„Sechs Medaillen möchte ich bei den Heimweltmeisterschaften im oberbayerischen Ruhpolding zum Abschluss meiner Karriere holen“, hatte Magdalena Neuner selbstbewusst vor Beginn der WM als Parole ausgegeben. Sie ist nach weniger als der Hälfte der Rennen bei der Biathlon-WM auf dem besten Wege dazu. Zehn Weltmeistertitel hatte die Ausnahmeathletin im Laufe ihrer beispiellosen Karriere bereits errungen. Am 3. März kam als 11. Titel die Weltmeisterschaft im Sprint hinzu. Am 4. März holte sie die Vize-Weltmeisterschaft und Silbermedaille in der Verfolgung. Bronze hatte sie bereits mit der Mixed-Staffel am 1. März gewonnen.

Der Sprintwettkampf als Ausgangsbasis für die Verfolgung

Magdalena Neuner gewann ohne Schießfehler mit 15 Sekunden Vorsprung vor der ebenfalls fehlerfreien Darya Domrachewa aus Weißrussland und der Ukrainerin Vita Semerenko – auch ohne Schießfehler - mit weiteren 22 Sekunden Rückstand den Sprintwettkampf und schaffte sich damit eine glänzende Ausgangsbasis für den anschließenden Verfolgungswettkampf, der auf den Ergebnissen des Sprints aufbaut. Das Sprintrennen der Damen war, im Gegensatz zum Sprintrennen der Herren, eine Demonstration der Treffsicherheit. Viel mehr Teilnehmerinnen als üblich beendeten ihr Rennen ohne Schießfehler.

Das Verfolgungsrennen

Diese Steilvorlage wollte sich Magdalena Neuner in der Verfolgung nicht mehr nehmen lassen, nachdem sie am Vortag im Sprint der Damen am 3. März eine souveräne und überzeugende Leistung geboten hatte. Magdalena Neuner ging 15 Tage vor ihrem Karriereende als Topfavoritin mit rund 15 Sekunden auf Darya Domrachewa in das Verfolgungsrennen. Beide führen auch in dieser Reihenfolge die aktuelle Weltcupwertung an.

Bis zum ersten Liegendschießen hatte Domrachewa schon einige Sekunden aufgeholt, aber Magdalena Neun schoss stakkatoartig ihre Serie und blieb wie Domrachewa fehlerfrei. Jetzt waren es wieder 16 Sekunden Abstand. Auf dem dritten Platz folgte Marie Laure Brunet aus Frankreich. Beim zweiten Liegendschießen schossen Neuner und Domrachewa je einen Fehler, blieben aber vorn. Brunet folgte mit 42 Sekunden Rückstand. Beim ersten Stehendschießen blieb Neuner bei sehr zügiger Schussfolge wieder fehlerfrei, während Domrachewa ein Fehler unterlief. Neuner führte jetzt mit 33 Sekunden auf Domrachewa und 1 Minute und neun Sekunden auf Brunet. Das zweite Stehendschießen musste jetzt die Entscheidung bringen. Neuner schoss zwei Fehler und Domrachewa blieb fehlerfrei. Neuner ging mit 13 Sekunden Rückstand auf Domrachewa auf die letzten zwei Kilometer. Dieser Rückstand war nicht mehr aufzuholen: Domrachewa gewann vor Neuner und Olga Viluchina aus Russland. Andrea Henkel wurde nach fehlerfreiem Schießen noch 11., Tina Bachmann 14., Miriam Gössner 22. und Franziska Hildebrand 47.

Der Medaillenspiegel 2012 nach 5 von 11 Rennen

1. Frankreich 2 Goldmedaillen

2. Deutschland 1 Goldmedaille, 1 Silbermedaille, 1 Bronzemedaille

3. Norwegen 1 Goldmedaille, 1 Silbermedaille

3. Weißrussland 1 Goldmedaille, 1 Silbermedaille

5. Schweden 1 Silbermedaille, 1 Bronzemedaille

6. Slowenien 1 Silbermedaille

7. Russland 2 Bronzemedaillen

8. Ukraine 1 Bronzemedaille

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Quellen: Deutscher Ski Verband (DSV), Internationale Biathlon Union (IBU), ruhpolding2012.com, ZDF Sport extra