Bilder-Kunst von Ernst Volland, Künstler aus Berlin

Beinharte Satire gegen die Jägermeister-Werbung - Ernst Volland
Beinharte Satire gegen die Jägermeister-Werbung - Ernst Volland
Am 23.10.2011 fand die Vernissage mit Kunst von Ernst Volland in Bürgstadt am Main statt. Der Berliner Künstler zeigte seine Werke bis 04.12.2011.

Der international bekannte Künstler Ernst Volland aus Berlin zeigte erstmals seine Kunst in dem Ort, wo er aufgewachsen ist, in Bürgstadt am Main. Die Vernissage fand am 23. Oktober 2011 im Wein-Kulturhaus statt. Professor Dr. Bernd Hüppauf (New York/Berlin) hatte bei der Ausstellungseröffnung eine informative und kurzweilige Laudatio gesprochen. Gezeigt wurden die Arbeiten bis zum 4. Dezember 2011 unter dem Titel "Aus der Provinz in die Metropole und wieder zurück: Ernst Volland, Bürgstadt-Berlin“. Die Ausstellung endete mit einer Finissage am 4. Dezember 2011, bei der Ernst Volland eine Retrospektive seines künstlerischen Lebens und Wirkens in einem kurzweiligen und erhellenden Vortrag präsentierte.

Montagen, Plakate, Karikaturen von Ernst Volland

Es war eine kleine, aber feine Auswahl, die Ernst Volland im Dachgeschoss des Wein-Kulturhauses in Bürgstadt zeigte. Es waren Montagen, Plakate, Karikaturen und einige Arbeiten aus Vollands Serie "Eingebrannte Bilder". Der Künstler aus Berlin will nicht gefällig sein, sondern unbequem und zum Nachdenken anregen. Vielseitig, provozierend und kritisch schießt er bewusst über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. Die Satire des Künstlers als Antwort auf die bisweilen ordinäre Jägermeister-Werbung ("Ich trinke Jägermeister, weil ich zwar nicht den Numerus Clausus, dafür aber die Nummer mit Klaus geschafft habe") hatte 1981 großes Aufsehen erregt. Ernst Volland hatte in die Jägermeister-Werbung das Foto eines siebenjährigen Mädchens integriert und ihm den Satz in den Mund gelegt: "Ich trinke Jägermeister, weil mein Dealer im Knast sitzt“. Der Mast-Konzern zettelte damals einen Gerichtsprozess gegen den Berliner Künstler an. Der ehemaligen Satire-Zeitschrift "Pardon“, wo Volland die Jägermeister-Persiflage veröffentlichte, brachte dem Blatt eine immense Auflagensteigerung.

Die Foto-Kunst von Ernst Volland ist viel beachtet, zum Beispiel "Eingebrannte Bilder"

Ernst Volland genießt internationales Ansehen. Seine kritische Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und das Aufarbeiten der historischen Wahrheit über den Nationalsozialismus brachten dem Künstler große Anerkennung im In- und Ausland. Die Ausstellung "Eingebrannte Bilder", eine beeindruckende, von Ernst Volland bearbeitete Bild-Dokumentation über die Zeitspanne seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 60 Jahre danach wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin in einem Katalog zusammengefasst. Gezeigt wurde die Ausstellung in Berlin, Gera und Bremen. Es ist eine Bilder-Kunst, bei der die bewusst erzeugte Unschärfe der ins Gedächtnis eingebrannten Szenen – wie zum Beispiel der Kniefall von Willy Brandt – dem Betrachter eine völlig neue Perspektive eröffnen. Er erhält dadurch eine ganz andere Sichtweise und wird inspiriert, Gedankenspiele zu entwickeln. Das macht gute Kunst aus.

Als politischer Künstler will Ernst Volland provozieren

Die Karikaturen, Collagen und Plakate von Ernst Volland sind bisweilen so provozierend, dass einige der Arbeiten beschlagnahmt wurden, es Prozesse und Hausdurchsuchungen gab. Der Künstler aus Berlin ist ein Provokateur und will es auch sein. Seine Kunst ist politisch. In einer Art Vorwort im Katalog von "Eingebrannte Bilder" von Professor Bernd Hüppauf, der bei der Vernissage im Wein-Kulturhaus in Bürgstadt die Laudatio sprach, ist die politische Intention von Ernst Volland auf den Punkt gebracht: "Das Foto eines Politikers oder eines Ereignisses der Politik mag Politik dokumentieren, ist damit aber noch nicht selbst politisch. Das politische Foto entsteht erst durch einen Mehrwert, den das Bild herstellt. Vollands Bearbeitungen schaffen diesen Mehrwert.“

Kritische Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus

Für seine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, dem Holocaust und dem wieder aufkeimenden Rechtsradikalismus hatte Ernst Volland schon in jungen Jahren Anerkennung erhalten. Seine damals entwickelten Plakate und Karikaturen sind zeitlos und gewinnen angesichts der Vorkommnisse im Herbst 2011, eine neue Brisanz. Die Bild-Zeitung schreibt hier von Killer-Nazis.

Linktipp: Die Rezension der Volland-Ausstellung

Quellen:

  • Eingebrannte Bilder - ISBN 978-3-86928-004-2
  • Vollands Blog bei der TAZ
  • Heinrich-Böll-Stiftung
  • Bild online
Ruth Weitz, © Ruth Weitz

Ruth Weitz - Ruth Weitz, freie Journalistin, Obernburg am Main. Presse- und PR-Arbeit. Foto-Aufnahmen. Ich habe Schreiben zu meiner Profession ...

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