Herbstzeit ist Wanderzeit. Auch die Kletterer sind noch in den Bergen unterwegs. Doch in den Morgenstunden ist es schon ziemlich frisch und die Abende kurz und kalt in Europa. Wer bei angenehmeren Temperaturen um diese Jahreszeit wandern oder klettern möchte, dem sei ein relativ unbekanntes Reiseziel empfohlen, das Ahaggar-Gebirge in Südalgerien oder das Tassili n’Ajjer im Südosten des Landes.
Unberührte Natur mit Kamelen erwandern
Die Schönheit der millionenalten Vulkane sucht seinesgleichen. Basaltkegel, erstarrte Lava, erodierte Schlote, Spitzen und Tafelberge dazwischen grüne Streifen frischer Vegetation und versteckte Wasserflächen im tiefen Himmelsblau lassen das Herz des Wanderers und des Kletterers höher schlagen. Die Ahaggar–Region erstreckt sich über eine Fläche von rund 50.000 qkm, die derjenigen von Frankreich entspricht. Der Berg Tahat ist mit rund 3000 Metern der höchste Gipfel Algeriens und ein schönes Bergwanderziel.
Beliebt sind Wanderungen durch die Hochebene Akar-Akar bis zum Sattel des Assekrem auf 2585 Metern Höhe, vorbei an einzelnen Felsgravuren und erfrischenden Wasserstellen, die eine willkommene Abwechslung in der wilden, bizarren Gebirgslandschaft bieten. Begleitet von erfahrenen Tourguides aus Tamanrasset, der Hauptstadt des Südens und der hier lebenden Tuareg und Dromedaren, die das Gepäck tragen, sind die Gipfel in vier bis acht Tagen erreicht, je nachdem welche Wege genommen und wie viel Zeit eingeplant werden.
Auch zum Klettern eignet sich das Ahaggar-Massiv hervorragend, denn es ist im November noch angenehm warm und die klare Luft rein. Der Adaouda, eine einzeln stehende Spitze ist bei den Kletterern bekannt.
Tuaregführer zeigen berühmte Felsbilder im Tassili n’Ajjer
Um die berühmten prähistorischen Felsmalereien und Gravuren des Tassili n’Ajjer zu besuchen, fliegt man nach Djanet, auch Perle der Oasen genannt, in den Südosten Algeriens. Der Ausgangspunkt liegt bereits auf 1000 Metern Höhe. Schon früh am Morgen beginnt die Wanderung, um möglichst lange im Schatten zu gehen. Die Esel mit Gepäck und Lebensmitteln nehmen einen anderen Weg. Auf dem Plateau trifft man sich gegen Mittag auf 1700 Metern zum Picknick. Siesta ist nun angesagt. Jeder sucht sich ein schattiges Plätzchen. Am Nachmittag werden die ersten Höhlen und Überhänge besucht. Die Zeichnungen sind mit feinem Strich gemalt. Jagdszenen, übergroße Rinderherden, Jäger und Sammler, der Gott von Sefar, diese und mehrere Tausend Bilder sind Farben aus natürlichem Material in ocker, rot und weiß gemalt.
Für Reisen in die Sahara eignen sich die Monate Oktober bis Ende April. Zum Bergwandern und Klettern empfiehlt sich der November mit einer klaren Luft, die noch nicht zu kalt ist. Auch zum Fotografieren ist dieser Monat besonders schön, der Himmel dunkelblau im Kontrast mit den gelben bis roten Dünen im Tassili n’Ajjer.
Weitere Eindrücke über Algerien finden Sie auf der Internetseite: Algerien-Info.de
