
- Grubenbahn Miniersbunn in Lasauvage - Pascal Witry
Zahllose Bergwerke prägten einst den Minette genannten Süden im Grossherzogtum Luxemburg. Sie waren schon im 19ten Jahrhundert wichtige Arbeitsplätze und Wirtschaftsfaktoren der Eisenerzindustrie des Landes. Aus diesem Grunde sollten im Rahmen dieses Beitrags einige der bekannteren Bergwerke, welche man in Luxemburg Gruben, Stollen oder Minen nennt, kurz umrissen werden.
Eisenerzabbau in Düdelingen
Eine der bekanntesten Eisenerzbergwerke des Landes dürfte die Düdelinger Grube Laangebierg sein. Gegenüber dem Düdelinger Hüttenwerk gelegen, wurde hier unter Tage bis zum Jahre 1966 Eisenerz gefördert. Diese große Grube belieferte das nahe gelegene Hüttenwerk mit Erz. Nicht weit entfernt davon, befand sich am luxemburgisch-lothringischen Grenzübergang in Volmerange les mines die Grube Mine Krämer. Deren Stollen verliefen von Volmerange les mines aus unterirdisch in Richtung Ottange und erstreckten sich wie die Mine Laangebierg über eine Grundfläche von etlichen Kilometern. Die Wasserführung im Bereich der Mine Krämer war stärker als in der benachbarten Mine Laangebierg, wodurch hier mehr Pumparbeiten und Wasserleitsysteme nötig waren. Die Mine Krämer belieferte ebenfalls lange Zeit das Düdelinger Hüttenwerk. Eine weitere bekannte Mine im Düdelinger Raum war die Grube Haard. Diese Grube befand sich im heutigen Naturschutzgebiet Haard. Die Grube Haard und das angrenzende Gelände des Schlackenberges waren wichtige Standorte für das Düdelinger Hüttenwerk.
Eisenerzminen und Tagebauten rund um Rümelingen
Im Raum Rümelingen ist heutige die Grube Walert am bekanntesten, da sie das nationale Grubenmuseum beherbergt. Der Betrieb in der Grube Walert und ihren Werksgebäuden wurden 1964 stillgelegt. 1973 wurde das Grubenmuseum eröffnet. Die Grube Walert eignete sich gut für diesen Zweck, da sie über eine sehr lange Geschichte verfügt. Die Gruben Hutbierg und Hainaut dürften heute als fester Bestandteil der Wanderwege im Bereich des Tagebau Hutbierg vielen Menschen ein Begriff sein. Eine unterirdische Fahrstrasse führte einst von diesem Tagebau aus untertage Richtung Laangegrond. Im Laangegrond existierten umfangreiche Gleisanlagen, die heute jedoch verschwunden sind. Wanderer können dort noch von einer Brücke aus die Eingangsportale der Gruben sehen.
Bergbau in Esch-Alzette
Auf dem Plateau oberhalb der Schule in Schifflingen sind entlang einem Rundwanderweg Grubeneingänge zu sehen. Ein gemauerter Eingang wurde mit Informationstafeln und Gittern versehen. In Esch-Alzette gab eine etliche größere Gruben. Hier seien nur zum Beispiel die Grubeneingänge auf den Brachflächen nahe der Waldorf Schule und die Grubeneingänge nahe dem Ellergronn genannt. Hier waren die Gruben Cockerill, Heintzenbierg sowie weitere Abbaustrecken einst landschaftsformend. Der Bereich um die Gruben Cockerill und Heintzebierg galt als einer der Schwerpunkte der lokalen Erzförderung. In Esch-Hiel kamen Erzzüge zu Tage und fuhren mit dem Eisenerz zum Hüttenwerk in Esch-Alzette. Von den im angrenzenden Lothringen aus betriebenen Fördertürmen, wie zum Beispiel der Förderturm in Tressange, führten unterirdische, viele Kilometer lange Fahrstrassen und Abbaustrecken zu gewaltigen unterirdischen Silos. Von den Silos aus wurde das gesammelte Erz mit der Grubenbahn nach Esch-Alzette gefahren. Heute sind noch am Orteingang von Audun-le-tiche große Werkshallen zu sehen, welche einst zu diesen Gruben gehörten.
Historische Museumsgrubenbahn in Lasauvage und Fond de gras
In Differdingen machte vor allem der Thillenbierg als letzte Grube, in der noch bis November 1981 gearbeitet wurde, von sich reden. Diese Grube gilt als Sinnbild der Schließung aller Gruben. Von Differdingen aus ist es nur ein Katzensprung bis nach Lasauvage, wo heute die Museumsgrubenbahn Minettsbunn durch ein Schaubergwerk fährt. Lasauvage war einst als einziger französischsprachiger Ort in der luxemburgischen Grubengeschichte bekannt. Aus heutiger Sicht besonders interessant ist die Bergbaugeschichte des Industrie- und Eisenbahnparks Fond de gras und die dortigen Überreste der Prinz Heinrich Bahn. Über die aus dem 19ten Jahrhundert stammende Eisenbahnstrecke fuhren einst voll beladene Erzzüge vom Fond de Gras zum Hüttenwerk in Differdingen. Im Fond de gras wurde das Erz der Schmalspur-Grubenbahnen auf normale Güterwagen verladen. Im Umfeld dieses Bahnhofs sind heute noch zahlreiche Grubeneingänge zu sehen.
Mag dieser Beitrag auch nur eine Reihe von Gruben gestreift haben, so bietet er doch schon interessante Einblicke in die Vielfalt der damaligen Gruben. Doch zu den hier erwähnten Gruben könnte man noch problemlos Gruben aus dem Gielebotter, Rodange und weiteren Orten hinzufügen.
