Billy Wilder war ein Regisseur und Produzent, der besonders in den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf sich aufmerksam machte. Er produzierte fast ausschließlich Schwarz-Weiß-Filme und versuchte in seinen Filmen möglichst oft politische Systeme auf die Schippe zu nehmen.
Biografie
Geboren wird Billy Wilder am 22. Juni 1906 in Krakau unter dem Namen Samuel Wilder. Da seine Mutter jedoch Amerika liebt, wird er schon von Kindesbeinen an "Billy" gerufen. 1914, kurz vor dem ersten Weltkrieg, zieht die Familie nach Wien. Dort macht Wilder das Abitur, sowie, nach einem abgebrochenen Jurastudium, Karriere als Journalist. Mitte der zwanziger zieht er nach Berlin, flieht allerdings 1933 nach Paris, da er Jude ist. Ein Jahr später wandert er in die USA aus und beginnt seine Filmkarriere. Zuerst sind seine Filme meist Flops, er wechselt häufig den Arbeitgeber, ist unter anderem bei "Columbia" eingestellt und kann erst bei "Paramount Pictures" einen großen Durchbruch erzielen. Zu der in Deutschland praktizierten Judenverfolgung bleibt er weitgehend stumm, obwohl er auch persönliche Verluste in Auschwitz zu beklagen hat.
Filmografie
Sein erster Erfolgsfilm "The Major and the Manor" wird im Jahr 1942 produziert. Seinen ersten Oscar erhält er für den Film "Das verlorene Wochenende" - es werden noch viele weitere folgen, unter anderem für den Film "Sunset Boulevard", in dem Wilder den Untergang der Stummfilmära aufzeigt und die Abgründe, die sich an der schönsten Straße in Kalifornien auftun können. Kritische Filme bleiben sein Metier, oft drehen sich seine Filme um das Nachkriegsdeutschland, so zum Beispiel der Klassiker "One, Two, Three". Aber auch vor Gerichtsdramen schreckt der Starregisseur nicht zurück: In "Witness for the Prosecution" nimmt er das englische Gericht aufs Korn und die Engstirnigkeit der britischen Richter und Anwälte.
Da er fast ausschließlich Schwarz-Weiß-Filme dreht, geht es mit seiner Karriere Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts langsam bergab. Man erinnert sich in Hollywood zwar noch an den Starregisseur, der zusammen mit Charles Brackett ein unschlagbares Team gebildet hatte, aber Schwarz-Weiß-Filme sind einfach nicht mehr gefragt. Sein letzter großer Film, "Buddy, Buddy", kommt 1981 in die Kinos und lässt Wilders Karriere noch einmal aufleben.
Lieblingsschauspieler
Billy Wilder dreht zu seiner Zeit häufig mit den großen Stars der Filmbrache. Marlene Dietrich, Charles Laughten, Marylin Monroe, Tony Courtis und Jack Lemmon stehen auf seiner Gehaltsliste, ebenso Gloria Swanson, Erich von Stroheim und Willima Holden (alle drei aus "Sunset Bouelvard"). Lieblingsschauspieler hat er nicht, aber er sucht sich die Besetzungen für seine Rollen mit großer Sorgfalt aus. Als er im Jahr 2002 schließlich stirbt, zollt ihm ganz Hollywood Respekt, ist er doch einer der größten, den die Filmbranche je hervor gebracht hat.
