
- Einige alte Vornamen sind auch heute noch beliebt - Tony Alter
Sag’ mir deinen Vornamen und ich sag’ dir, wann du geboren bist. Wenn man einen Blick auf die beliebtesten deutschen Vornamen der letzten Jahrzehnte blickt, könnte man tatsächlich Entsprechendes ableiten.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden pflegt und erforscht die deutsche Sprache politisch unabhängig seit 1947. Dazu gehört seit 1977 die alljährliche Zusammenstellung der beliebtesten deutschen Vornamen, da Vornamen und Namen allgemein wichtige und sich stetig verändernde Teile einer Kultur sind.
Beliebte deutsche Mädchennamen der 60er bis 90er Jahre
Schaut man sich die beliebtesten Mädchennamen von 1957/58 bis 2000 an, so fällt auf, dass keiner von ihnen heute noch in den Top Ten ist. Obwohl Namensbedeutungen in Deutschland eher hinter dem Klang und den Vorlieben der Eltern zurückstehen, ist eine genauere Untersuchung der Bedeutung und Herkunft deutscher Vornamen doch höchst interessant.
Viele Vornamen wie Claudia (“zu den Claudiern gehörend”), Julia (von lateinisch Julius), Kerstin (weibliche Variante von Christian, siehe unten), Petra (weibliche Form zu lateinisch Petrus), Sabine (Sabinerin), Silke (von friesisch Cäcilie) gehen auf lateinische Begriffe und Namen zurück; andere wie Andrea (von griechisch “andros”, Mann), Stefanie (weibliche Form von Stefan, siehe unten) und Susanne (“rote Lilie/Rose”) auf griechische Ursprünge. Einen Anstieg der Beliebtheit von Vornamen wie Diana, Mandy, Nicole, Sabrina und Sandra darf man getrost der Popkultur und bekannten Sängerinnen der 80er Jahre anrechnen.
Beliebte deutsche Jungennamen der 60er bis 90er Jahre
Wie auch bei den Mädchennamen kann man die beliebten Jungennamen von 1957/58 bis 2000 in die lateinischen Ursprungs wie Christian (“ein Anhänger Christi”), Christoph (“Träger Christus”), Markus und Martin (beide auf den römischen Kriegsgott Mars zurückgehend) und die griechischen Ursprungs wie zum Beispiel Andreas (von griechisch “andros”, Mann), Patrick (“der Patrizier”) und Stefan (“Krone”) einteilen.
Einige Namen hebräischen Ursprungs wie Matthias (“Geschenk”), Michael (“Wer ist Gott?”) und Thomas (“Zwilling”) oder solche mit germanischen Wurzeln wie Dirk (“Herrscher des Volkes”) und Frank (“der Franke”) sind auch heute noch gebräuchlich, auch wenn sie nicht mehr an der Spitze der beliebtesten deutschen Vornamen stehen.
Beliebte deutsche Vornamen zwischen 1890 und 1930
Wie sieht es mit “deutschen” Vornamen aus, die um die Jahrhundertwende und im frühen 20. Jahrhundert der letzte Schrei waren? Wie oben gesehen, lassen sich auch die beliebtesten Vornamen zwischen 1890 und 1930 nach ihrem Ursprung einteilen: Germanisch wie Berta, Hildegard und Waltraud für Mädchen und Ernst, Friedrich und die Kurzform Fritz, Günther, Karl, Walter und Wilhelm für Jungen, und lateinisch wie Klara und Ursula beziehungsweise Franz.
Während es sich bei beliebten weiblichen Vornamen wie Charlotte, Elisabeth und Ingeborg um Modenamen aus dem französischen, hebräischen beziehungsweise skandinavischen Ausland handelt, orientieren sich die Jungennamen der Zeit an den Vornamen deutscher Kaiser und Könige. Natürlich sind auch regionale Besonderheiten bis heute zu beobachten. Rein deutsche Namen wie Hedwig und Wolfgang sind auch heute noch anzutreffen.
Beliebte “alte” Vornamen heute
Gibt es Evergreens unter den Vornamen? Namen, die ihren Beliebtheitsgrad über Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte erhalten haben? Natürlich, und viele von ihnen befinden sich auch heute wieder an der Spitze der Vornamen-Hitliste. Wer seinem Kind also einen allzeit beliebten Vornamen geben möchte, sollte ihn aus dieser Liste wählen.
Für Mädchen sind dies die Vornamen Anna, Emma, Johanna, Maria und Marie und für Jungen Max und Paul. Auffällig ist, dass sich bei den Jungen nur zwei Namen gehalten haben, bei den Mädchen aber fünf. Es wäre interessant zu wissen, ob es daran liegt, dass Eltern von Jungen experimentierfreudiger sind oder sich eher von Namenstrends beeinflussen lassen, aber die genauen Gründe müssen an dieser Stelle Spekulation bleiben.
Wer doch eher nach einem exotischen Namen für sein Kind sucht, kann ja einen Blick auf indische Jungennamen beziehungsweise Mädchennamen und ihre Bedeutung werfen.
