Big Brother is watching you... again

Seit Anfang des Jahres zeigt RTL2 die 10. Staffel des TV-Formats

Die "härteste Staffel aller Zeiten" steht unter dem Motto "Jeder hat ein Geheimnis". Ein Blick auf die zehnte Staffel "Big Brother" bei RTL2.

Seit dem 11. Januar 2010 ist es wieder soweit: Die 10. "Big Brother"-Staffel ist gestartet. Nach altbekannter Manier leben 13 völlig Fremde zusammengepfercht auf engstem Raum. Nach eigener Aussage der Macher sei dies die "härteste Staffel aller Zeiten". Zu Beginn sah es so aus, als müsste ein Teil der Bewohner Messie-like in einem zugemüllten Wohnbereich leben, nach wenigen Tagen durften aber auch diese in den Luxusbereich ziehen. Doch Konsumgüter sind rar gesät und müssen in Matches erspielt werden, ebenso wie Marken für warmes Duschwasser. Wie ein Damoklesschwert schwebt die Angst vor einer einwöchigen Kohlensuppen-Diät bei Nicht-Bestehen der Wochenaufgabe. Diese wird in der montäglichen, von Alexandra Bechtel präsentierten Live-Show bewertet.

"Big Brother" in der Kritik

Das 1999 in den Niederlanden zum ersten Mal präsentierte Konzept "Big Brother" wird mittlerweile in über 70 Ländern umgesetzt. Die Kritik scheint überall gleich. Es wäre ein zu intensiver Eingriff in das Privatleben der Bewohner, sagen die Gegner, den diese selbst gewählt hätten, antworten die Befürwortet.

Auch würde den Bewohnern ein bestimmtes, quotenorientiertes Image verpasst, was zwar für die Tageszusammenfassungen (für Staffel 10 von "Big Brother" heißt das: Dienstag bis Sonntag 19 Uhr RTL2) gelten mag, kaum aber für die 24-Stunden Übertragung (in Deutschland via Sky). Häufig wird, meist mit Bezug auf das grenzwertige Niveau und die niedrigen Einschaltquoten, nach der Daseinsberechtigung eines solchen Formates gefragt, so beispielsweise bei medienheft oder der Online-Präsenz der Süddeutschen Zeitung. Zwar beziehen diese Artikel sich auf vorangegangene Staffeln, da jedoch das Konzept "Big Brother" gleichbleibt, verhält es sich ebenso mit der Kritik daran.

Doch trotz aller Bedenken haben sich auch dieses Mal wieder ausreichend Kandidaten gefunden, denen ein Leben vor den Kameras nichts auszumachen scheint. Es mag dahingestellt sein, inwieweit der mögliche Gewinn von 250.000 Euro über potenzielle Bedenken des Einzelnen hinwegzuhelfen vermag.

Extreme Kandidaten als Quotenhits bei "Big Brother"?

Bis zum 7. Juni, also 148 Tage lang, leben, lieben und streiten sich die Kandidaten, alles unter dem Motto "Jeder hat ein Geheimnis". Wie immer setzt Big Brother auf viel nackte Haut und Kontroversen um die einzelnen Kandidaten. Und so ist dementsprechend auch dieses Mal die Zusammenstellung der Bewohner eine hoch-explosive Mischung, gespickt mit einigen D bis F Promis: Iris, Mutter von der durch "Goodbye Deutschland" bekannt gewordenen Daniela Katzenberger, Ex-"Germanys Next Top Model"-Kandidatin Micaela, die bereits im anderen TV-Formaten mit Katzenberger Junior aneinandergeraten war, ein homosexuelles, HIV infiziertes Ehepaar und zwei Erotikdarsteller sind nur die extremsten Bewohner, die sich in die wie immer kontrovers diskutierte TV-WG verirrt haben.

Die Kandidaten bieten Diskussionsstoff

In Foren wie dem von clipfish oder bbfun wird heftig diskutiert.

Micaela, die bereits nach kurzer Zeit das Haus wieder verlassen hatte, kann bereits auf eine umfangreiche Liste mit Fernsehauftritten zurückblicken, weswegen ihre Ernsthaftigkeit in Bezug auf das Projekt von Fans in Foren hinterfragt wird.

Auch über Coras Geturtel mit Tobi wird zum Thema. Zum einen stehen ihre Motive mit Hinblick auf die baldige Veröffentlichung ihrer ersten CD in der Kritik. Zum anderen stellt sich vielen Zuschauern die Frage, wie weit diese Beziehung nach dem Auszug, vor allem aufgrund von Coras Berufswahl, eine Zukunft hat.

Das Ehepaar Carlos und Harald, wobei letzterer Opfer der ersten Nominierung geworden war, haben mit ihrem Geständnis, HIV infiziert zu sein, bereits nach weniger als 24 Stunden den Tattoowierer Horst aus dem Haus vertrieben, der nach eigenen Aussagen im "Big Brother"-Haus nicht mit derart ersten Themen in Verbindung hatte kommen wollen.

Und dieses Polarisieren scheint es zu sein, was auch in diesem Jahr erneut die Zuschauer vor die Fernsehgeräte zieht. Denn trotz der Frage nach der Existenzberechtigung und den oft, laut Quotenmeter zurecht, niedrig eingeschätzten Einschaltquoten scheint sich für Produktionsfirma und Sender auch eine 10. Staffel von "Big Brother" noch auszuzahlen.

Katrin Jahn, Katrin Jahn

Katrin Jahn - Katrin Jahn, Jahrgang 1984, lebt in Hagen (Westfalen). 2009 erlangte sie den akademischen Grad eines Bachelors der Anglistik/Amerikanistik ...

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