
- Auch religiöse Themen gehören dazu - Andrea Weber
Als Galeristin Lia Schneider-Stöckl vor zwei Jahren Klio Karadim zum ersten Mal traf und einlud, zog die inzwischen international bekannte Künstlerin aus der Hauptstadt Berlin vor allem die Tatsache nach Oberbayern aufs Land, dass die Galerie Hollerhaus in den Räumen der „Pension Resi“ liegt. Denn Karadim ist ein bekennender Fan der bekannten TV-Serie „Der Bulle von Tölz“ mit Ottfried Fischer und Ruth Drexel (gestorben 2009). Nun kam Klio Karadim im März zum zweiten Mal ins Isartal im Münchner Süden zurück und hatte neue Arbeiten mitgebracht, unter dem Titel „Berliner Fragmenti II“.
Besondere Harmonien in der Tradition der Enkaustik
Es ist nicht übertrieben, die Bilder der gebürtigen Bulgarin als prachtvoll, verspielt und filigran zu bezeichnen, die in Sofia, Wien und Halle Kunst und Grafik studierte und heute im Alter von 40 Jahren mit Mann und Tochter in Berlin lebt. Ihre Bilder blenden den Betrachter beinahe, so intensive ist ihre Farbigkeit. Sie vereinen in sich die gesamte Palette von Kolorit und Fluidum und sind dennoch nicht einfach nur geistlos bunt. Vielmehr entsteht eine besondere Harmonie, die vielleicht daher rührt, dass sie in der alten Tradition der Enkaustik gemalt sind. Es ist ein Verfahren, bei dem sich, unter Anwendung von Wärme, Farbpigmente mit Wachs vermischen und auf Holzflächen oder Karton aufgetragen werden. Zwischen den abstrakten Flächen tauchen grafisch angedeutete Symbole aus Gesichtern und sich umarmende Menschen auf. Die Motive wirken wie moderne Ikonenmalerei.
Klio Karadim ist deutschlandweit erfolgreich mit den Biografie-Bildern unterm Titel „Fragmenti“
Grob kann man die aktuelle Ausstellung von Klio Karadim in drei Themenbereiche einteilen. Neben den Enkaustikbildern sind da noch die sogenannten „Biografie-Bilder“, die dem Thema „Fragmenti“ zuzuordnen sind und einen völlig anderen Pinselduktus aufweisen. Mit dieser Idee ist sie deutschlandweit bekannt geworden. Im Auftrag ihrer Kunden malt sie deren wichtigste Lebensabschnitte wie ein Kaleidoskop auf große Leinwände in Acryl. Dabei stellt sie grafisch-flink und auf die wichtigsten Merkmale reduziert die Wahrzeichen von Städten dar, Reiseziele, Berufe und Hobbys und verbindet all diese Elemente zu einem ganzen Lebensbild. Etwas ganz besonderes aber sind ihre „Buddy Bären“. Einen Vertreter dieser künstlerischen Gattung hat sie dem Hollerhaus vermacht. Der bunt bemalte und ornamental verspielte Bär steht nun an der Fensternische des Hollerhauses. Im Auftrag des Veranstaltungszentrums „O2 World“ bemalt Klio Karadim Berliner Bären und macht aus ihnen limitierte Kunstobjekte, von denen schon Sting, Shakira, Santana, Tina Turner und Whitney Huston viele andere Weltstars nach einem Konzert ein Exemplar als Andenken mit nach Hause genommen haben.
