

Hormonyoga sollte laut Rodrigues nicht geübt werden bei

  • starker Endometriose
  • körperlichen Gründen, die keine Hormonersatztherapie zulassen (z.B. bei Brustkrebs)
  • großen Myomen
  • Zweifeln über die Herkunft der auftretenden Symptome

Frauen, welche Hormonersatzpräparate einnehmen, würde Rodrigues das sofortige Absetzen der Medikamente und den Beginn einer täglichen Hormonyogapraxis empfehlen. Ausgenommen davon seien allerdings Frauen, welche auf künstliche Schilddrüsenhormone angewiesen sind. Diese sollten nur mit Rücksprache des behandelnden Arztes langsam reduziert werden, da ansonsten körperliche Probleme auftreten könnten. Ohnehin sei es ratsam, so Rodrigues, neben der Hormonyogapraxis regelmäßig medizinische Untersuchungen machen zu lassen. Zum einen könnten so die Fortschritte dokumentiert werden (z.B. der Anstieg des Östrogenspiegels). Zum anderen sei es bei starken Beschwerden besser, auch den ärztlichen Rat einzuholen.

Zusammenhang von Hormonen und Stress

Einen großen, nicht zu unterschätzenden Teil der Hormonyogapraxis, machen Körper- und Atemübungen gegen Stress aus. Da beim Yogafestival in Berlin gerade danach eine große Nachfrage bestand, ging Rodrigues in ihrer Stunde ausführlich darauf ein. Allein 15 Tage Stress am Stück würden ausreichen, um den Hormonspiegel sinken zu lassen. Es sei deshalb besonders wichtig zu lernen, wie man Stress erkennt und mit diesem umgeht: "Nur wer sich selbst beobachtet, ist handlungsfähig", so Rodrigues. So helfe es schon zum Beispiel, nur fünf Minuten am Abend bewusst zu atmen: einatmen auf drei Zähler, ausatmen auf sechs.

Wichtig: Praxis nur bei zertifizierten Lehrern

Hormonyoga sollte nur mit Lehrern geübt werden, welche von Rodrigues selbst ausgebildet und zertifiziert wurden. Daraufhin wies auch Dinah Rodrigues in Berlin nochmals ausdrücklich hin. Die gesundheitlichen Wirkungen einer Hormonyogapraxis könne der Laie nicht einschätzen. Nicht umsonst bildet die Brasilianerin nur bereits zertifizierte Yogalehrer aus. Oft genug gäbe es Dozenten, welche sich die Hormonyogapraxis nur per Buch angelesen haben und dann bei auftretenden körperlichen Problemen ihren Schülern mangels Kenntnis nicht helfen können.

Im Zweifelsfall sollten sich an Hormonyoga Interessierte von ihrem Lehrer den Nachweis über die absolvierte Ausbildung zeigen lassen. Dies gilt natürlich auch für andere Yogastile.

Mehr Informationen zum Thema Hormonyoga:

Foto, Katja Holzhei

Katja Holzhei - Katja Holzhei spricht mit losem Mundwerk, schreibt mit Herzblut, arbeitet mit Leidenschaft - als freie Journalistin und Texterin in ...

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