Eine Bewerbung schreiben – Fehler vermeiden!

Warum Bewerbungsschreiben im Papierkorb landen - Foto: Eva Bambach
Warum Bewerbungsschreiben im Papierkorb landen - Foto: Eva Bambach
Der Erfolg hängt auch von der Sorgfalt bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen ab. Manche Bewerbung scheitert schon durch Fehler im Anschreiben.

Was nützen gute Noten im Zeugnis, wenn die Bewerbungsunterlagen im Personalbüro schon aussortiert werden, bevor die Bewerbungsmappe überhaupt geöffnet wurde? Bei der Flut der Bewerbungen, die auf ausgeschriebene Stellen häufig eintreffen, ist es gar nicht möglich, alle Unterlagen genau zu studieren. Deshalb sind die mit der Sichtung der eingegangenen Bewerbungen beauftragten Mitarbeiter in der Regel bestrebt, einen großen Teil der Kandidaten im Vorfeld auszuschließen.

Das Anschreiben ist wie eine Visitenkarte

Das Anschreiben, mit dem die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, ist das erste, was die Mitarbeiter im Personalbüro zu sehen bekommen. Es ist deshalb für die Erfolgsaussichten der Bewerbung entscheidend, diesen kurzen Brief nicht nur inhaltlich, sondern auch formal optimal zu gestalten. Bei der Lektüre dieses Begleitschreibens entscheidet sich oft schon, ob die Bewerbungsunterlagen überhaupt weiter geprüft werden.

Rechtschreibung ist wichtig!

Für viele vielleicht überraschend: Rechtschreibfehler sind in Bewerbungen das Ausschlusskriterium Nummer eins. Bei einer Umfrage unter deutschen Arbeitgebern benannten mehr als 85 % der Befragten mangelnde Rechtschreibung als größten Fehler, der von den Stellenbewerbern gemacht werde. Mit etwas Sorgfalt lassen sich die gröbsten Fehler jedoch heute vermeiden – schließlich gibt es bei den gängigen Textverarbeitungsprogrammen entsprechende Prüffunktionen. Auch wer bei einer Online-Bewerbung eine E-Mail als Anschreiben verwendet, tut daher gut daran, den Text eventuell in einem Textprogramm zu prüfen. Zwar finden auch die Rechtschreibfunktionen dort nicht jeden Fehler – aber wer zusätzlich noch mehrmals selbst über den Text liest und seinen Brief im besten Fall auch noch einmal von einer anderen Person lesen lässt, dürfte die meisten Fehler berichtigen können.

Mehr Sorgfalt steigert die Aussicht auf Erfolg der Bewerbung

Auch die anderen Fehler in Bewerbungen, die in der Rangliste der Umfrage weit oben stehen, lassen sich mit etwas Sorgfalt leicht vermeiden: Mit Abstand weniger wichtig, aber doch mit deutlich über 50 % noch als gravierend wurde von den Befragten die fehlende Kenntnis der ausgeschriebenen Stelle und des Unternehmens (57 %) und die Adressierung an den falschen Ansprechpartner (54,4 %) genannt. Mit etwas Recherche im Internet dürfte diesen Missständen leicht abgeholfen werden können.

Formatierung und Fotos

Unpassende Fotos (52,6 %), schlecht formatierte Dokumente (52,2 %) und schlechte Formulierungen (50,7 %) sind weitere schwerwiegende Mängel bei Bewerbungen. Die Bewerbungsfotos sollten nicht in Freizeitkleidung aufgenommen werden und wer die Ausgabe für ein professionelles Foto vom Fotografen nicht scheut, ist hier auf der sicheren Seite. Bei der Formatierung von Dokumenten kann man auf die entsprechenden Funktionen der gängigen Textprogramme vertrauen – am sinnvollsten ist es, sich von den in den meisten Programmen angebotenen „Assistenten“-Funktionen leiten zu lassen oder sich an den dort angebotenen Vorlagen zu orientieren.

Einfach besser formulieren

Auf den ersten Blick lähmend mag auf viele Stellensuchende die Angst vor „schlechten Formulierungen“ wirken. Jedoch gilt hier, was für jede Art der schriftlichen Kommunikation zutrifft: Wer im Zweifel lieber einfach formuliert, statt sich in Floskeln und Worthülsen zu verstricken, liegt in der Regel richtig.

Ein Beispiel aus der Praxis:

„Ich sehe mich außerdem in der Lage mir weitere Kenntnisse anzueignen, wenn dies zur optimalen Ausführung der Arbeitsstelle nötig ist.“

Besser so: „Ich kann mich schnell in neue Aufgaben einarbeiten.“

Und übrigens: 38 % der Befragten störte es, wenn in den Bewerbungen Textpassagen aus Bewerbungsratgebern abgeschrieben waren!

Quelle:

Umfrage von kalaydo

Eva Bambach 2011, Eva Bambach

Eva Bambach - Seit 1995 freie Autorin und Redakteurin für verschiedene Verlage, unter anderem für Brockhaus, Harenberg, Meyer, Duden; ...

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