Laufstrecken in Hamburg - Fitness an der Elbe

Hamburg nennt sich auch nach der verkorksten Olympia-Bewerbung „Sportstadt". Ein Laufstrecken-Test.

Am 25.04.2010 wurde in der Hansestadt zum 25. Mal der Hamburg Marathon gelaufen. Viele trainierte und weniger trainierte Läufer – einige wurden sogar von Nordic-Walkern überholt- machten sich auf die 42,195 Kilometer lange Strecke quer durch die Elbmetropole. Für die meisten Teilnehmer war dabei sein alles und die Zeit eher sekundär. Bei strahlend blauem Himmel wurden die Athleten von 500. 000 Zuschauern an der Laufstrecke zum Durchhalten motiviert. „Uwe, beweg Dich Du Sack!“, „Susi, heute wirst Du Marathoni!“ oder „Um Zwölf gibt es Mittag“, waren nur einige Schilder am Straßenrand. Rührend ist ein selbstgemaltes Schild vor einem Altersheim an der Elbchaussee: „Wir waren auch schon mal schneller!“

Eine Marathon-Teilnahme ist jedoch nicht zwingend notwendig, um Spaß am Laufen in Hamburg zu finden. Die Hansestadt bietet zahlreiche Laufstrecken mitten in der Stadt.

Die Alsterrunde – Klassiker und Catwalk (7,4 km)

Die Hamburger Außenalster bietet mit ihrem 7,4 km-langem Ufer einen beliebten Rundkurs mit unschlagbarer Aussicht auf Alsterdampfer und Segelboote. Diese Meinung teilt auch ein Großteil der Hamburger Hobby-Läufer nach Feierabend. Somit ist es hier abends und am Wochenende entsprechend voll. Zu diesen Stoßzeiten können aus den 7,4 Kilometern schon einmal 10 Kilometer werden, resultierend aus dem „Zick-Zack“-Laufen. Gerade beim „Bottleneck“ an der Segelschule Pieper, gerät der Lauf-Takt so manches Mal ins Stocken. Fußgängern, Läufer und Radfahrer müssen sich aufgrund des Platzmangels einigen, was nur begrenzt gelingt. Auf der anderen Uferseite sieht ist die Laufsituation entspannter. Ein breiter Sandweg bietet allen Alster-Liebhabern gleich viel Platz. Die Laufstrecke ist auf großen Strecken auch abends beleuchtet, so dass zahlreiche Hamburger bis spät Abends der körperlichen Ertüchtigung frönen. Ein Nachteil- neben der Überfüllung zu Stoßzeiten, ist das teilweise ausgeprägte Modebewusstsein der Läufer. Viele Läufer sind kaum schneller als Fußgänger, glänzen aber mit einem Outfit, das jeden kenianischen Marathon-Läufer vor Neid erblassen lassen würde.

Planten un Blomen/Wallanlagen - Botanik und Steigungen (ca. 6 km)

Der zwischen St. Pauli und Dammtor gelegene Park „Planten un Blomen“ verbunden mit den „Wallanlangen“ ein attraktives Laufareal für Pflanzenliebhaber und Läufer, die auch vor Steigungen nicht stoppen. Gestartet wird am Eingang Milerntor. Erste Streckenposten sind das Museum für Hamburgische Geschichte und Hamburgs einzige Freiluft-Eis,- bzw. Rollschuhbahn. Abwechslungsreich mit zahlreichen Springbrunnen, künstlichen Wasserfällen und allen erdenkbaren Pflanzen schlängelt sich die Anlage vorbei an der Untersuchungshaftanstalt Hamburg in Richtung Dammtorbahnhof. Manchmal gibt es verbale Unterstützung der Insassen. An Rosenbeeten geht der Rundparkour weiter in Richtung Fernsehturm an Rhododendron-Büschen und an quakenden Entenfamilien vorbei. Die Strecke ist ein wenig kürzer als die Alsterrunde, jedoch aufgrund verschiedener Steigungen anspruchsvoller. Zwar nicht so überfüllt hat diese Laufstrecke den Nachteil, dass die Parkanlagen in der Winterzeit nur bis 20:00 in der Sommerzeit bis 22:00 Uhr geöffnet haben. Die Parkbeleuchtung ist eher spärlich

Hafen – Maritime Winterstrecke oder Morgenstrecke (ca. 4 km)

Eine Strecke, die eher im Winter oder „Nichttouristischen“ Stoßzeiten genutzt werden sollte, ist die Hafenstrecke. Gestartet wird z.B. an der Überseebrücke. Hamburgs „Boardwalk“ bietet ein tolles Panorama: Große Pötte und kreisende Möwen. Der Pegelturm der Landungsbrücken bleibt rechts liegen. Auf der neuen gut ausgebauten Strecke direkt am Hafenbecken entlang geht es in Richtung historische Fischauktionshalle. Kurz vor der Fischaktionshalle wartet eine kleine Treppenübung auf die Läufer. Die Fußgängerbrücke führt zum kleinen Park „Parkfiction“ und zur St. Pauli Hafenstraße. Am Ende der Hafenstraße schließt ein Panoramaweg mit Blick über den Hamburger Hafen, der gerade in der Morgensonne für das frühe Aufstehen entschädigt. Wahlweise geht es zurück vorbei am Hamburger Michel oder läuferisch anspruchsvoller über das Bismark-Denkmal und Jugendherberge hinunter zu den Landungsbrücken. Wenn die Luft noch reicht, steht einem Abstecher in die Hafencity nichts im Wege.

Doris Brandt, Doris Brandt

Doris Brandt - Geboren in Wedel bei Hamburg. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und verschiedenen Auslandsaufenthalten in den USA, Studium der ...

rss