Die österreichische Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied ist wohl nicht mit der Gabe des friedlichen Vermittelns gesegnet. Zuerst zieht sie die Wut der Lehrerschaft auf sich, mit ihrem Wunsch nach gratis Mehrarbeit, dann den Gram der Schüler, denen sie ihre schulautonomen freien Tage streichen wollte und zu guter Letzt eckt sie mit den Bundesländern an, denen sie Kompetenzen entziehen will.
Der Auftrag der Bildungsministerin ist nicht einfach: bessere Bildung für weniger Geld!
Pisa-Studie
Die Ergebnisse der Pisa-Studie bringen Österreich immer wieder in Verlegenheit. Als eines der reichsten Länder der Welt ist die Qualität der Ausbildung in Österreich im internationalen Vergleich doch eher mäßig.
Die Lösungssuche des Problems läuft bereits seit Jahren. Das Projekt, das eine Änderung herbeischaffen soll ist die „Gesamtschule“.
Der Fehler wird nämlich bei den Schülern gesucht, die man durch Strukturänderungen lernwilliger machen will. Denn die Kommentare der Lehrer sind eindeutig: die Schüler sind desinteressiert, undiszipliniert, respektlos und sozial verstört.
Die Ministerin greift also das Konzept der Gesamtschule auf, das ja verschiedene soziale Gruppen zueinander bringen und möglichst vielen Schülern einen höheren Schulabschluss ermöglichen soll. Kritisiert wird an dieser Schulform aber gerade, dass das Niveau des Abschlusses sinkt, wenn man so vielen Schülern wie möglich einen hohen Schulabschluss ermöglichen will. Das kann also nicht die richtige Lösung für das bessere Abschneiden bei der Pisa-Studie sein.
Der Blick zu anderen Staaten
Die Lösungssuche müsste sich eigentlich nicht so schwierig gestalten. Schließlich gibt es Staaten, die bei der Pisa-Studie hervorragend abschneiden und deren Bildungspolitik offensichtlich funktioniert. Sie machen kein Geheimnis aus ihrem Schulsystem, also wäre doch die logische Schlussfolgerung, einfach das System jener Staaten zu übernehmen, deren Ausbildung qualitativ besser ist. Als Beispiel könnte man Finnland nennen. Dort wird nämlich nicht der Schüler kritisiert, lernunwillig zu sein, sondern es wird bei den Lehrern angesetzt. Deren Ausbildung ist hart, der Lehrberuf ein ausgesprochen angesehener. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man die Kinder, die ja die Zukunft eines jeden Staates sind, in die besten Hände legt.
Wir leben in einem reichen Land und natürlich ist für ein Kind, für das es selbstverständlich ist eine Ausbildung zu erhalten, alles interessanter als zur Schule zu gehen. Doch gerade dafür sollten Lehrer ausgebildet sein. Sie müssen Interesse wecken können, durch Wissen brillieren und fähig sein dieses weiterzugeben. Ebenso sind pädagogische Fähigkeiten ein absolutes Muss. Leider gibt es in Österreich kaum Lehrer, die behaupten können all dieses Können in sich zu tragen. Der Ruf der Lehrerschaft ist der, nur ein fauler Haufen zu sein, der viel Freizeit hat und sich trotzdem beschwert überlastet zu sein. Überhaupt wird man nur wegen der gesicherten Pension Lehrer.
Die Arbeit der Bildungsministerin würde also erheblich vereinfacht, wenn sie nicht versuchen würde, neue Ideen auszuarbeiten, die das Schulniveau heben sollen, sondern einfach ein funktionierendes System übernimmt. Das würde wohl auch dem Budget gut tun, denn einmal Geld auszugeben für eine Änderung, deren Funktionstüchtigkeit erwiesen ist, ist wohl billiger als tausend hilflose Versuche zu unternehmen, ein Schulsystem „made in Austria“ zu schaffen.
Mit dem Übernehmen des Schulsystems eines Pisa-Bestplatzierten würde nicht nur das Niveau der Ausbildung steigen, die Lehrer bekämen auch einen besseren Ruf und es gäbe bestimmt mehr Akademiker, denn wenn als Kind lernen Spaß macht, ist man eher bereit auch ein Studium zu absolvieren. Es liegt also in der Hand der Lehrer die Schüler zu interessierten, lernbereiten Jugendlichen zu machen und es ist unrecht, sie einfach als hoffnungslos aufzugeben und so zur Verdummung des Staates beizutragen.
