
- Demenz - ein gesellschaftliches Problem - ARD/Marco Grob
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Die Thematik war am 13. November wegen der aktuellen Themenänderung auf "Terror von rechts - haben wir die braune Gefahr unterschätzt?" auf den 20.11.2011 verschoben worden.
Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen: Wie gut sind die Heime? Was kosten sie? Wer pflegt mich? Bereits bei der Regierungsbildung von schwarz-gelb war in der Koalitionsvereinbarung zwischen der CDU/CSU und der FDP als Ziel der gemeinsamen Regierung vereinbart worden, eine Pflegereform einzuleiten und die Leistungen der Pflegeversicherung an den Bedürfnissen der zu Pflegenden auszurichten. Kleine Schritte in diese Richtung gibt es seit dem 6. November. Es wurde beschlossen, den Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozent zu erhöhen, allgemeine Betreuungsleistungen mit einzubeziehen und eine private, kapitalgedeckte Vorsorge ab 2013 steuerlich zu fördern.Die Mehreinnahmen von etwa einer Milliarde Euro sollen Demenzkranken zu Gute kommen.
Die Demenz-Krankheit
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leiden derzeit zirka 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz oder Alzheimer. Diese Zahl wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf ungefähr 1,8 Millionen Menschen erhöhen. Sandra Maischberger nannte Demenz in ihrer Talk-Show bereits "Volkskrankheit". Demenzerkrankungen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Zirka 10 Prozent haben Demenz wegen einer Vorerkrankung. Die zweite Gruppe mit 90 Prozent leiden an der originären, bleibenden und sich verschlimmernden Krankheit Demenz. Den größten Teil der primären Demenz machen mit 60 bis 65 Prozent degenerative Demenzen vom Alzheimer-Typ aus.
Die drei Phasen von Alzheimer
Alzheimer ist ein Prozess der nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Medizin unheilbaren Erkrankung und Zerstörung der Nervenzellen des Gehirns. Allerdings kann bei einem rechtzeitigen Erkennen der Krankheit eine Verschlimmerung verlangsamt werden. Zu Beginn macht sich die Krankheit nur leicht durch eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses bemerkbar, denn der Erkrankte vergisst häufig Kleinigkeiten und wird 'schusselig'. Sollten erste Sprachstörungen auftreten, wird oft „der Faden verloren“.
In der zweiten Phase kommt es zu akuten Störungen, und viele alltägliche Dinge wie Essen, Anziehen oder Autofahren „klappen nicht mehr“. Zum Teil werden dem Kranken Freunde fremd und die Sprachstörungen nehmen stark zu.
In der dritten Phase ist das Sprechen nicht mehr möglich und der Kranke wird bettlägerig und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Körperfunktionen sind außer Kontrolle.
Die drei Stufen der Pflegeversicherung
Es gibt drei Pflegestufen in der Pflegeversicherung. Die leichteste Stufe ist die Stufe 1 mit „erheblicher Pflegebedürftigkeit bei Hilfsbedarf mindestens einmal täglich bei mindestens zwei Verrichtungen“. Auf den Tag umgerechnet muss die Pflege mindestens 90 Minuten im Wochenschnitt an Zeit benötigen und davon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege in Anspruch nehmen.
Die Pflegestufe II betrifft „Schwerpflegebedürftige“ mit mindestens dreimal täglichem Pflegebedarf und drei Stunden täglich bei zwei Stunden für die Grundpflege.
Bei der Pflegestufe III geht es um „Schwerstpflegebedürftigkeit“ mit Pflege rund um die Uhr. Der wöchentliche Zeitaufwand für die Pflege muss pro Tag durchschnittlich mindestens fünf Stunden betragen, vier Stunden davon müssen allein auf die Grundpflege entfallen. Zudem kann bei der Pflegestufe III noch eine Härtefallregelung in Anspruch genommen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.
Die Pflegeversicherung und ihre und ihre individuelle Handhabung sind für Gesundheits- und Sozialpolitiker eine seit Jahren ungelöste Reformaufgabe. Demenzkranke brauchen über kurz oder lang eine intensive Betreuung rund um die Uhr und bisher tragen die Angehörigen die Hauptlast der Pflege und Kosten.
Die Gäste bei Günther Jauch
Was bedeutet es, einen Demenzkranken zu pflegen? Was bringen die schwarz-gelben Pläne zur Reform der Pflegeversicherung? Wie lässt sich eine würdevolle Pflege finanzieren? Sind Heime wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Darüber diskutieren
- Der FDP-Politiker und Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr,
- Manuela Schwesig, SPD, Landesministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern
- Die Journalistin und Autorin Britta Nagel
- Gerhard Bräuer als Alzheimer-Patient in der ersten Phase mit seiner Lebensgefährtin Birgit Hohnecker und
- Oliver Peters, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin
Quelle: DasErste-Pressemeldung, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Bundesministerium für Gesundheit
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