Bildungsscheck NRW

Weiterbildung zum halben Preis

Mit dem „Bildungsscheck NRW" sollen berufstätige Frauen und Männer zu mehr Weiterbildung motiviert werden.

Mit dem Bildungsscheck NRW will das Land Nordrhein-Westfalen kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten fördern, die großen Nachholbedarf bei der Weiterbildung haben. Bilden sich deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter, übernimmt das Land die Hälfte der Kursgebühren - maximal 500 Euro pro Bildungsscheck.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Angebote, die Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten, Einsichten und Verhaltensweisen für die berufliche Tätigkeit vermitteln, wie z. B. Sprach- und EDV-Kenntnisse, Erwerb von Schlüsselqualifikationen oder Lern- und Arbeitstechniken. Nicht gefördert werden insbesondere

  • arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen, wie z. B. Maschinenbedienerschulungen und Trainings, die dem Verkauf spezifischer Produkte dienen,
  • Kurse, die ausschließlich zur Erlangung rechtlich vorgegebener Befähigungs- und Sachkundenachweise notwendig sind oder dem Erwerb von Fahrerlaubnissen dienen,
  • Angebote, die der Erholung, der Unterhaltung, der privaten Haushaltsführung, der sportlichen oder künstlerischen Betätigung oder der Vermittlung entsprechender Kenntnisse und Fertigkeiten dienen,
  • Weiterbildungen für Beschäftigte, die dem Grunde nach staatlich gefördert werden können, insbesondere nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz,
  • Weiterbildungen für Beschäftigte, die nach § 79 SGB III bereits gefördert werden,
  • Weiterbildungen, die von Bundes- oder Landesbehörden durchgeführt werden,
  • Weiterbildungen, deren Kosten aufgrund gesetzlicher Regelungen vom Arbeitgeber zu übernehmen sind, wie z. B. Schulungen nach § 37 Abs. 6 BetrVG,
  • Weiterbildung in Form von Einzelunterricht und Coaching und
  • Weiterbildungen in Form von Informationsveranstaltungen, Fachtagungen, Kongresse und Messen mit einem Umfang von bis zu 6 Stunden.

Individueller und betrieblicher Zugang

Beim Bildungsscheck unterscheidet man zwischen individuellem und betrieblichen Zugang:

  • Beim individuellen Zugang sucht ein Beschäftigter eine Bildungsberatungsstelle auf, um mit dieser eine personenbezogene Bildungslaufbahnberatung durchzuführen.
  • Beim betrieblichen Zugang kann ein Personalverantwortlicher eines Unternehmens eine Beratung bei einer regionalen Beratungsstelle in Anspruch nehmen. Ziel dieser Beratung ist die gemeinsame Feststellung des betriebsspezifischen Weiterbildungsbedarfs. Dem Personalverantwortlichen werden die Bildungsschecks dann nach erfolgreicher Beratung ausgehändigt, um diese wiederum an die entsprechenden Mitarbeiter weiter zu leiten.

Beschäftigte erhalten maximal zwei Bildungsschecks pro Kalenderjahr. Unternehmen erhalten für ihre Beschäftigten maximal 20 Bildungsschecks pro Kalenderjahr. Bildungsschecks sind nicht auf andere Personen übertragbar und es besteht kein Rechtsanspruch auf Einlösung des Bildungsschecks.

Ablauf des Verfahrens

Der Bildungsscheck nennt den Inhalt der Weiterbildungsmaßnahme und listet mehrere Weiterbildungsanbieter auf, die entsprechende Kurse anbieten. Im einzelnen enthält der Scheck die folgenden Angaben:

  • Angabe des Weiterbildungsinhaltes/-themas
  • Drei geeignete Weiterbildungsanbieter
  • Angaben zum/zur Bildungsscheckinhaber/in (der/die zu Qualifizierende): Name, Adresse, Geburtsdatum, Nationalität
  • Bestätigung der Beratungsstelle (Stempel/Unterschrift)
  • Befristung des Bildungsschecks auf höchstens drei Monate, beginnend mit dem Tag nach der Beratung (Datum wird automatisch erzeugt)
  • Unterschrift des/der Bildungsscheckinhabers/inhaberin

Der Bildungsscheckinhaber beziehungsweise das Unternehmen bucht dann bei einem der auf dem Scheck aufgeführten Weiterbildungsanbieter das Weiterbildungsangebot.

Das Unternehmen oder der Beschäftigte bezahlt dem Weiterbildungsanbieter die Hälfte, maximal 500 Euro, der Kursgebühr durch den Bildungsscheck. Die restlichen Gebühren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Michael Konetzny, Michael Konetzny

Michael Konetzny - Michael Konetzny, Porta Westfalica, ist seit etwa 20 Jahren vorwiegend in mittelständischen Unternehmen tätig und dort ...

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