Bentham und sein Utilitarismus

Benthams Utilitarismus, seine politische und soziale Einstellung waren sehr modern und beeinflussen noch heute unsere Justiz und Wahrnehmung von Moral.

Jeremy Bentham wurde am 15. Februar 1748 in London geboren. Er galt als Wunderkind und beherrschte schon sehr früh Latein, Französisch und Englisch. Mit 12 Jahren kam er nach Oxford und im Alter von 15 Jahren trat er der juristischen Fakultät bei. Er macht 1763 seinen Bachelor- und 1766 seinen Masterabschluss. In den folgenden Jahren seiner Karriere sah er die Schwierigkeiten im britischen Rechtssystem, welches auch seiner Meinung nach ungerecht war. Durch sein Interesse an der französischen Revolution und seinen Einfluss auf die Revolutionäre, wurde Bentham im Jahre 1792 die französische Ehrenbürgerschaft zugesprochen. Zur gleichen Zeit beschäftigte sich Bentham auch mit den Problemen englischer Gefängnisse. Er erarbeitete ein Konzept durch, sodass es möglich sei, die Kosten der Gefängnisse zu verringern. Er entwickelte eine Idealversion von Gefängnissen, welche er Panopticon nannte. Das Panopticon ist ein rundes Gebäude. Die Gefängniszellen befinden sich Außen am Gebäude, während der Wärter in einem Turm im Mittelpunkt des Panopticon ist.

An dem Beispiel der Verringerung von Kosten von Gefängnissen sieht man das nutzenorientierte Denken des Philosophen Bentham. Dieses äußert er auch in seinen Werken wie „Introduction into Principles of Morals and Legislation“ oder „A Fragment on Government“. In diesen beschreibt er, dass das Nutzen für die Gesellschaft maximiert werden müsse, um eine gut funktionierende Gesellschaft zu kreieren. Im 19. Jahrhundert erfährt Bentham häufiger Unterstützung und findet einen wichtigen Anhänger: James Mill, einen Ökonom. Sein Sohn John Stuart Mill wurde von seinem Vater und Bentham beeinflusst und entwickelt sich zu einem großen Philosophen des 19. Jahrhunderts. 1823 gründet Bentham mit James Mill den Journal „Westminster Review“. Die Philosophen um Mill und Bentham nannten sich aufgrund ihrer Ansichten die „Philosophical Radicals“ (philosophischen Radikalen). Aus dieser Gruppe entwickelte sich später zur Liberal Party. Im weiteren Verlauf seines Lebens engagierte Bentham sich dafür, dass die Mehrheit der Menschen Bildung erhielt, so wurde das University College London gegründet. 1832 starb Bentham. Er wollte der Nachwelt nutzen und hat sich auto-ikonisieren lassen, in der Hoffnung, dass andere Studenten sich inspirieren lassen.

Benthams Utilitarismus

Um Benthams Utilitarismus zu verstehen, muss erst der Begriff Utilitarismus (Utilitarism) erklärt werden. Dieser Begriff stammt aus dem Lateinischen von utilitas (Nutzen). Der Utilitarismus ist eine konsequentialistische Philosophie und beruht auf dem Grundgedanken, dass eine Entscheidung so getroffen werden soll, dass die allgemeine Freude bzw. das allgemeine Glück maximiert wird. Bentham sagt, dass der Mensch von Leid und Freude gesteuert wird und, dass diese das Handeln des Menschen bestimmen. Folglich, so Bentham, muss der Mensch so handeln, dass die Freude maximiert wird. Das Leid ist nämlich das, was der Mensch nicht möchte. Dieser Grundgedanke soll auch die Moral im Politischen und beim Individuum bestimmen. Das höchste Prinzip der Moral sei den allgemeinen Nutzen in einer Gesellschaft zu maximieren. Dabei ist die Gesellschaft eine Ansammlung von Individuen, die sich der Gesellschaft zugehörig fühlen. Ein weiteres Prinzip was Bentham thematisiert, ist die Gleichheit des Glücks. So seien höhere oder mindere Freude gleichzusetzen. Man kann zwischen ihnen im Nutzen nicht unterscheiden.

Kritik an Benthams Utilitarismus

Benthams Idee hat viele Reaktionen hervorgerufen, darunter auch negative. Es wurde an Benthams Theorie gezweifelt, weil wichtige Komponenten unberührt blieben.

  • Die Messung von Glück: Wenn das Glück maximiert werden soll, dann muss es auch eine Einheit geben, in dieser das getan wird. Man fragte sich, welche das sein sollte.
  • Der Wert des Lebens übersteigt andere Werte: Der Wert eines Lebens ist nicht definierbar und daher kann diese Nutzenberechnung nicht funktionieren, wenn das Leben eines Menschen involviert ist.
  • Die individuellen Rechte: Der Utilitarismus missachtet die individuellen Rechte auf Leben. Somit würde man das ganze Rechtssystem in Frage stellen und auch, ob es Rechte gibt außer dem Gesetz von der Maximierung von Glück.

Quellen:

Harvard University's Justice with Michael Sandel

Marcel Duda - Mein Name ist Marcel Duda. Ich bin Abiturient und interesse mich für Naturwissenschaften, Technik, Geschichte und Geografie. In ...

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