Ben Drew alias Plan B und "She Said"

Single She Said - Warner Music International
Single She Said - Warner Music International
Ein Einblick in das Leben des derzeitigen Soul- und Rap-Shootingstars aus London: Benjamin Paul Ballance Drew, Künstlername: Plan B.

Geboren als Benjamin Paul Ballance Drew am 22. Oktober 1983, Forest Gate, London, begeistert er seit kurzem unsere Ohren.

Biographische Daten zu Ben Drew

Aufgewachsen ist er in London, Forest Gate, die Mutter arbeitete für eine örtliche Behörde und sein Vater spielte in einem Lokal Punk-Rock. Als Ben sechs Jahre war, verließ der Vater die Familie. „Wir waren nicht Arbeiterklasse, aber wir waren auch nicht Mittelklasse. Wir waren gerade dazwischen. Ich fühlte mich immer als sozialer Außenseiter.“ (Ben Drew, The Telegraph, 15. Juni 2006)

Mit 14 brachte er sich selbst das Gitarre spielen bei. Erst spielte er mit Kollegen R&B Sachen, fühlte sich dabei aber nie ganz wohl. Erst im Rappen fühlte er sich zu Hause.

Er war ein Problemkind, das von der Schule flog, mit Drogen und Gewalt experimentierte, bekam eine Bewährungsstrafe, kürzlich musste er auch noch ein Antiaggressionstraining absolvieren.

Musikalische Biographie

2005 seine ersten Musikversuche: Single „Kidz/Dead And Buried" (2005), weitere Singles folgten. Er arbeitete mit mehreren Künstlergruppierungen zusammen. Dann startete er 2006 erstmals unter dem Pseudonym „Plan B". Sein Debüt-Album „Who Needs Actions When You Got Words" wurde 2006 aufgenommen. Mehrere Musikvideos auch für Filme, wo er als Schauspieler arbeitete, folgten.

Jänner 2010 erschien sein 2. Album „The Defamation Of Strickland Banks". Die Single „Stay Too Long" erreichte den 9. Platz in den UK Singles Charts. Die zweite Auskopplung: „She Said" landete auf Anhieb auf Platz 1, ebenso das Album.

Nach dem Erfolg des Albums zerstritt er sich mit seinem Plattenlabel, das von ihm nur mehr Soul-Musik forderte. „Ich war gekränkt, aber ich sagte: „Gut, cool. Das ist mein Kompromiss – ich nehme diese Hip-Hop-Platte, lasse es bei meinem eigenen Label erscheinen und sie bekommen gar nichts dafür. Auch das ist Plan B."

In einem Interview kündigte er an, dass er vielleicht demnächst ein Reggae-Album machen wird oder auch etwas ganz anderes. Eine gewisse Großmäuligkeit, die zum Rapper-Image passt, ist ihm nicht ganz abzusprechen.

Musikalische Vorbilder und das Gegenteil

Zitat (aus einem Interview mit Micc Brunner): Als ich den Moonwalker sah, habe ich mich in Soul-Musik verliebt. Marvin Gaye, Al Green, die alte Motown-Zeit.

Shitpop-Musik war für mich die Musik der Spice Girls. Aber ich dachte, wenn man mit so einem Scheiß so unglaublich viel Kohle machen kann, dann schaffe ich es sicher doch auch mit links. Die Spice-Girls gaben mir also das Selbstvertrauen, Musiker und Songwriter zu werden."

Das Album „The Defamation Of Strickland Banks“

Sein Konzept-Album „The Defamation Of Strickland Banks“ mit dem Hit „She Said“ erzählt die Geschichte des rücksichtslosen Pop-Stars Strickland Banks und seiner Läuterung. „Strickland Banks ist so, wie ich geworden wäre, wenn Plan A funktioniert hätte.“, meinte er. „Plan A sah vor, dass ich sehr jung schnell berühmt werde. Das ist nicht passiert.“

Ben Drew hat längst eine Zauberformel gefunden, mit der er sich von Psychomüll befreit. Wie der amerikanische Rapper Eminem, eine gewisse Ähnlichkeit in der Erscheinung ist ihm auch da nicht ab zu sprechen, hat sich Drew ein Pseudonym zugelegt. Als „Plan B" exorziert er seine Dämonen, malt sich aus, in welch schlimme Sackgassen sein eigenes Leben hätte führen können und bewältigt sie dadurch.

Die Single She Said"

Sein Video zu „She Said“ ist nicht nur ein Ohrenschmaus. Die Geschichte des Liedes ist kurz erzählt. Ben Drew hadert als Strickland Banks, umsäumt von tanzenden Justizwachebeamten, mit dem Schicksal. Eine schöne Unbekannte verbringt eine Nacht mit ihm. Doch sie ist nicht verliebt in den Mann, sondern in seine Musik. Weil er ihre obsessive Liebe nicht erwidert, klagt sie ihn der Vergewaltigung an. Ein mögliches Schicksal vieler Popstars.

Wer bei diesem Video reglos zu sehen kann und nicht, wie die Jury im Video, zu schnippen oder zu zucken beginnt, der hat keine Musik im Blut. Drew schlüpft in die Haut der fiktiven Figur Strickland Banks und erzählt auf dem Konzeptalbum die Geschichte eines erfolgreichen Soulsängers, der alles verliert, nachdem er unschuldig im Gefängnis landet. „Ich bin zum Geschichtenerzähler geworden, weil mein erstes Album zu persönlich war", erklärte Banks.

Weitere Nummern auf dem Album: „The Recluse“, eine Nummer mit flammenden Geigenmotiven, „Stay Too Long“, Raps, die in lockerem Cockney-Flow der Geschichte Rasanz geben, „Praying", das sich derzeit daran macht, die Charts zu erobern. Hip-Hop und Soul gaben selten so eine harmonische Einheit ab, wie auf diesem Album. Das Highlight aber ist der leidenschaftliche Gesang dieses blassen, etwas dicklichen jungen Mannes, der Vielen als die neue Stimme Brittaniens gilt.

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