Berliner Mauerweg-Gropiusstadt nach Lichtenrade

Am südlichen Stadtrand von Berlin entlang

Erinnerungsstein zur Grenzöffnung in Großziethen  - Harald Rossa
Erinnerungsstein zur Grenzöffnung in Großziethen - Harald Rossa
Ein großer Teil dieser Etappe des Berliner Mauerwegs führt über Stadtstraßen in Buckow und Lichtenrade. Das Schlussstück bietet dann wieder den Blick in die Feldflur.

Diese etwa zehn Kilometer Etappe des Berliner Mauerwegs beginnt am Rande der Gropiusstadt am Kölner Damm. Entweder als Fortsetzung der Etappe von Rudow bis zur Gropiusstadt. Für die Anreise zu diesem Startpunkt bietet sich die U-Bahnlinie 7 an. Die U-Bahnhöfe Wutzkyallee oder Lipschitzallee befinden sich in der Nähe.

An den Hochhäusern der Gropiusstadt entlang bis nach Alt Lichtenrade

Der Berliner Mauerweg verläuft hier auf der westlichen Seite. Via Ringslebenstraße und Stuthirtenweg geht es zum Buckower Damm, der Hauptstraße in Richtung Großziethen. Hier erinnert ein Gedenkstein an die „gewaltlose Öffnung der Grenzanlagen“ zwischen Großziethen und Berlin-Buckow. Auch weiterhin bleibt der Kolonnenweg tabu. Über die Gerlinger Straße und den Töpchiner Weg führt der Mauerweg nach Alt Lichtenrade, wo zwei Biergärten zur Rast einladen.

Abkürzung durch Lichtenrade

Wem der große Bogen um die Außengrenzen von Lichtenrade zu viel wird, der kann nun eine schöne Abkürzug wählen. Die quert die Groß Ziethener Straße und folgt weiter der Straße Alt Lichtenrade. Ein märkischer Dorfanger erinnert an alte Zeiten. Eine schöne Feldsteinkirche steht am Weg. Am Giebelpfuhl ist eine Rast möglich. Am Ende des Weges kommt eine hektische Kreuzung. Den Damm überqueren und auf der anderen Seite in die Bahnhofsstraße eintauchen. Im Zentrum von Lichtenrade wird auf dem Weg zum S-Bahnhof Lichtenrade die Gelegenheit zum Shoppen wie zum Rasten geboten. Und drei Kilometer kürzer als die vorgesehene Etappe ist der Weg geworden.

Auf dem Postenweg an Lichtenrade vorbei

Liebhaber der Ruhe und der Feldflur gehen über die Groß Ziethener Straße wieder zur Grenze. Dort muss nicht gleich an eine Fata Morgana gedacht werden, wenn Elefanten, Kamele und Pferde auftauchen. Denn auf dem Feld gleich hinter der Berliner Stadtgrenze schlägt schon mal ein Zirkus sein Zelt auf. Ein kurzer Abstecher nach links führt zu der neuen Stele zum Gedenken an Horst Kullack, der am 31. Dezember 1971, im Alter von 23 Jahren, bei einem Fluchtversuch angeschossen wurde. Drei Wochen später erlag er am 21. Januar 1972 seinen schweren Verletzungen.

Der Berliner Mauerweg führt nun rechts ab wieder auf den Postenweg. Auf Höhe der Wittelsbacher Straße steht ein Gedenkkreuz. Denn schwenkt der Weg nach rechts und eine weitere neue Stele erinnert hier an Herbert Kiebler aus Mahlow, der hier am 27. Juni 1975 erschossen wurde Knapp zweihundert Meter weiter, kurz vor der Trasse der Dresdeer Bahn, folgt wieder eine Stele. Sie erinnernt an Eduard Wroblewski aus Zahna, der hier am 26. Juli 1966 erschossen wurde.

Dann wird der Asphalt durch Waldboden abgelöst. Am Birkenhaag vorbei wird die Bundesstraße 96 erreicht, wo es seit 1977 die Grenzübergangsstelle Mahlow gab. Auch über diesen Übergang rollten Mülltransporte aus Berlin (West) in die DDR zur Deponie Schöneiche.

Schlussspurt zum S-Bahnhof Lichtenrade

Die Grenztruppen der DDR haben die B 96 zwischen Berlin und der Siedlung Roter Dudel untertunnelt. Und diesen Tunnel nutzt heute auch der Berliner Mauerweg zur sicheren Querung der stark befahrenen Straße. Südlich beginnt in einem Abstand von etwa 1 Kilometer die Bebauung der Ortschaft Mahlow. Nach knapp einem Kilometer bildet der Bahndamm der Dresdner Bahn ein unüberwindliches Hindernis. An der damals still gelegten Bahnstrecke starb am 26. Juli 1966 Eduard Wroblewski im Kugelhagel der DDR-Grenzsoldaten. Er hatte dort in den Abendstunden die Flucht in den Westen versucht.

Vor dem Bahndamm muss der Weg über die Paplitzer, Petkusser und Horstwalder Straße eingeschlagen werden. Hier gibt es einen Bahnübergang. Dahinter rechts führt die Wolziger Zeile zum S-Bahnhof Lichtenrade. Wer dem Berliner Mauerweg weiter folgen will, der biegt hinter dem Bahnübergang lins ab und folgt der Etappe von Lichtenrade nach Lichterfelde.

Weitere ein- und Ausstiegspunkte an der Strecke

Im Verlauf der Gerlinger Straße, des Töpchiner Wegs und der Groß Ziethener Straße begleiten Buslinien den Weg, der daher jederzeit abgebrochen werden kann. Am Kirchhainer Damm am ehemaligen Grenzübergang Mahlow endet die Buslinie 275.