Beschuss von Fort Sumter – Auftakt zum Amerikanischen Bürgerkrieg

Telegramm zur Kapitulation von Fort Sumter - National Archives
Telegramm zur Kapitulation von Fort Sumter - National Archives
Vor 150 Jahren: Am 12. April 1861 begann mit dem Beschuss von Fort Sumter im Hafen von Charleston, South Carolina der Amerikanische Bürgerkrieg.

Um 4.30 Uhr am Morgen des 12. April 1861 eröffnete die Artillerie der Konföderierten das Feuer auf Fort Sumter. Der Beschuss des Forts im Hafen von Charleston, South Carolina bildete vor 150 Jahren den Auftakt zum blutigsten Ereignis der amerikanischen Geschichte: dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Rund 620.000 Soldaten sollten in dem bis 1865 zwischen Nordstaaten und Südstaaten ausgefochtenen Konflikt sterben. Bis heute sind das mehr tote amerikanische Soldaten, als in allen anderen Kriegen zusammen genommen auf amerikanischer Seite gefallen sind.

Beschuss von Fort Sumter endete mit Kapitulation der Garnison

Der Auftakt in Charleston war mehr Spektakel als Gemetzel. Die erste Kanone durfte der Politiker Edmund Ruffin abfeuern, einer der Scharfmacher auf Südstaatenseite, die den Konflikt erst bis zur Sezession angeheizt hatten. Die Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten hatte der Einzelstaat South Carolina im Dezember 1860 zum Anlass genommen, um sich aus der Union der Vereinigten Staaten zu lösen. Weitere Sklavenhalterstaaten im Süden folgten. Sie fürchteten, dass der Republikaner Lincoln die Sklaverei begrenzen oder gar abschaffen würde. Mehrere Versuche Lincolns, eine politische Lösung zur Beendigung der Sezession zu finden, scheiterten. Seine Entscheidung, die Garnison von Fort Sumter – einem Symbol für die Präsenz des Bundes auf dem Boden South Carolinas – mit Nachschub zu versorgen, wurde vom Süden als Kriegserklärung aufgefasst. General P.G.T. Beauregard, Kommandeur der Konföderierten in Charleston, forderte von den US-Truppen in Fort Sumter die Kapitulation. Als diese abgelehnt wurde, begann der Beschuss. Tausende Zivilisten beobachteten vom Hafen aus das Artillerieduell.

Der Amerikanische Bürgerkrieg dauerte vier Jahre

Knapp zwei Tage dauerte das ungleiche Kräftemessen zwischen Fort-Besatzung und Beauregards Batterien – dann kapitulierten die Nordstaatler. Bis zum 14. April hatte es noch keinen Todesfall gegeben. Dies änderte sich erst beim Ehrensalut für die abziehenden Unionstruppen. Durch fehlerhafte Munition wurde ein Soldat getötet und ein zweiter tödlich verwundet: Sie waren die ersten Opfer des Nordens im Krieg. Am 15. April 1861 berief Lincoln 75.000 Freiwillige, um die Rebellion des Südens niederzuschlagen. Schnell sollte sich herausstellen, dass dies viel zu wenige Truppen waren. Alle Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Krieges endeten nach der Schlacht von Bull Run oder Manassas am 21. Juli. Der Süden gewann die erste große Schlacht, doch der Norden erholte sich schnell von der Niederlage. Erst 1863 – mit den Siegen bei Vicksburg und Gettysburg, wo Lincoln seine berühmteste Rede hielt – sollte sich die Union einen entscheidenden Vorteil erkämpfen. Bis zum Ende des Krieges im Frühsommer 1865 sollten insgesamt etwa 1,5 Millionen Nordstaatler unter Waffen stehen, darunter auch hunderttausende deutschstämmige Amerikaner, auf Seiten des Südens kämpften rund 900.000 Soldaten.

Major Robert Anderson, der die Garnison in Fort Sumter kommandiert hatte, sollte vier Jahre später noch einmal in den Hafen von Charleston zurückkehren. Nach der Kapitulation des Südens durfte er die amerikanische Flagge (Stars and Stripes) erneut über dem Fort hissen, die er am 14. April 1861 hatte einholen lassen.

Literatur:

  • James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges. Anaconda 2008. Gebundene Ausgabe, 1003 Seiten.
  • David Stephen Heidler, Jeanne T. Heidler und David J. Coles (Herausgeber): Encyclopedia of the American Civil War: A Political, Social, and Military History. W W Norton & Co 2002. Gebundene Ausgabe, 2784 Seiten.

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