Können Vogelspinnen fliegen? Oder fressen sie etwa Vögel? Beides ist falsch. Sachliche Informationen und zahlreiche Bilder zu Vogelspinnen veröffentlicht ein neues Buch. Nils Belker hat es für die Reihe Kosmos-Buch geschrieben. Der Autor pflegt rund 200 Arten von Vogelspinnen. Viele davon züchtet er. Bis zu 80.000 Exemplare pro Saison liefert er an den Zoohandel.

Fünf Kapitel über Vogelspinnen

Das Erste behandelt die Anatomie, die Lebensweise und das Verhalten von Vogelspinnen. Das zweite Kapitel erläutert, wie Vogelspinnen gepflegt werden können. Terrarien in passender Größe und mit richtiger Belüftung, sinnvoller Beleuchtung und Wärmequellen sind in verschiedene Typen eingeteilt. Es gibt Spinnen aus dem Regenwald der Tropen und Arten, die in Steppen leben. Entsprechend sollten die Pflegebehälter ausgestattet sein. Pflege und Fütterung sind kurz behandelt. Das dritte Kapitel berichtet über die Zucht und Aufzucht von Vogelspinnen. Im Vierten geht um Gesundheit und Hygiene, denn auch Spinnentiere können erkranken. Das fünfte und längste Kapitel stellt insgesamt 160 Arten in kurzen Porträts vor.

Am Ende des Buches wird auf weitere Informationsquellen verwiesen: Internetadressen (bei denen auch die des Buchautors nicht fehlt), Anschriften von Ämtern, Instituten, Organisationen und Vereinigungen. In einem Glossar werden Fachbegriffe kurz erklärt. Ein Literaturverzeichnis, Stichwort- und Artenregister ist vorhanden.

Viele Arten von Vogelspinnen in Farbbildern

Rund zwei Drittel des großformatigen Bandes (27,5 × 20 cm) sind der Systematik gewidmet. In diesem Artenteil werden Arten, Gattungen und Unterfamilien der Familie Theraphosidae kurz beschrieben und abgebildet. Etwa 250 Farbfotos wurden von Christina Steimer speziell für dieses Buch aufgenommen. Das Layout ist traditionell der Sachlichkeit des Buches angemessen und übersichtlich. Die Artentabellen zu den Arten der einzelnen Gattungen sind etwas raumgreifend, teilweise Seiten füllend.

Private Pflege von Vogelspinnen

Die Pflege von Vogelspinnen in Wohnzimmer-Terrarien ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Inzwischen gibt es zahlreiche Bücher und Fachliteratur darüber. Das ist auch gut so, denn grundsätzlich sollte sich jeder, der Tiere pflegen will erst informieren, bevor er sich welche anschafft. Das gilt natürlich besondere für Tiere zu denen es gesetzliche Haltungsvorschriften gibt. In Deutschland sind solche Haltungsrichtlinien Sache der Bundesländer. In jedem Land gibt es andere Vorschriften und juristische Auslegungen. In dem Buch wird über den aktuellen Stand im Abschnitt „Vogelspinnen und die Gesetzgebung“ informiert. Im Bundesland Hessen ist die Haltung von gefährlichen Tieren durch Privatpersonen verboten. Auf der Liste der – vom Gesetzgeber – als gefährlich eingestuften Tiere stehen auch einige Gattungen von Vogelspinnen. In anderen Bundesländern werden Vogelspinnen nicht gelistet.

Der Name der bis zu tellergroßen Vogelspinnen geht übrigens auf ein Gemälde von Maria Sybilla Merian (1647 – 1717) zurück und Angst muss man vor ihnen auch nicht haben.

Nils Belker: Vogelspinnen. Pflege, Ernährung, Zucht. 160 Arten im Porträt. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG. Stuttgart 2010. Hardcover 191 Seiten. Euro 39,90