Die Auslöser für eine Bronchitis sind oft Erkältungsviren, manchmal auch Bakterien. Das ist aber weitaus seltener als eine Infektion durch Viren. Meistens kommt eine bakterielle Infektion erst während einer Virusinfektion dazu. Das Anzeichen für eine bakterielle Infektion ist immer gelblicher oder sogar grüner Schleim. Die wichtigsten bakteriellen Erreger sind: Chlamydien, Streptococcus pneumoniae, Mykoplasma pneumoniae, Haemophilus influenzae, Mocarelle catarrhalis und Staphylococcus aureus. Unter Umständen kann auch eine Infektion durch Pilze vorkommen, das ist aber ganz selten der Fall. Kann der Schleim nicht richtig abtransportiert werden, kommt es oft zum Husten oder Reizhusten. Oft kommen dann noch leichtes Fieber und Atembeschwerden hinzu. Bei manchen Betroffenen kommt es zu einem Druck hinter dem Brustbein.

Was kann man gegen Bronchitis tun?

Bei bakteriellen Infektionen kann es durchaus angebracht sein, Antibiotika zu verordnen. Dies muss aber der behandelnde Arzt entscheiden. Es müssen besondere Indikationen dafür vorliegen:

  • bei kleinen Kindern
  • Kindern, die unter Herzfehlern, Abwehrschwäche oder einer Lungenerkrankung leiden
  • bei chronischer Bronchitis mit einem akuten Schub
  • Menschen, die bereits im HNO-Bereich eine bakterielle Infektion haben
  • Menschen mit schweren Grunderkrankungen (zum Beispiel im Bereich der Nieren, Lunge oder des Herzens)
  • bei älteren Menschen, die körperlich geschwächt sind
Nach einigen Wochen heilt eine Bronchitis von alleine aus. Hustentees unterstützen den Heilungsprozess ganz gut. Für eine besonders krampflösende und schleimlösende Wirkung bei Bronchitis sind Thymian und Spitzwegerichkraut bekannt. Neben Thymian und Spitzwegerich gibt es aber auch noch einige andere ausgezeichnete Kräuter, die man sammeln oder getrocknet kaufen kann und dann bei Bronchitis als Tee trinken kann.

Welche Heilkräuter wirken bei Bronchitis gut als Unterstützung?

1. Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Wer das Kraut in freier Natur sammeln möchte, findet es draußen von Juni bis September. Die Pflanze wächst hauptsächlich auf Äckern, Ödland, an Waldrändern, Böschungen und Bahndämmen. Man sammelt die verzweigten, grünen Sprossen ohne Wurzel. Das Sammelgut wird locker zum Trocknen ausgelegt. Getrocknet wird bei höchstens 40 Grad. Dabei soll man das Kraut nicht wenden. Man kann das Kraut auch getrocknet aus der Apotheke beziehen.

  • Tee für Bronchitis
Ein bis zwei Esslöffel zerkleinerte Triebe mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen. 20 bis 30 Minuten ziehen lassen und abseihen. Davon zwei bis drei Tassen am Tag warm trinken.

2. Bibernelle (Pimpinella saxifraga)

Sammeln kann man das Kraut (man nimmt hier die Wurzel!) im März und April sowie im September und Oktober. Man findet die Pflanze vorwiegend auf trockenen Magerwiesen, in lichten Wäldern, auf Ödland und an sonnigen Hängen bis auf 2000 Metern Höhe an. Oder man besorgt sie sich getrocknet aus der Apotheke.

  • Tee für Bronchitis
Einen Teelöffel zerhackte und getrocknete Bibernellewurzel mit einer Tasse Wasser fünf Minuten leicht kochen lassen. Fünf Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Von diesem Tee trinkt man dann dreimal täglich eine Tasse mit einem Teelöffel Honig darin. Mischt man die Bibernellewurzel zur Hälfte mit Holunderblüten, wird die Wirkung noch verstärkt.

3. Huflattich (Tussilago farfara)

Das Kraut kann im März und April (die Blüten) und im Mai und Juni (die Blätter) gesammelt werden. Man sammelt die Blätter und die noch nicht voll aufgeblühten Köpfchen. Ältere Blütenköpfchen sind ungeeignet. Sofort nach dem Sammeln legt man das Sammelgut ausgereitet aus. Getrocknet werden sollte bei einer Temperatur von bis zu 35 Grad. Das Trocknen geht hier nur langsam vor sich. Auch in der Apotheke gibt es das Kraut getrocknet zu kaufen.

  • Tee für Bronchitis
Zwei Esslöffel geschnittene Blätter oder Blüten mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen. Nach fünf bis zehn Minuten Ziehzeit abseihen. Hiervon über den Tag verteilt drei bis vier Tassen trinken. Bei Husten kann der Tee auch mit etwas Honig gesüßt werden. Man kann auch einen halben Teelöffel Zitronensaft dazugeben.

4. Linde (Tilia platyphyllos)

Bekannt ist die Linde für ihre schweißtreibende Wirkung. Sie wird gern bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten verwendet. Gesammelt werden kann die Pflanze im Juni und Juli (das Kraut und die Blüten). Man pflückt die Blütenstände mit dem häutigen, zungenförmigen Hochblatt gleich zu Blütenbeginn. Die Blüten werden leicht und locker in einen Korb gelegt und dann ausgebreitet bei einer Temperatur von bis zu 35 Grad getrocknet. Wer nicht sammeln möchte, kann die Lindenblüten auch getrocknet in der Apotheke kaufen.

