Wenn Kinder krank werden, wünschen sich die meisten Eltern ein wirksames aber mildes Arzneimittel, um die entsprechenden Beschwerden behandeln zu können, ohne dass durch Nebenwirkungen zusätzliche Probleme entstehen. Hier sind homöopathische Mittel bestens geeignet, denn Kinder reagieren auf die sanften Helfer oft besonders gut, vor allem, wenn sie noch nicht durch Stress oder eine ungesunde Lebensweise belastet sind.

Setzen sanfte Impulse: homöopathische Arzneimittel

Homöopathische Arzneien unterstützen die körperliche Abwehr und trainieren das Immunsystem, indem sie kleinste Impulse vermitteln, die die Selbstheilungskräfte anregen. Außerdem wirken sie meist verblüffend schnell. Besonders Aconitum, Arnica, Belladonna und Chamomilla können ohne viele Vorkenntnisse leicht und vielseitig bei Kindern angewendet werden und sollten daher in keiner homöopathischen Hausapotheke fehlen.

Aconitum napellus D6 (Blauer Eisenhut)

Eisenhut in homöopathischer Zubereitung ist die richtige Wahl, wenn ein Infekt plötzlich und mit hohem Fieber beginnt. Die Haut ist heiß und trocken, die Beschwerden verschlimmern sich abends und nachts. Auch bei den ersten Anzeichen eines Schnupfens mit Niesen und heftigem Frieren ist Aconitum D6 hilfreich, ebenso wie bei einem roten entzündeten und trockenen Hals, der sich mit einem Prickeln und Kratzen ankündigt. Das Kind hat heftige Schmerzen beim Schlucken und bekommt Fieber. Typisch ist, dass alle beschriebenen Symptome von Unruhe, Ängstlichkeit und großem Durst begleitet werden. Weitere Anwendungsgebiete sind pochende oder stechende Ohrenschmerzen, vor allem nach einem Aufenthalt im kalten Wind, und ein trockener Husten im Anfangsstadium. Im seelischen Bereich kann Aconitum D6 bei Schul- und Prüfungsangst und bei Lampenfieber eingesetzt werden.

Atropa belladonna D6 (Tollkirsche)

Fieberhafte Infekte, die eher mit schweißig-roter Haut einhergehen, können mit Belladonna D6 behandelt werden. Typische Symptome für diese Medikation sind überraschend hoch einsetzendes Fieber und starkes Schwitzen. Auch einen Fließschnupfen mit heißer, brennender und leicht geröteter Nase kann die homöopathisch zubereitete Tollkirsche lindern. Andere Erkältungskrankheiten, die von einem heißen Kopf oder Körper und berstenden Kopfschmerzen begleitet werden, lassen sich mit Belladonna D6 ebenfalls lindern. Weitere Merkmale sind ein heißer trockener Hals, kalte Hände und Füße, Verlangen zu schlucken, zugeschnürter Hals, heißes, rotes und berührungsempfindliches Ohr oder bohrende, klopfende Ohrenschmerzen. Bei allen Erkrankungen hat das Kind kaum Durst, ist benommen oder erregt und reagiert empfindlich. Belladonna kann auch bei Zahnungsbeschwerden angewendet werden, wenn das Kind dabei unruhig und erregt ist, wobei das Zahnfleisch dick geschwollen erscheint. Gesicht und Augen sind gerötet.

Matricaria chamomilla D6 (Kamille)

Chamomilla D6 hilft unruhigen, quengeligen Kindern, wenn sie fiebern oder Blähungen mit starken Schmerzen haben. Ihr Geschrei ist dann oft so durchdringend, dass es kaum zu ertragen ist. Außerdem möchte das Kind umher getragen werden. Diese Begleiterscheinungen treten auch manchmal beim Zahnen auf, wobei eine Wange röter als die andere ist. Gleichzeitig werden die Beschwerden von Durchfall begleitet. Chamomilla ist auch bei heftigen Ohrenschmerzen das Mittel der Wahl, wenn das Kind äußerst gereizt und überempfindlich ist. Kleinkinder schreien hierbei wütend, beruhigen sich aber beim Umhertragen.

Arnica D6 (Bergwohlverleih)

Da sich Kinder beim Spielen und Toben leicht verletzen können, sollte man unbedingt Arnica D6 im Haus haben. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verletzungen mit Blutungen wie Platzwunden, bei Muskelprellungen, Verstauchungen und Verrenkungen kann es immer gegen Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und zum Blutstillen eingesetzt werden. Selbst bei Kopfverletzungen wie Beulen, Schlägen oder Stößen, auch auf Augen und Nase, ausgeschlagenen Zähnen oder Verletzungen an den Extremitäten ist Arnica D6 ein zuverlässiger Helfer in der Not.

Dosierung homöopathischer Arzneimittel bei Kindern

Die Dosierung richtet sich zum einen nach dem Alter, zum anderen nach der Art der Erkrankung. Soweit keine andere Verordnung vom Arzt vorliegt, gelten folgende Empfehlungen für diese Mittel in D6:

  • Säuglinge im 1. Lebensjahr: 1-2 Globuli pro Gabe
  • Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr: 2-3 Globuli pro Gabe
  • Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr: 3-4 Globuli pro Gabe
Wenn eine akute Erkrankung vorliegt, gibt man die Globuli zunächst stündlich, jedoch höchstens 6-mal täglich. Sobald sich die Beschwerden bessern, reduziert man die Häufigkeit der Gaben. Ansonsten gilt eine Einnahme von 3-mal täglich der angegebenen Globuli. Man lässt sie eine halbe Stunde vor oder nach den Mahlzeiten langsam auf der Zunge zergehen. Sollten sich die Beschwerden nicht bessern, muss immer ein Arzt aufgesucht werden!

Quelle: Homöopathie. GU-Ratgeber von Werner Stumpf, Verlag Gräfe und Unzer 1994.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals den Rat eines Arztes ersetzen!