
- Bienen auf einer Wabe - Heike Dommnich
Die Varroa-Milbe (Varroa destructor) ist den Imkern schon lange bekannt. Sie lebt als Parasit auf den Bienen, schwächt diese und überträgt zusätzlich gefährliche Krankheiten. Nun ist ein weiterer Parasit entdeckt worden, der die Bienen sterben lässt. Es ist eine kleine Fliege, die zu den Renn- und Buckelfliegen gehört. Sie legt ihre Eier an die Bienen. Deren Larven fressen diese quasi von innen auf und beeinflussen das Verhalten der Bienen.
Ein neuer Parasit – neue Gefahr für Bienen
Der neue Parasit, die Fliege Apocephalus borealis wurde durch Zufall entdeckt. Sein Entdecker, der Wissenschaftler John Hafernik von der Universität San Francisco in den USA, geht davon aus, dass die Fliege noch nicht lange als Parasit auf den Bienen lebt, da diese als ständige Forschungsobjekte permanent unter Beobachtung stehen. Von den Fliegen war bisher nur bekannt, dass sie auf Ameisen, Wespen, Hummeln und einigen Bienenarten parasitieren. Auf der Honigbiene wurden die Parasiten erst jetzt entdeckt. Sie sind für die Fliegen ein neuer Wirt.
Befallene Bienen verhalten sich seltsam
Normale, gesunde Bienen bleiben in der Nacht in ihrem Bienenstock. Die von der Fliege befallenen Bienen fliegen nun nachts aus und sammeln sich an Lichtquellen wie Lampen und hellen Fenstern. Dort bewegen sie sich orientierungslos im Kreis und sterben am Ende ohne jede Kontrolle über ihre Gliedmaßen. Das Verhalten wirft viele Fragen auf. Beeinflusst der Parasit den Tag-Nacht-Rhythmus der Bienen? Verlassen die befallenen Bienen freiwillig den Bau oder werden Sie von ihren Artgenossen dazu gezwungen? An welchen Orten wird die Biene von dem Parasit befallen? Die Wissenschaftler wissen bisher noch nicht viel über die Auswirkungen des neuen Parasiten auf die Bienenvölker. Die Imker sehen einem weiteren Feind der Bienen mit Schrecken entgegen. Jedes Jahr im Frühjahr stellt sich erneut die Frage: wie viele Bienenvölker haben diesen Winter überlebt? Und dann folgt die Frage, wie gesund und stark kommen die Bienen über den Sommer?
Das Sterben der Bienen beschäftigt die Wissenschaft
Vom Kollaps der Bienenvölker in den USA ist seit Jahren die Rede. Zahlreiche Wissenschaftler forschen und suchen nach der Ursache. Klar ist dabei, dass es nicht nur eine Ursache ist, sondern ein Mix aus vielen Faktoren. Untersuchungen des neuen Parasiten zeigen, dass sowohl die Bienen als auch die Fliegen selbst von einem Virus befallen sind, der zur Deformation der Flügel führt. Gleichzeitig liegt bei den Tieren eine Pilzerkrankung vor. Viele Wissenschaftler sehen in beidem die eigentliche Ursache für das Bienensterben. Bisher wurde die parasitisch lebende Fliege auf den Bienen nur in Kalifornien und in South Dakota entdeckt. Die Vermutung liegt jedoch nah, dass sich die Parasiten auch auf andere Bienenvölker ausbreiten. Wie sich die Fliegen unter Kontrolle bringen lassen, ist noch unbekannt. Gegen die inzwischen lange bekannte Varroa-Milbe kann der Imker etwas tun. Eine kluge Völkerführung und Maßnahmen mit zugelassenen natürlichen Tierarzneien helfen, die Milbe zu kontrollieren.
Quellen: wissenschaft-online.de / stern.de / wissenschaft-aktuell.de
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