Berlin-Tipps für Anfänger – eine Gebrauchsanweisung

Als Neu-BerlinerIn steht man vor einer Fülle von Herausforderungen, um einen gelungenen Einstieg in das neue Umfeld zu schaffen.

Berlin ist eine Reise wert – und eine Fülle von hilfreichen Touristenseiten und Informationspunkten in der Stadt erleichtern die Planung eines Hauptstadtbesuchs ganz enorm. Was aber muss man wissen, wenn man als Neu-BerlinerIn nun mitten in dieser besonderen Mischung aus Großstadtcharme und lebendiger Geschichte steht und zunächst den Alltag neu sortieren muss?

Ich bin ein Berliner - registrieren muss sein

Meldepflicht: Um sich beim Einwohnermeldeamt anzumelden – das muss innerhalb von 14 Tagen geschehen! – sucht man das Bürgeramt des Wohnbezirks auf. Man sollte sich vorher über die mitzubringenden Dokumente informieren. Es empfiehlt sich dringend, gutes Sitzfleisch und etwas zum Lesen mitzubringen. Allerdings erspart man sich Wartezeiten, wenn man vorher telefonisch oder online einen Termin beantragt. Angesichts der angespannten Parkplatzsituation sollte man als AutofahrerIn auch daran denken, einen Anwohnerparkschein zu beantragen.

Mobil sein in Berlin

Transport: In Berlin kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel ohne größere Wartezeiten beim Umsteigen im gesamten Stadtgebiet herum. Dabei gibt es sowohl für Vielfahrer als auch für Gelegenheitsfahrer verschiedene Ticketangebote, über die man sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) informieren kann. Fährt man mit der Straßenbahn, kann man direkt vor Ort an den Automaten in der Bahn Fahrkarten erwerben. Nicht vergessen: Die bereits vor Abfahrt gekauften Fahrscheine an den dafür vorgesehenen Automaten entwerten!

Auf Berlins Straßen sind viele Fahrradfahrer unterwegs. Entsprechend kann man kaum einen Schaufensterbummel machen, ohne über einen Fahrradladen oder über einen Verleih zu stolpern. In den Läden gibt es neue und gebrauchte Räder zu kaufen. Ansonsten sind dafür – wie auch für viele andere Haushalts- und Gebrauchsgegenstände – die zahlreichen Berliner Flohmärkte eine gute Anlaufstelle. Ganz nebenbei schnuppert man dabei noch diese besondere Atmosphäre aus Berlin-Urlaub und Schatzsuche.

Ich fahr' so gerne Rad - mit Durchblick im Verkehr

Radfahren: Das stellt insbesondere für die neu Zugezogenen aus ländlicheren Gebieten eine Herausforderung dar. Wichtig zu wissen: Es gibt oftmals gesonderte Ampeln für Radfahrer. Radwege können sowohl auf dem Fußweg als auch auf der Straße entlangführen. Zu bestimmten Zeiten sind Busspuren freigegeben, erkennbar an den Hinweisen unter den blauen Schildern mit dem weißen Bus. Die Kunst besteht darin, den Wechsel zwischen den verschiedenen Fahrradwegen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Polizei und Senatsverwaltung bieten hilfreiche Informationen.

Wo bin ich? Und wie finde ich Anschluss?

Orientierung: Wer kein Navigationssystem besitzt bzw. sich gern auf konventionelle Art zurechtfinden möchte, findet in den Berliner Buchläden, insbesondere in den von Touristen häufig besuchten Bezirken, ein großes Sortiment von Karten auch für den kleinen Geldbeutel. Diese können sehr nützlich sein, um die neue Wohngegend kennen zu lernen und auch die versteckten grünen Ecken in Berlin ausfindig zu machen.

Neue Kontakte knüpfen: In den Bürgerämtern liegen vielfach Informationen zu den Veranstaltungen, Vereinen und Kultur in den einzelnen Stadtteilen bereit. Wer Kurse besuchen möchte, um erste Kontakte zu knüpfen, findet in den Volkshochschulen Berlin ein breit gefächertes Angebot in verschiedenen Sparten. Kontaktbörsen für Freizeitkontakte oder mehr finden sich auch im Internet speziell für die Hauptstadt.

Zum Schluss noch zwei Begriffe, die man kennen sollte:

  • Kiez: Stadtbezirk, allerdings nicht als Verwaltungseinheit, sondern eher als sozial zusammengehörig gemeint
  • Schrippe: Weizenbrötchen mit längs verlaufender Einkerbung

Mit offenen Augen und aufgeschlossenem Herzen fällt der Neustart in Berlin nicht schwer.