Zum dritten Mal wird am 16. März 2011 der „Berliner Kindertheaterpreis“ verliehen, den die Gasag und das Berliner GRIPS Theater 2005 ins Leben gerufen haben, um neue, gute Stücke für das Kindertheater in Auftrag geben zu können. Ein knappes Jahr haben vier Autoren an ihren Stückentwürfen für Kinder bis zu 12 Jahren gearbeitet und zusammen mit dem GRIPS Theater während eines viertägigen Workshops intensiv an ihren Ideen gefeilt. Nun „liegen vier hoch interessante Stückentwürfe von Agnes Gerstenberg, Theo Plakoudakis, Thilo Reffert und Anke Stelling vor“, heißt es in einer Ankündigung vom GRIPS Theater.
Im Rennen um den Berliner Kindertheaterpreis 2011: Agnes Gerstenberg, Theo Plakoudakis, Thilo Reffert und Anke Stelling
Alle zwei Jahre wird der „Berliner Kindertheaterpreis“ ausgeschrieben, für den sich Autoren – da es sich um einen Nachwuchspreis handelt – nur bis zum 40. Lebensjahr bewerben dürfen. Beim Einsendeschluss 2010 lagen dem GRIPS Theater knapp 50 Bewerbungen vor, aus denen die Jury fünf Autoren auswählte. Von diesen fünf glaubte sie, dass sie in der Lage seien, in ihren Stücken die Lebenswirklichkeit der Kinder widerzuspiegeln und Themen, die die „Kinder direkt betreffen, auf sinnlich erfahrbare Weise auf die Bühne zu bringen“. (Zitiert aus der Ausschreibung zum Wettbewerb). Denn die Tradition des GRIPS Theaters ist es nicht, den Kindern Märchenwelten vorzuspielen und sie so mit Illusionen zu verzaubern, sondern sie mit Themen aus ihrem Alltag zu konfrontieren.
GRIPS Theater und GASAG winken mit 7000 Euro und einer Uraufführung
Am 16. März 2011 werden nun die ganz unterschiedlichen Stückentwürfe von Agnes Gerstenberg („Ich Fisch, Du Fisch“), Theo Alexander Plakoudakis („Die perfekte Welt“), Thilo Reffert („Leon und Leonie“) sowie Anke Stelling („Selber Schuld- katapult“) bei einer Gala-Nacht im Grips Theater einem ausgewählten Publikum präsentiert und bis zu drei Preise verliehen. Gute Chancen für die Autoren, die mittlerweile nur noch zu viert sind, einen der bis zu drei Preise abzuräumen. Wie die Jury – bestehend aus Volker Ludwig (Leiter und Autor des GRIPS Theaters), Stefan Fischer-Fels (Designierter Künstlerischer Leiter des GRIPS Theaters), Axel Prahl (Schauspieler), Rüdiger Schaper (Journalist, Theaterkritiker und Autor) und Franziska Steiof (Regisseurin, Autorin) – jedoch entscheiden wird, ist noch unklar. Für die Autoren allerdings steht einiges auf dem Spiel. Immerhin gibt es insgesamt ein Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro sowie für den 1. Platz eine Uraufführung am GRIPS Theater seines oder ihres Kinderstückes.
Ehemalige Gewinner sind Jörg Isermeyer, Magdalena Grazewicz, Volker Schmidt
Die Auswahl der Jury über Preisträger in den vorangegangenen Jahren, zeigt, dass die Jury wirklich nach Geschmack beurteilt. So vergab sie 2007 statt drei möglichen nur zwei gleichwertige erste Preise an Magdalena Grazewicz und Volker Schmidt, deren Stücke „Ola meine Schwester“ und „Schwarzweißlila“ beide am GRIPS Theater uraufgeführt wurden. Im Jahr 2009 hingegen gab es zwar auch zwei Preise, jedoch nur einen ersten und einen zweiten Platz. Allein das Stück von Jörg Isermeyer und nicht das Stück von Lisa Sommerfeldt wurde am GRIPS Theater uraufgeführt. „Ohne Moos nix los“, eine Detektivgeschichte zum Thema „Wer kann sich das leisten? Die wachsende Kluft zwischen arm und reich“ hatte am 27. Oktober 2010 am GRIPS Theater Premiere.
Bis zu drei Preise vergibt die Jury um Volker Ludwig in der Gala-Nacht am 16. März 2011
Das GRIPS Theater ist eines der erfolgreichsten und bekanntesten Kinder- und Jugendtheater bundesweit. Für den Autor oder die Autorin steht deshalb einiges auf dem Spiel. Eine Uraufführung am Berliner GRIPS Theater hätte jeder gern. Auch wenn allein die Zusammenarbeit mit dem GRIPS Theater und der viertägige Workshop, den Myrta Köhler in der Januarausgabe „IXYPSILONZETT“ (Beilage der Fachzeitschrift „Theater der Zeit“) sehr schön portraitiert hat, bereits eine Bereicherung für die Autoren sein muss. Bis zum 16. März 2011 jedenfalls bleibt es spannend, wer der Gewinner sein wird. Dann nämlich heißt es in der Gala-Nacht wie in einer Oscarnacht „and the winner is…“
Quellen:
"Ein klassisches Drama?" von Myrta Köhler, in: IXYPSILONZETT, 01.2011
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