  • Tee für Bronchitis
Für einen Tee überbrüht man einen Esslöffel zerkleinerter Blüten mit einem halben Liter kochendem Wasser. Nach fünf bis zehn Minuten Ziehzeit (zugedeckt!) seiht man ab und trinkt den Tee so heiß wie möglich. Man kann den Tee mit etwas Honig süßen. Nach dem Teetrinken ruht man gleich im Bett zugedeckt aus, damit der Körper so richtig schwitzen kann. Von dem Tee trinkt man dann zwei bis drei Tassen pro Tag. Bei akuter Bronchitis wird eine Mischung mit Huflattich im Verhältnis 1:1 empfohlen.

5. Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut kann von März bis Juni gesammelt werden. Es findet sich in Wäldern, Gebüsch und an sonstigen schattigen und feuchten Standorten. Gesammelt werden hier das blühende Kraut oder die jungen, weißgefleckten Grundblätter. Das Sammelgut wird sofort nach dem Sammeln locker ausgebreitet und bei einer Temperatur von höchstens 40 Grad getrocknet. In der Apotheke ist Lungenkraut getrocknet fertig zu beziehen.

  • Tee für Bronchitis
Für einen Bronchitistee nimmt man einen bis zwei Esslöffel getrocknetes und zerkleinertes Lungenkraut und übergießt es mit einem halben Liter kochendem Wasser. Die Ziehzeit beträgt zehn Minuten. Nach dem Abseihen trinkt man davon über den Tag verteilt drei bis vier Tassen. Bei Husten und Heiserkeit ist die Zugabe von Honig in den Tee förderlich.

6. Schlüsselblume (Primula veris, Primula officinalis)

Die Schlüsselblume findet man vorwiegend auf feuchten, ungedüngten Wiesen, Auen und im Hügel- und Voralpenland. Man sammelt die Blüten von März bis Mai und die geputzten Wurzeln im März und April. Das Sammelgut wird sofort ausgebreitet und bei einer Temperatur von bis zu 35 Grad getrocknet. Durch die chemische Düngung der Böden ist sie leider immer seltener geworden. Die Pflanze steht daher unter Naturschutz. Für das Sammeln der Wurzeln ist deshalb eine Genehmigung erforderlich.

  • Tee für Bronchitis
Für einen Tee nimmt man zwei bis drei Esslöffel der getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blätter und übergießt sie mit einem halben Liter kochendem Wasser. Man lässt dies zehn Minuten ziehen und seiht dann ab. Davon trinkt man zwei bis drei Tassen pro Tag. Oder man verwendet die zerkleinerten Wurzeln für einen Tee. Hierfür nimmt man ein bis zwei Esslöffel und übergießt das mit einem halben Liter kochendem Wasser. Nach einer Ziehzeit von 15 Minuten seiht man ab. Auch hier zwei bis drei Tassen pro Tag davon trinken.

  • Gegenanzeigen:
Schlüsselblumen können bei empfindlichen Menschen bereits durch Berühren allergische Hautreaktionen hervorrufen. Bei einer Primelallergie auf die Blüten keinen Tee davon trinken, aber auch bei Schwangeren keine hohe Dosis verwenden (da die Primel den Uterus stimuliert!).

7. Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Sammeln kann man den Spitzwegerich (Blätter!) von April bis September. Man kann die Blätter frisch oder getrocknet verwenden. Anzutreffen ist die Pflanze an Wegrändern, Zäunen, auf trockenen Wiesen und Weiden. Man sammelt die Spitzwegerichblätter bei sehr trockener Witterung. Die Blätter sollten dann sofort ausgebreitet und getrocknet werden. Am besten fädelt man die Blätter auf eine dünne Schnur und lässt sie an einem luftigen Ort möglichst schnell trocknen. Brauchen die Blätter zu lange zum Trocknen, neigen sie dazu, schwarze Flecken zu bekommen und sind dann unbrauchbar.

  • Tee für Bronchitis
Für einen Tee überbrüht man zwei Esslöffel getrocknete und zerkleinerte Blätter mit einem halben Liter kochendem Wasser und lässt dies dann zehn Minuten ziehen. Dann seiht man ab und trinkt täglich drei bis vier Tassen davon. Der Tee sollte bei Atemwegserkrankungen mit Honig gesüßt werden.

8. Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian trifft man in den Mittelmeerländern auf grasigen Hügeln, Heiden und am Weg- und Waldrand. Bei uns kommt er nur in Gärten vor. Man sammelt während der Blütezeit im Mai bis Juli das ganze Blütenkraut, indem man es kurz über dem Boden abschneidet. Dann bindet man es zu kleinen Büscheln und trocknet es an einem schattigen Ort. Man verwendet die Blüten und die Krautspitzen.

  • Tee für Bronchitis
Für einen Tee überbrüht man ein bis zwei Esslöffel getrocknetes und zerkleinertes Kraut mit einem halben Liter kochendem Wasser und lässt dies fünf bis zehn Minuten ziehen. Abgeseiht trinkt man über den Tag verteilt nach Bedarf drei bis vier Tassen davon.

  • Inhalieren mit Thymian
Mit Thymian kann man auch gut inhalieren. Man nimmt hierfür drei bis vier Esslöffel Kraut und übergießt es mit einem halben Liter Wasser. Das erhitzt man zum Sieden. Die aufsteigenden Dämpfe werden eingeatmet, wobei man den Kopf mit einem Handtuch abdeckt.

Dies sind nur die wichtigsten Heilkräuter zur Anwendung bei Bronchitis. Es gibt noch viele andere nützliche Kräuter für die Verwendung bei Bronchitis.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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