
- Dieter Kosslick - Internationale Filmfestspiele Berlin
Vom 05. bis 15. Februar 2009 finden die "59. Internationalen Filmfestspiele" in Berlin statt. Dieter Kosslick trägt die künstlerische und organisatorische Verantwortung für die Berlinale und wird wieder die Topstars der Welt an der Spree begrüßen, unter denen er sich hohen Ansehens erfreut.
Dieter Kosslick wurde am 30. Mai 1948 in Pforzheim geboren
Dieter Kosslick studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kommunikationswissenschaften, Politik und Pädagogik. Im Anschluß an sein Magisterexamen blieb er der Uni als wissenschaftlicher Mitarbeiter erhalten. 1979 siedelte Kosslick nach Hamburg um, um dort seine Stelle als Persönlicher Referent, Redenschreiber und Büroleiter des Ersten Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose anzutreten. Später übernahm Dieter Kosslick die Aufgaben des Pressesprechers der Leitstelle für die Gleichstellung der Frau. 1982 wurde Kosslick Redakteur im Bereich Kultur für die Zeitschrift Konkret.
Dieter Kosslick schlug 1983 als Geschäftsführer der kulturellen Filmförderung Hamburg den Weg zum Film ein
Im Hamburger Filmbüro gründete Kosslick 1986 das Europäische Low Budget Forum mit dem "Kino auf der Alster". 1988 übernahm er die Aufgaben des Geschäftsführers des Film Fonds Hamburg. Ebenfalls 1988 wurde Kosslick als Mitbegründer des EFDO (European Film Distribution Office) auch Präsident dieser europäischen Verleihorganisation und blieb dies bis 1996. In seiner Zeit steigerte Kosslick den Etat des Hamburger Filmbüros von 500.000 auf 17 Millionen Mark.
Der Weg zur Berlinale führte über Düsseldorf
Das Land NRW und der WDR beriefen Dieter Kosslick 1992 zum Geschäftsführer und damit Leiter der damals erst ein Jahr alten Filmstiftung NRW. Neun Jahre lang wirkte Kosslick dermaßen erfolgreich in Düsseldorf, dass Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter der deutschen Filmstandorte wurde und sich auch international als bedeutendes Filmland etabliert hat. Dem Ruf des Landes Berlins und der Bundesregierung im Jahr 2000 folgend, übernahm Kosslick am 01. Mai 2001 die Leitung der Berlinale.
Dieter Kosslicks weitere Tätigkeitsfelder
Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Leiter der Berlinale ist Dieter Kosslick Vizepräsident der EFA (Europäische Filmakademie), die jedes Jahr den Europäischen Filmpreis verleiht. Darüber hinaus ist er Mitglied im Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt in Berlin und Vorstandsmitglied im European Film College. Kosslick sitzt im Fernsehrat des ZDF und ist Gründungsgeschäftsführer und heutiger Kuratoriumsvorsitzender der "internationale Filmschule Köln". Seit 2008 ist Kosslick als Honorarprofessor an der "Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf" in Potsdam tätig.
Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz
Dieter Kosslick ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Ordens "Chevalier des Arts et des Lettres". Im Jahr 2006 wurde ihm auf Vorschlag des Staatspräsidenten vom französischen Botschafter darüber hinaus die Ehrenbezeichnung "Chevalier dans l'Ordre national de la Légion d'Honneur" verliehen. Kosslick erhielt die "Goldene Leinwand" des Hauptverbands der deutschen Filmtheater (HDF) und den "Schwarzkopf-Europa-Preis" der Heinz-Schwarzkopf-Stiftung für den Europäer des Jahres 2006. Für seine Idee, Film, Kochkunst und Ernährungspolitik thematisch zu verknüpfen, erhielt Kosslick 2006 den Eckart-Witzigmann-Preis. Im März 2007 kehrte er nach Düsseldorf zurück und nahm den Helmut-Käutner-Preis entgegen.
Die Berlinale unter Dieter Kosslick in Zahlen
Bei den "58. Internationale Filmfestspiele 2008" wurden nach Angaben der festivaleigenen Website 450.115 Kinobesuche bei 240.098 verkauften Eintrittskarten registriert. Es waren 15.930 Fachbesucher aus 125 Herkunftsländern akkreditiert. 4.152 Pressevertreter aus 82 Ländern berichteten aus Berlin. 384 Filme waren im öffentlichen Programm zu sehen. 106 Filme davon waren Kurzfilme. Es gab 929 öffentliche Vorführungen. Kosslick wechselt zwischen 14 Smokings, um sein Festivalprogramm frisch gestylt durchzustehen. Der Etat der Berlinale beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro; das Festival schließt grundsätzlich mit einer schwarzen Null ab. Wohl auch darin begründet, dass Kosslick es schafft, zu Sponsoren wie beispielsweise der Volkswagen AG dauerhafte und für beide Seiten profitable Verbindungen zu pflegen.
Privat, so Familienvater Kosslick im Interview mit der Bildzeitung vom 27. März 2008, schätzt er die werbeunterbrechungsfreien Krimis von ARD und ZDF sowie die Fernsehserie "Hör mal wer da hämmert" mit dem US-Star Tim Allen. Nach einer jeden Berlinale geht es ab in den Süden. Die Erholung hat Kosslick nach der zehntägigen Riesenparty für 24.000 Gäste und Journalisten wohl dann auch nötig, denn sein Arbeitstag während des Festivals beginnt morgens um neun und endet – morgens um fünf, wenn die letzte Feier sich ihrem Ende zuneigt.
Der Nachwuchs liegt Dieter Kosslick besonders am Herzen
Kosslick rief im Jahr 2002 die Nachwuchsförderung "Perspektive Deutsches Kino" und 2003 den "Talent Campus" im Rahmen der Berlinale ins Leben. Seit 2004 gibt es die "Generation 14+", die mit ihren Filmen das für das Kino besonders wichtige Alter der 14- bis 18-jährigen Zuschauer erreicht.
Die Zukunft von Dieter Kosslick
Das Ansehen der Internationalen Filmfestspiele Berlin steigt ständig und ist der beste Beleg für Kosslicks von Fachleuten als hervorragend beurteilte Arbeit. Moritz de Hadeln war 21 Jahre lang Chef der Berlinale. Derzeit sieht es danach aus, als würde Kosslick diesen Rekord locker toppen können.
