Bildbearbeitung für Lehrkräfte

Wichtige Regeln und Grundwissen für Unterrichtszwecke

Bildbearbeitung für Lehrkräfte - Stefan Dassler
Bildbearbeitung für Lehrkräfte - Stefan Dassler
Als Lehrkraft muss man immer häufiger mit Digitalbildern umgehen. Damit Ihre Fotos echte "Hingucker" sind, sollten Sie ein Bildbearbeitungsprogramm nutzen.

Schwerpunkt der digitalen Bildbearbeitung ist es, Fehler zu beheben, die beim Fotografieren auftreten können – beispielsweise Über- und Unterbelichtung, Unschärfe, Kontrastschwäche, Bildrauschen bei Nachtaufnahmen, Rote-Augen-Effekt bei Porträts und stürzende Linien bei Architekturaufnahmen.

Wenn Sie Digitalfotos zur Illustration von Arbeitsblättern oder für Powerpoint-Präsentationen im Unterricht verwenden, so sollten sie attraktiv für die Schülerinnen und Schüler aussehen. Auch Fotos von Betriebserkundungen und Schulausflügen können mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms verbessert werden. Zudem können Bilder für die Klassen- oder Schulhomepage oder den Jahresbericht der Schule optimiert werden. Schüler und Kollegen betrachten die Fotos oft sehr kritisch.

Wichtige Regeln für die Bildbearbeitung für Unterrichtszwecke

Hier finden Sie erste hilfreiche Tipps, um Ihre Digitalfotos für Unterrichtszwecke nachzubearbeiten:

Originaldatei sichern

Achten Sie darauf, dass Sie die Originalfotos in einem gesonderten Ordner auf Ihrem Computer aufbewahren. Arbeiten Sie in dem Bildbearbeitungsprogramm mit einer Kopie des Originalfotos. So verhindern Sie, dass Sie die Originaldatei durch Änderungen versehentlich überschreiben.

Zwischenschritte speichern

Wenn Sie eine umfangreiche Nachbearbeitung eines Bildes vornehmen, ist es oft sinnvoll, die Zwischenschritte als Dateien mit Zahlenfolgen zu speichern (beispielsweise Titel01, Titel02, Titel03). So lassen sich Ihre Schritte später immer wieder nachvollziehen.

Nicht auf die Automatik verlassen

Die automatischen Funktionen zur Verbesserung von Helligkeit, Sättigung (= subjektiv empfundene Leuchtkraft einer Farbe) und Kontrast bringen nicht immer die besten Ergebnisse. Probieren Sie ganz kreativ die manuellen Einstellungen aus.

Passendes Dateiformat wählen

Speichern Sie das Digitalfoto im JPG-Format, wenn Sie es in Word oder PowerPoint für Unterrichtszwecke einbinden oder per E-Mail an Ihre Schüler oder Kollegen verschicken wollen. Für die Klassenhomepage bietet sich das GIF-Format an. Ausdrucke in Form des Jahresberichts der Schule können am besten vom TIFF-Format erfolgen.

Kontrollausdrucke nutzen

Wenn das Foto auf dem Bildschirm toll aussieht, heißt das noch nicht, dass es auf Papier genauso gut wirkt. Kontrollieren Sie dies mit einem Ausdruck. Auch die verwendete Papiersorte kann Farbtonveränderungen erzeugen.

Grundwissen – Pixel, Auflösung, Farbtiefe und Dateiformat

Befasst man sich mit dem Thema digitale Bildbearbeitung, so stößt man auf eine schier unendliche Informationsfülle. Einige grundlegende Begriffe und Bezeichnungen begegnen Ihnen bei der Bildbearbeitung für den Unterricht immer wieder.

Pixel

Als Pixel bezeichnet man die kleinste Einheit, aus der ein digitales Bild zusammengesetzt ist. Jedes Pixel trägt bestimmte Farbinformationen und eine Position innerhalb des Bildes. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm werden diese Pixel immer wieder neu berechnet – beispielsweise wenn man Helligkeit, Sättigung, Kontraste oder Bildgröße verändert. Ein verkleinertes Bild wird zum Verschicken per E-Mail oder zur Veröffentlichung auf der Schulhomepage benötigt.

Auflösung

Je kleiner die Pixel („Bildteilchen“) Ihres Bildes sind, desto höher und besser ist die Auflösung. Bei hoher Auflösung benötigt ein Foto entsprechend viel Speicherplatz. Die übliche Einheit für die Auflösung in der Bildbearbeitung ist dpi (dots per inch). Für die Druckversion eines Jahresberichtes werden die Fotos in einer Auflösung von etwa 300 dpi benötigt. Für die Klassenhomepage sind etwa 72 dpi ausreichend.

Farbtiefe

Sie legt fest, wie viele Farben ein Bild maximal enthalten kann. Die Einheit der Farbtiefe ist Bit. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme können mit den folgenden Farbtiefen arbeiten:

  • Farbtiefe 1Bit: Farbanzahl 2 Farben (schwarz-weiß)
  • Farbtiefe 4 Bit: Farbanzahl 16 Farben
  • Farbtiefe 8 Bit: Farbanzahl 256 Farben
  • Farbtiefe 16 Bit: Farbanzahl 65.536 Farben
  • Farbtiefe 24 Bit: Farbanzahl 16.777.216 Farben (RGB-Farben)

Auf dem Farbmonitor bei Ihrem Computer werden alle Farben aus den RGB-Farben (Rot Grün Blau) aufgebaut.

Dateiformat

Große Bilddateien sind bei der Arbeit mit der Schulhomepage oder bei PowerPoint-Präsentationen im Unterricht hinderlich. Es werden schnellere Ladezeiten benötigt. Das handlichste Dateiformat für Einbindungen in Word oder PowerPoint und zum Verschicken per E-Mail ist JPEG (Joint Photographic Experts Group). Es benötigt wenig Speicherplatz, liefert eine relativ gute Bildqualität und ist auch für hochauflösende Fotos gut geeignet. Bei JPEG ist 24-Bit-Farbtiefe möglich. Das GIF-Format (CompuServe Graphic Interchange Format) eignet sich für die Klassen- oder Schulhomepage, wenn nur wenige Farben benötigt werden. GIF-Dateien haben nur 8-Bit-Farbtiefe. Es ermöglicht aber die Transparenzschaltung bestimmter Farbbereiche, was im Internet oft benötigt wird. Das TIFF-Format (Tagged Image File Format) liefert für Ausdrucke des Jahresberichts und bei Arbeitsblättern beste Ergebnisse. Das Format erzeugt eine komplett verlustfreie Qualität. Die Dateien sind jedoch groß (ab 1 MB).

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Literaturhinweise:

  • Gulbins, J.: Grundkurs Digital Fotografieren, Kameratechnik, Bildkomposition, Bildbearbeitung, Bildverwaltung. Heidelberg, 204.
  • Kettermann, K.: Digitale Fotografie und Bildbearbeitung. Bonn, 2003.
Stefan Dassler, Dipl.-Handelslehrer, Stefan Dassler

Stefan Dassler - Dipl.-Handelslehrer (Studium der Wirtschaftspädagogik mit Schwerpunkt Organisationspsychologie an der Universität ...

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