
- Biber Herrmanns dritte CD ist da - Christa Kaddar
Für das CD-Release-Konzert im Januar 2011 wählte Biber Herrmann seine Heimatbühne im Salon im Fachwerk in Eltville-Martinsthal. Vier Konzerte waren geplant und schon nach kurzer Zeit ausverkauft, so dass zwei weitere Termine angeboten werden mussten, um die Nachfrage nach Karten zu befriedigen. Es ist Biber Herrmanns dritte CD nach „temporarily blue“ und „Rainbow Walker“. Die neue CD beschert den Fans elf Songs, die sich grob in „Love“ und „Good Reasons“ einteilen lassen, und es sind ausschließlich Stücke aus der Feder des wortgewandten Songpoeten. Seine Blues-Wurzeln sind genauso unüberhörbar wie ein ganz eigenständiger Biber-Sound.
Die neue CD von Biber Herrmann überrascht mit vielen Love Songs
„Aus irgendeinem Grund kamen viele Liebeslieder auf diese CD, was nicht typisch für mich ist“, sagte der Songpoet und relativierte diese Neuigkeit sogleich ein wenig: „Es sind nicht nur glückliche Liebeslieder.“ Unter der Kategorie „Good Reasons“ hat er die sozialkritischen, politisch angehauchten und zornigen Songs zusammengefasst, wie beispielsweise „One Good Reason“. Darin geht es unter anderem um die Truppen im Irak und in Afghanistan. „Brother, can you tell me, is there one good reason at all?“, heißt es im Refrain. Den Song hat er 2007 in einem Berliner Hotel geschrieben. Ebenfalls in diese Kategorie gehört das Lied „World On Death Row“. „Das war der letzte Song, der es gerade noch auf den letzten Drücker auf diese CD geschafft hat“, erklärte er. In diesem Text über die „Welt in der Todeszelle“ hat er seiner Enttäuschung und seinem Zorn über die Laufzeiten-Verlängerung für die Atomkraftwerke Ausdruck gegeben.
Auf der CD wird Biber Herrmann von hervorragenden Musikern begleitet
Auf der CD werden alle Songs – mit Ausnahme von „Big Nothing“ – von großartigen Musikern begleitet wie Jens-Peter Abele, Marquis de Shoelch, Steppel Salewski, Anja Silke Binder und Gabriele Martina Fjodowara. Im Salon war Biber Herrmann solo, auch wenn sein Fingerpicking klingt, als wäre noch ein weiterer Gitarrist im Spiel. Wie immer bewies er sich als glänzender Moderator, der zu jedem Song eine kleine Geschichte zu erzählen hat und mit seinem Publikum im ständigen Austausch steht. Den Song „Angels In The Rain“ beispielsweise hat er den Genies gewidmet, die er auf seinem Weg getroffen hat und die ihn beeindruckt haben. „Ihnen fehlt manchmal der Boden der Realität unter den Füßen, aber durch sie kommt etwas durch, was nicht von dieser Welt zu sein scheint und das ist gut so.“
Der Text zu „The Soviet Baby Blues“ kam im Traum zu ihm
Zweimal im Jahr zieht sich Biber Herrmann zurück zum Komponieren und Texten – am liebsten nach Berlin oder ins Allgäu, wie er berichtete. Dort kommen ihm die besten Ideen für neue Songs. „Manche Songs kommen aber auch einfach durchs Fenster geflogen. So war es mit ‚Big Nothing‘. Ich musste mich nur hinsetzen und aufschreiben, was mir spontan in den Sinn kam.“ Ein Lied der neuen CD kam sogar im Traum zu ihm: „The Soviet Baby Blues“. Der Song gehört auch in die Kategorie „Love“, ist aber eigentlich ein ironischer Text. „Es handelt von einer russischen Heiratsschwindlerin. Im Traum sah ich den Satz vor mir: ‚She had eyes like diamands, clear as the Tundra skies‘, und diese Botschaft aus dem Traum musste ich einfach aufschreiben.“
Begeistert nahm das Publikum die Stücke von der neuen CD auf, an der er vier Jahre gearbeitet hat. Bei seinen Konzerten hat er schon hin und wieder das ein oder andere Lied vorgestellt. Im Salon präsentierte er nun zum ersten Mal „Leaving Town Blues“ und „Have A Little Faith“. Im Lauf des Abends bekamen die Gäste alle Songs der neuen CD zu hören; dazu gehörten noch „Lines For A Wedding Song“, „Song for Rose“ und „Love Is A Caravan“. Dazwischen spielte er außerdem Interpretationen von Stücken, die ihn geprägt haben, wie „High And Dry“ von den Rolling Stones oder „Buckets Of Rain“ von Bob Dylan. Dabei vergaß Biber Herrmann nicht zu erwähnen, dass ihn ein gemeinsamer Bekannter mit diesen Musikern verbindet, nämlich Fritz Rau, den er bei Lesungen musikalisch begleitet.
Begeisterte Biber-Herrmann-Fans schreiben in sein Gästebuch
Was immer Biber Herrmann vortrug, der stürmische Beifall des Publikums war ihm gewiss. Am Ende wurde er dreimal mit anhaltendem Applaus auf die Bühne zurückgeholt. Die Rufe nach Zugaben beantwortete er mit „In The Summertime“, „Sweet Georgia Brown“ und schließlich mit einem süßen Geheimnis: In dem Song „Sweet Nun“ erzählt er von seiner heimlichen Liebe zu einer Nonne. In den Genuss dieses Songs kommen allerdings nur Gäste der Live-Konzerte – auf der CD ist es nicht enthalten.
Nach den CD-Release-Konzerten gab es wieder begeisterte Eintragungen im Gästebuch auf der Homepage des Musikers. Zum Beispiel so: „Wir haben schon immer die Leute beneidet, die Bob Dylan, John-Lee Hoooker usw. noch in Clubatmosphäre erleben durften, jetzt gehören wir auch dazu! Der heutige Abend in der authentischen Martinsthaler Salon-Stimmung wird uns unvergesslich bleiben.“ Mehr davon auf Biber Herrmanns Homepage. Dort finden sich auch die Termine der Tour 2011.
