Berliner Mauer - der Anfang vom Ende des Walter Ulbricht

Erich Honecker stürzte Walter Ulbricht - Wolfgang Wildner
Erich Honecker stürzte Walter Ulbricht - Wolfgang Wildner
Am 13. August 2011 jährt sich zum 50. Male der Bau der Berliner Mauer. Gleichzeitig wurde damals das Ende der Ära Ulbricht eingeleitet.

"Der ist als Dachdecker mal auf den Kopf gefallen." Diesen Satz soll der ehemalige Staatschef der DDR einmal über seinen Nachfolger Erich Honecker gesagt haben. Damit reagierte Walter Ulbricht darauf, dass Honecker wenig von seinen Reformversuchen nach der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 1961 wissen wollte. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 2011 soll ein Überblick über den schwelenden Konflikt zwischen Walter Ulbricht und seinem Nachfolger Erich Honecker, einhergehend mit der Wachablösung an der Spitze der Deutschen Demokratischen Republik gegeben werden. Walter Ulbricht übertrug übrigens jenem Erich Honecker die praktische Leitung des Baues der Berliner Mauer am 13. August 1961.

Die Reform der Jugend- und Kulturpolitik wurde im Dezember 1965 durch Honecker beendet

Die Geschicke in der Regierung der DDR wurde zu weiten Teilen von der Sowjetunion aus kontrolliert und geleitet. Nachdem die Regierung der DDR am 13. August 1961 unter der Führung des damaligen Staatschefs Walter Ulbricht die Berliner Mauer, den sogenannten Antifaschistischen Schutzwall, errichten ließ und damit die Grenzen gen Westdeutschland dicht machte, versuchte sich Ulbricht gar als Reformator, um seine Deutsche Demokratische Republik zu retten. Doch viele SED-Genossen, allen voran der Saarländer Dachdecker Erich Honecker, sahen in dem Weg, den Walter Ulbricht beschreiten wollte, den falschen Weg. Honecker scharte Reformgegner um sich und kritisierte über Umwege die Politik von Walter Ulbricht, ohne jedoch den Staatschef persönlich anzugreifen, was sich im Nachhinein als ein kluger Schachzug von Honecker herausstellen sollte.

Im Dezember 1965, auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der Deutschen Demokratischen Republik, nahm sich Erich Honecker zunächst der Jugend- und Kulturpolitik der DDR an. DDR-Schriftsteller wie Stefan Heym oder Manfred Bieler wurden von Erich Honecker auf das heftigste kritisiert. Das große Ziel der Attacken von Honecker und Co. war jedoch der Jugendradiosender "DT 64". Erich Honecker meinte, dass die dort gespielte "Beatmusik" eine "hektische, aufpeitschende Musik, die die Zersetzung der DDR-Jugend begünstigt" sei. Mit dem 11. Plenum des Zentralkomitees war die kurze Phase der kulturellen Reform von Walter Ulbricht schneller beendet, als dies der damalige Staatschef der DDR selbst dachte.

Im Januar 1971 wurde in einem Brief nach Moskau die Ablösung von Walter Ulbricht gefordert

Doch das Ende der von Walter Ulbricht angestrebten kulturellen Reformen in der DDR war nur der Anfang des Endes von Ulbricht als Staatschef der Deutschen Demokratischen Republik. Die Wirtschaftsreform von Ulbricht glich einem Offenbarungseid und misslang völlig. Im Jahr 1970 kam es in der gesamten DDR zu herben Versorgungsengpässen und im Herbst 1970 sprach sich eine nicht zu unterschätzende Mehrheit - gegen den Willen von Walter Ulbricht - für eine Rückkehr zum alten System der zentralen Wirtschaftslenkung in der Deutschen Demokratischen Republik aus. Das Machtgefüge von Walter Ulbricht wackelte nun bedenklich und im Januar 1971 forderten 13 von 21 Politbüromitgliedern und Kandidaten in einem Brief an die sowjetische Regierung in Moskau unter Leonid Breschnew die Ablösung von Walter Ulbricht als Staatschef der DDR. In dem Brief hieß es unter anderem, Walter Ulbricht habe sich vom "wirklichen Leben der Partei, der Arbeiterklasse und aller Werktätigen entfremdet" und er werde von irrealen Vorstellungen und "Subjektivismus" beherrscht. Auch sei Walter Ulbricht im Umgang mit anderen Parteigenossen der SED oftmals "grob beleidigend und diskutiert von einer Position der Unfehlbarkeit".

Walter Ulbricht selbst erkannte das Spiel, dass seine eigentliche Parteigenossen rund um Erich Honecker mit ihm spielten und erklärte am 27. April 1971 vor dem Politbüro seinen Rücktritt als Staatschef der Deutschen Demokratischen Republik. Auch wenn Ulbricht offiziell zum Ehrenvorsitzenden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ernannt wurde, stellte ihn die neue DDR-Regierung rund um Erich Honecker als denjenigen hin, der für die wirtschaftliche Misere in der DDR verantwortlich war. Walter Ulbricht starb am 01. August 1973 in Berlin.

Quellen:

Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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