Bibliotels – Reisen und Lesen

Hotels bieten Leseurlaub für Bücherliebhaber

Logo Bibliotels - Innovationswerkstatt Sebastian Mettler
Logo Bibliotels - Innovationswerkstatt Sebastian Mettler
Bibliotels verbinden Reisegenuss mit Lesefreude und reagieren damit auf das momentan wieder aufflammende Interesse für Literatur. Der ideale Urlaub für Bücherwürmer.

Insgesamt 50 Bibliotels, verteilt auf Österreich, Deutschland und Südtirol, bieten aktuell erholenden und zugleich bildenden Leseurlaub an. Bibliotels sind Lesehotels und bieten Bücherliebhabern einen Urlaub mit optimaler Leseatmosphäre und stellen dem lesebegeisterten Gast ein umfangreiches Angebot an unterschiedlichster Lektüre zur Verfügung.

Die Idee, das Reisen mit dem Lesen zu verbinden, stammt von der "Innovationswerkstatt Sebastian Mettler" aus Salzburg. Unter dem Motto "Reisend lesen – Lesend reisen" soll der Urlaub im Bibliotel zu einer "Sinnreise" werden und den Menschen in der heutigen schnelllebigen Zeit die Ruhe bieten, die es für eine genussvolle Lektüre braucht.

Ein Bibliotel definiert sich durch optimale Lesebedingungen

Ein Bibliotel ist nicht einfach nur ein Hotel mit Bibliothek. Um sich Bibliotel nennen zu dürfen, müssen Betriebe bestimmte Kriterien erfüllen. Die Art der Unterkunft spielt dabei keine Rolle. Egal ob Pension oder 5-Sterne-Hotel, ein Bibliotel definiert sich hauptsächlich durch die Qualität in Sachen Lesen. Einige der Lesehotels widmen sich bestimmten Themen. So gibt es beispielsweise Romantik-Bibliotels, Alpen-Bibliotels und Krimi-Bibliotels.

Unabhängig vom allgemeinen Niveau des Hotels, werden Bibliotels in vier Kategorien unterteilt. Buch-Symbole weisen auf den Umfang der Leseausstattung hin. In einem Bibliotel mit beispielsweise zwei Buch-Symbolen stehen dem Gast mindestens 300 Bücher zur Verfügung. In einem mit fünf Buch-Symbolen gekennzeichneten Bibliotel hat der lesebegeisterte Urlauber Auswahl zwischen rund 1.500 Titeln.

Am Puls der Zeit – Bibliotels entsprechen aktuellen Bedürfnissen

Laut Studien des "IMAS", dem österreichischen Institut für Markt-Sozialanalysen, lesen 73 Prozent der ÖsterreicherInnen mindestens ein Buch pro Jahr. Das "Institut für Demoskopie Allensbach" informiert, dass die Zahl der Buchkäufer in Deutschland in den letzten zehn Jahren gestiegen sei und rund 48 Millionen Deutsche potentielle Buchkäufer sind. Der Erfolg der Bibliotels untermauert die Richtigkeit der Studien. Das Bedürfnis zu lesen besteht auch in der heutigen, von Fernsehen und Internet beherrschten Zeit.

Um auf die Bibliotels aufmerksam zu machen, startete die "Innovationswerkstatt Sebastian Mettler" die Aktion "StadtLesen". Im Rahmen dieser Aktion werden sowohl in Österreich als auch in Deutschland öffentliche Räume regelmäßig zu "Lesewohnzimmern" umfunktioniert.

Reisen (im Kopf)

Sebastian Mettler, der Initiator der Idee rund um den Leseurlaub, fasst das Konzept Bibliotel in wenigen Worten zusammen: "Nicht, dass man ohne Lesen nicht Reisen könnte, oder ohne Reisen nicht Lesen, aber lesend reist es sich besser und reisend liest es sich besser. In den Bibliotels finden Urlauber, die der Leselust uneingeschränkt frönen wollen ideale Bedingungen vor."

Trotz großem Erfolg ist diese vollkommen neue Art des Reiseerlebnisses keine Massenware. Um die Qualität zu wahren, hat die "Innovationswerkstatt Sebastian Mettler", beschlossen, die Zahl der Bibliotels auf insgesamt 200 zu beschränken.

Ein Paradies für Bücherwürmer

Den Gast erwartet in einem Bibliotel eine jährlich aktualisierte Bibliothek, die zudem mit Hörbüchern, Tageszeitungen und Zeitschriften ergänzt wird. Bei der Ankunft erwartet den Urlauber als Willkommensgeschenk ein "Wunschbuch", das er sich bereits bei der Buchung aussuchen durfte.

Die Ausstattung eines Bibliotels ist ganz auf die Bedürfnisse und Wünsche von Bücherliebhabern abgestimmt. Lesemöbel, Lesesäcke, Leseliegen, Hängematten und Sofas gehören zu der Grundausstattung eines jeden Bibliotels. Lesenischen und Leseecken bieten dem Leser Rückzugsmöglichkeit. Alles in Allem ist die Ausstattung eines Bibliotels darauf ausgerichtet, dem Gast ein zum Lesen animierendes Ambiente zu bieten. Dies gilt nicht nur für die Ausstattung. Damit sich der Gast nicht von seiner Lektüre losreißen muss, um pünktlich zum Essen zu erscheinen, gibt es flexible Essenszeiten. Und natürlich darf auch während der Mahlzeiten gelesen werden. Eine weitere Besonderheit, die ein Bibliotel bietet, ist das allabendliche "Betthupferl", eine Ansichtskarte mit je einer Kurzgeschichte.

Lese-Themenräume

Um die Phantasie des Lesers anzuregen und ihn in die tatsächliche Stimmung eines bestimmten Buches zu versetzen, haben sich einige Bibliotels was ganz Besonderes ausgedacht und sogenannte Lese-Themenräume eingerichtet. Im Hotel Haus am See am Kärntner Weissensee zum Beispiel, erhält der Gast einen Schlüssel, der eine Schatzkiste auf einer Waldlichtung öffnet. In dieser Schatzkiste befinden sich zahlreiche Krimis, deren Lektüre im dämmrigen Licht der Waldlichtung besonders gruselig ist.

Sonja Marzoner - Sonja Marzoner hat Grafik- und Produktdesign an der Freien Universität Bozen, Italien, studiert und arbeitet zur Zeit als ...

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