"Besessen" – Mischa Barton als Psychopathin

Filmposter Besessen – Fesseln der Eifersucht - Paramount Pictures
Filmposter Besessen – Fesseln der Eifersucht - Paramount Pictures
Ein Mädchen vergisst nie die erste Liebe. In dem Thriller "Besessen" aus dem Jahr 2009 entführt eine junge Frau die neue Freundin ihrer Jugendliebe.

Durch die Serie "O.C. California" wurde die Schauspielerin Mischa Barton im Jahr 2003 schlagartig berühmt, doch überzeugende Rollen in erfolgreichen Produktionen blieben danach für die gebürtige Britin weitgehend aus. Stattdessen entwickelte sich Mischa Barton zu einem der Lieblingszielobjekte der amerikanischen Boulevardpresse und fiel in erster Linie durch Alkoholexzesse und ihr Liebesleben auf. Böse Zungen könnten daher behaupten, die Rolle der gescheiterten, psychopathischen Kleinstadtschönheit Shelby Mercer in dem Thriller "Besessen – Fesseln der Eifersucht" (Originaltitel "Homecoming") sei ihr wie auf den Leib geschrieben.

"Besessen – Fesseln der Eifersucht": Die Rückkehr des Königs und das Leiden der Königin

In ihrer Highschoolzeit waren Shelby und der Sportler Mike (Matt Long) das Traumpaar schlechthin. Selbstverständlich wurden beide bei den Abschlussfeierlichkeiten zum Ballkönig und zur Ballkönigin gewählt. Doch während Mike danach aufs College ging, blieb Shelby in der Kleinstadt zurück, pflegte ihre todkranke Mutter und übernahm erfolglos den Familienbetrieb, eine Bowlingbahn. Als Mike nach mehreren Monaten nach Hause zurückkehrt, um an einer Feier ihm zu Ehren teilzunehmen, freut sich Shelby, ihren Freund wiederzusehen und bald eine Familie mit ihm zu gründen, doch wird sie stattdessen mit einer Wahrheit konfrontiert, die sie bisher vor sich und anderen leugnen konnte: dass Mike sich von ihr getrennt hat und mit einer anderen Frau, Elizabeth (Jessica Stroup), lliert ist. Die geschockte Shelby macht zunächst gute Miene zum bösen Spiel, verliert auf dem Heimweg jedoch die Fassung und fährt mit ihrem Wagen versehentlich eine Fußgängerin an: Elizabeth.

"Misery" lässt grüßen

Die weiteren Entwicklungen zwischen Shelby und Elisabeth weisen einige Parallelen zur Stephen-King-Verfilmung "Misery" auf. Shelby nimmt die verletzte Elisabeth mit in ihr abgelegenes Haus, um sie gesund zu pflegen, so wie es der Charakter Annie Wilkes (Kathy Bates) in "Misery" mit dem Unfallopfer Paul Sheldon (James Caan) tut. Genau wie Annie entwickelt sich Shelby schnell zu einer Krankenschwester des Grauens, die ihre Patientin unter Drogen setzt, bestiehlt und misshandelt. In "Misery" bricht Annie dem ihr ausgelieferten Paul nach dessen Fluchtversuch die Füße und auch Shelby malträtiert Elisabeths Gehwerkzeuge, als diese mehrmals zu fliehen versucht. Bei ihren qualvollen Streifzügen durch das Haus entdeckt Elisabeth zudem, ganz ähnlich wie Paul in "Misery", eindeutige Hinweise, dass ihre selbst ernannte Wohltäterin bereits gemordet hat.

Natürlich kann es "Besessen – Fesseln der Eifersucht" nicht mit einem Hollywooderfolg wie "Misery" aufnehmen und dass Mischa Barton ihrer erfahrenen Kollegin Kathy Bates, die für ihre Leistung als psychopathische Annie mit dem Oscar prämiert wurde, nicht das Wasser reichen kann, steht außer Frage, dennoch sind Shelbys Pflegemaßnahmen ausreichend entsetzlich, um die Zuschauer bei Laune zu halten.

Wahre Liebe gegen Besessenheit

Shelby versucht dem zutiefst beunruhigten Mike weiß zu machen, dass Elisabeth ihn verlassen habe, was er nur langsam zu glauben beginnt. Shelby will Mike zurückerobern, doch dessen Gefühle für Elisabeth sind zu stark. Am Ende triumphiert die wahren Liebe über die wahnsinnige Besessenheit, doch lassen die finalen Minuten des Films noch überflüssige Möglichkeiten offen, wie so oft bei Horrorthrillern.

Letztlich erweist sich "Besessen – Fesseln der Eifersucht" als solider Film über Liebe und Wahnsinn, über die Sucht nach Aufmerksamkeit und über die Angst vor dem Alleinsein.

Besessen – Fesseln der Eifersucht. USA 2009. Regie: Morgan J. Freeman. 88 min.

Maret Hosemann, Maret Hosemann

Maret Hosemann - Ich habe meinen Magisterabschluss in Deutsche Philologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemacht und in ...

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